Neubau der A45-Talbrücke Rahmede: Vorstellung des Zeit- und Bauplans
VonJan Schmitz
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Die neue A45-Talbrücke Rahmede in Lüdenscheid nimmt Formen an - in Form einer Grafik. Der Auftragnehmer präsentiert erste Bau- und Zeitpläne.
Lüdenscheid - Beim Spitzengespräch in Lüdenscheid am Mittwoch (26. Juli) stellte die mit dem Neubau der Talbrücke Rahmede an der A45 beauftragte österreichisch-deutsche Bietergemeinschaft um den Baukonzern Habau, Bickhardt Bau AG aus Kirchheim und das Stahlbauunternehmen MCE GmbH (eine Tochter des österreichischen Baukonzerns Habau) erste Pläne und einen Zeitplan für den Bau von Deutschlands wichtigstem Brückenbauwerk vor.
Neue A45-Talbrücke Rahmede: Baustart im Oktober 2023
Größte Änderung im Vergleich zum maroden Altbau, der im Mai gesprengt worden war, ist: Es gibt nur noch vier statt fünf Pfeiler-Paare. Sie tragen einen zweiteiligen (bislang einteilig) Überbau, bestehend aus einem Stahlträgergerüst und der aufgelagerten Fahrbahn. Die Brücke wird in den A45-Farben Blau und Grau gestaltet. Sie ähnelt laut Vertretern der Autobahn GmbH der Lennetalbrücke in Hagen. Gebaut wird eine Stahlverbundbrücke mit einer Länge von 453 Metern, die künftig das Rahmedetal überspannt und die Lücke in der A45-Strecke schließen soll.
Das soll laut Andreas Jancar, Arge-Projektleiter für den Ersatzneubau der Talbrücke Rahmede, im Sommer 2026 so weit sein und damit rund viereinhalb Jahre nach der Sperrung am 2.. Dezember 2021. Dann wird zunächst das Brücken-Teilbauwerk in Fahrtrichtung Frankfurt (im Rahmedetal auf der Lüdenscheider Seite) so hergerichtet, dass dort der Verkehr vierspurig in beiden Fahrtrichtungen wieder fahren kann und Lüdenscheid endlich vom Durchfahrtsverkehr entlastet wird. Parallel wird auch der zweite Brückenteil in Fahrtrichtung Dortmund in die Höhe gezogen und spätestens im dritten Quartal 2027 fertiggestellt werden.
A45 soll Mitte 2026 wieder freigegeben werden
Baustart ist bereits im Oktober 2023, dann werden laut Jancar zunächst die Baustraßen im steilen Gelände gebaut. Anfang 2024 - je nach Witterung - sollen dann die Betonbauarbeiten an den Pfeilern beginnen. Zuvor werden alle Betonelemente tiefengegründet. Das gilt auch für die Widerlager an den jeweiligen Brückenköpfen. Stehen die Pfeiler, werden die Stahlelemente im sogenannten Taktkeller endmontiert und im Taktschiebeverfahren über das Tal vorgetrieben. Dazu müssen zum Teil provisorische Hilfspfeiler errichtet werden. Es wird, verspricht Jancar, von beiden Seiten gearbeitet. An- und Abfahrt von Material und Maschinen sollen fast ausschließlich über die A45 erfolgen.
In der Mitte der Brücke werden die noch fehlenden Stahlelemente mit Hilfe von Kränen in Position gebracht und montiert. Anschließend wird die Fahrbahn gegossen. Zu Hochzeiten werden auf der Baustelle zwischen 100 und 120 Mitarbeiter mit dem Ersatzneubau beschäftigt sein, schätzt der Projektleiter. Lüdenscheider Hoteliers hoffen, dass die Monteure in Lüdenscheid nächtigen.
Ersatzneubau kostet voraussichtlich 170 Millionen Euro
Die Auftragssumme für den Ersatzneubau beträgt nach Angaben des Ministeriums rund 170 Millionen Euro. Es ist eine Bonus-Malus-Regelung vereinbart. Geht es schneller, erhält die Bietergemeinschaft einen Bonus, dauert es länger wird Geld abgezogen. An welchem Datum im „Sommer 2026“ sich das entscheidet, wollte Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Autobahn Westfalen, nicht verraten.