Abriss erst 2025

Abriss der maroden Grundschule Lösenbach: Stadt reißt nächste Zeithürde

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Im September sollten eigentlich die Abrissbagger anrollen, doch die Grundschule Lösenbach steht noch immer. Nun soll der Abriss erst 2025 beginnen.
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Der Abriss der alten Grundschule Lösenbach verzögert sich. Vor 2025 wird es nichts. Stadtsprecher Sven Prillwitz erklärt, wie es dazu kommen konnte.

Lüdenscheid - Der Abriss des seit Sommer 2022 geschlossenen Gebäudes der Grundschule Lösenbach, das aufgrund von erheblichen Mängeln beim Brandschutz nicht mehr für den Schulbetrieb zur Verfügung gestellt werden durfte, wird nun doch nicht mehr im Kalenderjahr 2024 geschehen. Im Juni 2023 hatte der Rat der Stadt diesen Abriss (und Neubau) der Schule beschlossen. Im Juli dieses Jahres hieß es auf Nachfrage, dass die Vergabe des Abrisses im August und der Abriss selbst im September 2024 erfolgen sollten. Doch die Stadtverwaltung hat auch diese Zeithürde gerissen, wie sie auf Nachfrage zugibt. Stadtsprecher Sven Prillwitz nimmt zu den Fragen der LN Stellung:

Ist die Vergabe der Arbeiten geschehen? Wenn ja, an wen? 
„Die Arbeiten haben wir an einen Architekten vergeben, der allerdings aus zeitlichen Gründen wieder absagen musste. Er hat den Auftrag aber an einen Subunternehmer vergeben, mit dem wir den Abriss jetzt planen. Wir setzen auf eine enge Abstimmung, um möglichst viele Arbeitsschritte parallel planen und umsetzen zu können. Ein großer Vorteil dabei angesichts der personell nach wie vor angespannten Situation bei der ZGW: Eine erfahrene Kollegin ist Anfang des Monats aus der Elternzeit zurückgekehrt und kümmert sich federführend um das Projekt. Unterstützung erhält sie von einem sogenannten Sicherheits- und Gesundheitskoordinator, der die ZGW seit September verstärkt. Das Beweissicherungsverfahren, das vor Beginn des Abrisses und im Anschluss notwendig ist, um etwaige durch die Arbeiten verursachte Schäden an umliegenden Immobilien dokumentieren zu können, läuft weiterhin.“
Die Abrissbagger sollten laut Auskunft aus dem Juli im September anrücken, passiert ist bisher nichts. Wann ist mit einem Start der Abrissarbeiten zu rechnen?
„Leider kommt es aus unterschiedlichen Gründen erneut zu einer Verzögerung. Die Gründe dafür: Die ZGW hat seit einiger Zeit mit einem hohen Krankenstand, Personalwechseln sowie Abgängen zu kämpfen. Auf diese schwierige Situation hat die Verwaltung mehrfach in Ausschusssitzungen hingewiesen. Hinzu kommt, dass in den Planungen eine fein säuberliche Trennung des Abriss-Baufeldes vom Schulhof berücksichtigt werden muss, weil letzterer mit Fördermitteln des Landes NRW finanziert wurde und hierbei weiterhin Vorgaben des Geldgebers zu beachten sind. Dazu gehört unter anderem, dass der Schulhof auch während der Abrissarbeiten weiter in Betrieb bleiben muss. Die neuerliche Vergabe der Arbeiten, die jetzt ein Subunternehmer übernimmt, hat ebenfalls etwas Zeit gekostet. Stand jetzt gehen wir davon aus, mit dem Abriss der Grundschule Lösenbach zu Beginn des neuen Jahres loslegen zu können. Bis dahin sollen alle vorbreitenden organisatorischen und planerischen Maßnahmen wie zum Beispiel Genehmigungen, Abbruchkonzept und Baustellenkonzept abgehakt sein.“
Ist inzwischen eine Lösung gefunden, wie Sporthalle und Schwimmhalle weiter versorgt werden (energetisch, Strom)? Wenn ja: Welche Lösung soll dies sein?
„Inzwischen liegt eine Wärmebedarfsplanung vor. Diese bildet die Grundlage für das Erstellen eines Konzepts für die Stromversorgung und energetische Maßnahmen. Weil gewisse Defizite im Schwimmbad vorliegen und behoben werden müssen, muss die Wärmebedarfsplanung noch einmal überarbeitet werden. Die Abrissplanung für das Schulgebäude hat aber zunächst oberste Priorität.“ 

