VonThomas Machatzkeschließen
Der Abriss der alten Grundschule Lösenbach verzögert sich. Vor 2025 wird es nichts. Stadtsprecher Sven Prillwitz erklärt, wie es dazu kommen konnte.
Lüdenscheid - Der Abriss des seit Sommer 2022 geschlossenen Gebäudes der Grundschule Lösenbach, das aufgrund von erheblichen Mängeln beim Brandschutz nicht mehr für den Schulbetrieb zur Verfügung gestellt werden durfte, wird nun doch nicht mehr im Kalenderjahr 2024 geschehen. Im Juni 2023 hatte der Rat der Stadt diesen Abriss (und Neubau) der Schule beschlossen. Im Juli dieses Jahres hieß es auf Nachfrage, dass die Vergabe des Abrisses im August und der Abriss selbst im September 2024 erfolgen sollten. Doch die Stadtverwaltung hat auch diese Zeithürde gerissen, wie sie auf Nachfrage zugibt. Stadtsprecher Sven Prillwitz nimmt zu den Fragen der LN Stellung:
Die Chronologie seit Januar 2022
Januar 2022: Die Stadtverwaltung gibt bekannt, dass die Grundschule Lösenbach im Sommer 2022 für ein Jahr an die Kaiserallee umziehen soll. Beim Brandschutz müsse aufwendig nachgebessert werden. