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A46: Die Bundesautobahn in NRW über Düsseldorf mit großen Lücken

Die Bundesautobahn 46 weist noch immer große Lücken auf. Geteilt ist die A46 in drei Streckenabschnitte. Ein Lückenschluss ist nur bedingt geplant.

Hamm - Der Blick auf eine Straßenkarte oder in Google Maps dürfte für viele Autofahrer durchaus für Stirnrunzeln sorgen. Wer in Nordrhein-Westfalen die A46 nutzen will, um von West nach Ost oder andersherum zu kommen, muss gleich mehrmals die Bundesautobahn verlassen. Das hat historische und topologische Gründe. Alle Infos zur Autobahn 46 und dessen drei Abschnitte.

AutobahnA46
Gesamtlänge156,5 km (davon 7,3 km in Planung)
BundeslandNRW
BeginnHeinsberg
EndeOlsberg
Bauzeitab 1951 (erste Planungen)

A46: Die Bundesautobahn in NRW über Düsseldorf mit großen Lücken

Die A46 im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands besteht aus drei nicht miteinander verbundenen Teilstücken. In den 1960er Jahren wurde das Teilstück von Düsseldorf nach Wuppertal errichtet. Aus der damaligen B326 entstand ein vierspuriger Ausbau. Rund zehn Jahre später wurde die B1 von Neuss nach Heinsberg angehängt, ebenso in den 1970er Jahren entstand das Teilstück zwischen Hagen und Hemer. Begonnen in den 1980er Jahren und vorangetrieben bis 2019 wurde der Bau der Strecke von Arnsberg nach Olsberg.

Das Ergebnis: Die heutige A46 besteht aus drei nicht miteinander verbundenen Teilstücken, deren Zusammenlegung noch geplant ist - oder eben nicht. So ist der Lückenschluss zwischen Hemer und Arnsberg zumindest für die Zukunft in Aussicht gestellt, eine Zusammenlegung der Teilstrecken zwischen Wuppertal und Hagen wird es ob der topografischen Lage allerdings nicht geben. Autofahrer müssen die nahezu parallel verlaufende A1 nutzen. Zudem gibt es Proteste gegen die Pläne, die Autobahn zu erweitern.

A46: Die Bundesautobahn von Düsseldorf nach Wuppertal

Im äußersten Westen Deutschlands beginnt die A46 an der Anschlussstelle Heinsberg als Verlängerung der Bundesstraße 56n, die aus den Niederlanden kommt. Die A46 führt durch den Niederrhein vorbei an Hückelhoven, Erkelenz und Grevenbroich bis nach Neuss. Bis zum Dreieck Neuss-Süd führen die A46 und die A57 auf einer gemeinsamen, sechsstreifig ausgebauten Fahrbahn. Über den Rhein gelangen Autofahrer ins Düsseldorfer Stadtgebiet.

Die NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf ist auch über die A46 zu erreichen.

Wer dem Streckenverlauf weiter folgt, erreicht schnell das Bergische Land. An Haan vorbei führt die A46 nach Wuppertal. Das Ende des ersten Teilabschnitts ist am Kreuz Wuppertal-Nord erreicht, von wo aus unter anderem die A43 und die A1 weiterführen. Der erste Abschnitt im Wuppertaler Gebiet wurde 1966 fertiggestellt. Damals führte die A46 vom Wuppertaler Stadtteil Wichlinghausen zur Ruhrtangente. Zwei Jahre später wurde die Strecke bis Wuppertal-Elberfeld ausgebaut. Im Juni desselben Jahren begann der Bau des komplizierten und zugleich viel befahrenen Knotenpunktes Sonnborner Kreuz. Mehrere Stadtstraßen mussten verlegt und die Wupper, der Fluss durch Wuppertal, um zwei Meter abgesenkt werden.

Die Autobahnen in NRW: Fakten rund um A1, A2, A3 und Co.

Autos und Lkw stehen im morgendlichen Berufsverkehr auf der Autobahn A555 im Stau.
Das Autobahn-Netz in Nordrhein-Westfalen ist so dicht wie in keinem anderen Bundesland. Es gibt 17 Autobahnen auf einer Gesamtlänge von 2.260 Kilometern.  © Oliver Berg/dpa
Die Autobahn A1 endet am 11.08.2016 bei Kelberg (Rheinland-Pfalz). Zwischen Kelberg und Blankenheim klafft eine Lücke von rund 25 Kilometern.
Die A1 - die drittlängste Autobahn in Deutschland - verläuft auf 253 Kilometern durch NRW. Südlich von Blankenheim in der Eifel klafft eine Baulücke von rund 25 Kilometern. Schon seit Anfang der 1980er Jahre ist der Neubau der A1 durch die Eifel geplant. Die bauliche Durchführung gilt wegen des Verlaufes im Gebirge als besonders aufwändig.  © Thomas Frey/dpa
Das Kamener Kreuz
Die A2 ist eine der ältesten Autobahnen Deutschlands. 189 Kilometer führen durch NRW. Die A2 beginnt im Ruhrgebiet (Oberhausen) und endet im Dreieck Werder kurz vor Berlin. Die Autobahn ist von großer Bedeutung für den Güterverkehr zwischen den Niederlanden und Belgien im Westen sowie Polen im Osten. Das wird zum Problem: Immer wieder gibt es auf der A2 schwere Lkw-Unfälle mit tödlichem Ausgang. © Hans Blossey/Strassen.nrw/dpa
Autos stauen sich auf der A3 Richtung Süden bei Köln nach einem Unfall.
Die A3 ist die zweitlängste Autobahn in Deutschland und führt von der niederländischen Grenze durchs Ruhrgebiet und den Kölner Raum bis zur österreichischen Grenze. In NRW liegt der meistbefahrene Abschnitt, nämlich zwischen Köln-Dellbrück und dem Kreuz Köln-Ost.  © Henning Kaiser/dpa
Eine von einem Zeppelin NT aus der Luft gemachte Aufnahme zeigt die Rodenkirchener Brücke der A4 über den Rhein.
Die A4 verläuft einmal quer durch Deutschland - mit einer Unterbrechung zwischen Krombach und dem Kirchheimer Dreieck in Hessen. In NRW startet sie an der niederländischen Grenze bei Aachen und führt über Köln nach Krombach in den Kreis Siegen-Wittgenstein.  © Henning Kaiser/dpa
Auf der A4 zwischen Köln und Gummersbach ist am 26.08.2004 Tanklastzug mit 32.000 Litern Benzin und Diesel bei einem Unfall auf der Wiehltalbrücke in Brand geraten, hat die Leitplanke durchbrochen und ist ca. 50 Meter in die Tiefe gestürzt. Danach musste ein Teilstück der Brücke erneuert werden.
Ende August 2004 hatte ein Autofahrer auf der A4 zwischen Köln und Gummersbach einen Tanklastzug gerammt, der daraufhin mit 32.000 Litern Treibstoff in die Tiefe stürzte und explodierte. Der Fahrer kam ums Leben. Die viel befahrene Wiehltalbrücke wurde durch das Flammeninferno stark beschädigt. Ein aus elf Teilen zusammengeschweißtes Segment musste daraufhin in die Brücke eingesetzt werden. Die Reparaturkosten wurden auf mehr als 30 Millionen Euro geschätzt. Die Rede war seinerzeit vom bisher teuersten Verkehrsunfall in der Bundesrepublik Deutschland.  © Felix Heyder/Julian_Löhe/dpa | Collage WA
A44 von oben, Kreis Soest, Autobahn, Symbolbild
Die A44 verläuft durch NRW und Hessen. Je nach Region hat die Autobahn unterschiedliche Spitznamen: Von der belgischen Grenze bis Düsseldorf wird sie Belgienlinie genannt. Die Verbindung der Städte Düsseldorf, Bochum und Dortmund hat der A44 einen eher kuriosen Namen eingebracht: DüBoDo.  © Daniel Schröder
Rahmedetalbrücke Streetart
Seit Dezember 2021 ist auf der A45 die Talbrücke Rahmede bei Lüdenscheid voll gesperrt. Ein Ersatzneubau soll in fünf Jahren fertig sein. In einer Nachtaktion hat ein Künstlerkollektiv im Märt 2022 eine Friedensbotschaft auf die Autobahn gemalt: „Lasst uns Brücken bauen.“ Ergänzt wurde dies durch das Hashtag #Bridgeplease und die ukrainische Nationalflagge. Dist Künstler wollten die A45-Brücke in ein Monument des Zusammenhalts verwandeln - in Zeiten, in denen die Menschen in der Region mit Corona-Folgen, Krieg und eben einer jahrelang gesperrten Brücke zu kämpfen haben. © Willi & Söhne
Die Autobahn 445 bei Werl soll bis nach Hamm weitergebaut werden.
Die A445 hat kein Ende. Die Autobahn verläuft auf gerade einmal 14,1 Kilometern von Werl (Kreis Soest) bis in den Hochsauerlandkreis, wo sie ohne richtiges Ende in die A46 übergeht. Die „kleine“ Autobahn soll aber verlängert werden. Geplant ist ein Lückenschluss um 7,6 Kilometern bis zur A2 in Hamm-Rhynern.  © Maaß / soester-anzeiger.de
Die erste deutsche Autobahn zwischen Köln und Bonn, die auf eine Gesamtbreite von 40 Metern ausgebaut werden sollte. Am Samstag, 23.07.2022 vor genau 90 Jahren eröffnete Konrad Adenauer die heutige Autobahn 555 von Köln nach Bonn. Sie ist nach Angaben der Autobahn GmbH des Bundes "Deutschlands älteste öffentliche Autobahn
Die B555 ist die älteste Autobahn Deutschlands (Foto von 1966). Sie verbindet seit 1932 die Städte Köln und Bonn auf einer Gesamtlänge von 20 Kilometern. Am 6. August 1932 eröffnete Konrad Adenauer die „kreuzungsfreie Kraftwagenstraße“ zwischen Köln und Bonn. Damit ist die heutige A555 schon über 90 Jahre alt. © Wolfgang Weihs/dpa

A46: Bundesautobahn führt von Hagen nach Iserlohn und endet vor Hemer

Deutlich kürzer ist der zweite Abschnitt der A46. Die Bundesautobahn startet an der Kreuzung Heinitzstraße/Eduard-Müller-Straße in Hagen, wenngleich sie erst ab dem Kreuz Hagen als eben solche gekennzeichnet ist. Von dort gelangen Autofahrer über die A46 bis nach Iserlohn-Ost, wo sie unmittelbar vor der B7 und somit vor Hemer endet.

Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht versperren am 07.01.2017 in Iserlohn (Nordrhein-Westfalen) die A46.

Die 1960 geplante und später umgesetzte Strecke war ein Kompromiss für den viel befahrenen Stadtverkehr. Anschlussstellen werden im Schnitt alle vier Kilometer erreicht und damit deutlich schneller als auf herkömmlichen Autobahnen. Die A46 endete zunächst am Seilersee, später wurde hingegen eine Brücke über eben jenen erbaut, um eine Zerschneidung des Seilerwalds sowie des nordöstlichen Iserlohner Stadtgebiets zu vermeiden.

A46: Dritter Abschnitt der Bundesautobahn wurde 2019 fertiggestellt

Der dritte Abschnitt der A46 entspringt nahtlos der Bundesautobahn 445. An der Anschlussstelle Neheim führt die Fahrbahn aus Werl kommend ins Hochsauerland. Während Autofahrer an Arnsberg vorbeifahren, überqueren sie zweimal die Ruhr, ehe sie zwischen Freienohl und Wennemen Tunnel durchfahren. Aufgrund der bergigen Strecke wurden zudem zahlreiche Talbrücken errichtet. An der Anschlussstelle Olsberg endet die Teilstrecke der A46.

Die Talbrücke Nuttlar im Sauerland ist mit 115 Metern die höchste von NRW-

Fertiggestellt wurde der teilweise anspruchsvolle Streckenabschnitt erst im Jahr 2003. Der erste Spatenstich für den Abschnitt von Bestwig nach Olsberg wurde am 4. September 2009 gesetzt. Zehn Jahre lang dauerte der Bau der 5,4 Kilometer langen Strecke, zwei Talbrücken mussten dabei errichtet werden. Mit darunter befindet sich die höchste Talbrücke in NRW, die 115 Meter hohe Talbrücke Nuttlar. Feierliche Eröffnung des Abschnitts war schließlich am 18. November 2019.

A46: Diese Anschlussstellen sind noch in Planung

Die A46 hat auf NRW-Gebiet 50 Anschlussstellen und zehn Autobahnkreuze. Zusätzlich dazu sind noch zwei weitere Ausfahrten in Planung und ein Autobahnkreuz:

  • Anschlussstelle Menden-West
  • Anschlussstelle Menden-Süd
  • Dreieck Wickede mit Übergang zur 445 Werl

Unvollendete Autobahnen: Die A46 ist nicht alleine in NRW

Im Ruhrgebiet bis nach Kassel gibt es eine fast vergessene Autobahn, die nie in Betrieb genommen wurde. Bereits zu Zeiten der Weimarer Republik, ab 1927, wurde die Strecke 77 geplant, eine Anschlussautobahn zwischen Hamm und Kassel. Geplant war eine Verbindung zwischen den beiden Städten mit einer Weiterführung nach Eisenach.

Durch die Weltwirtschaftskrise wurde der Autobahn-Plan nicht in die Tat umgesetzt. 1938 griffen die Nationalsozialisten die Idee auf und begannen ein Jahr später mit dem Bau, der 1942 aufgrund des Zweiten Weltkrieges abgebrochen wurde. Die Spuren der geplanten Autobahn kann man noch heute sehen. Der Bau begann in Hamm-Rhynern und Berwicke und Schmerlecke im Kreis Soest. Die noch vorhandenen Spuren wurden unter Denkmalschutz gestellt.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | David Young

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