Die Chronologie seit Januar 2022

Januar 2022: Die Stadtverwaltung gibt bekannt, dass die Grundschule Lösenbach im Sommer 2022 für ein Jahr an die Kaiserallee umziehen soll. Beim Brandschutz müsse aufwendig nachgebessert werden. Es wird das Versprechen ausgegeben, dass die Schüler keinen Monat länger als nötig zur Bismarcksäule pendeln sollen.

Sommer 2022: Die GS Lösenbach zieht mit 230 Schülern an die Kaiserallee um. 21 Haltestellen werden beim Bustransfer angefahren, der die Stadt jährlich 500 000 Euro kosten wird.

Herbst 2022: Die ZGW untersucht das Gebäude und präsentiert im Dezember 2022 die Analyse. Ihr Fazit: In allen Bereichen gibt es eklatante Mängel. Zu einem Neubau kann man sich aber nicht durchringen. Die Verwaltung beauftragt stattdessen für 2023 eine weitere externe Prüfung.

Mai 2023: Die Stadtverwaltung präsentiert verschiedene Lösungsvorschläge für die GS Lösenbach. Ein Neubau wäre die „teuerste Lösung“, heißt es in der Präsentation.

Juni 2023: Die Politik beschließt trotzdem Abriss und Neubau, 22 Millionen Euro soll das Projekt kosten. Einen Zeitplan gibt es aber noch nicht.

September 2023: Eine Machbarkeitsstudie der KKW-Architekten beschreibt verschiedene Verfahren auf dem Weg zum Neubau. Nun stehen 38 Monate bis zur Bezugsfertigkeit der neuen Schule im Raum. 

Oktober 2023: Abriss und Neubau stehen fest, aber selbst für den Abriss gibt es weiter keine Zeitplanung. Aus dem Rathaus heißt es. „Aktuell gibt es, aufgrund Personalknappheit, noch keine Planung für die Energieversorgung der Sporthalle und des Schwimmbades. Bevor ein Abrisskonzept erstellt werden kann, muss die Versorgung der beiden anderen Gebäude sichergestellt sein, da diese aktuell noch über die Grundschule Lösenbach versorgt werden.“

Januar 2024: Es gibt weiter keinen Abriss-Termin. „In Sachen der Versorgung für Sporthalle und Hallenbad gibt es noch keine endgültige Lösung“, stellt Stadtsprecherin Marit Schulte-Zakotnik auf Anfrage fest.

März 2024: Die Stadtverwaltung lädt die Schule ins Jürgen-Dietrich-Forum im Rathaus ein und verkündet: Der Abriss der Schule soll bis Herbst geschafft sein, der Spatenstich für den Neubau möglichst noch 2024 erfolgen.

April 2024: Die Stadtverwaltung windet sich auf Nachfrage, für die Turn- und Schwimmhalle gibt es weiterhin keine Lösung, dafür aber hat die ZGW nun einen Ingenieur fest für das Lösenbach-Projekt abgezogen. Eine neue Stelle war ausgeschrieben, aber kein Ingenieur gefunden worden.

Mai 2024: Der Rat gibt das Geld für den Abriss der GS Lösenbach frei.

Juli 2024: Die Stadtverwaltung hat den Abriss ausgeschrieben und mit ihm den „den Erhalt der angrenzenden Sport- und Schwimmhalle sowie des geförderten Schulhofes“. Neu ist: Es handelt sich um eine Asbestsanierung, in den Fassadenplatten steckt Asbest. Nicht so schlimm, sagt die Stadt. Die Angebotsfrist läuft bis zum 29. Juli, im September sollen die Abrissbagger anrollen.

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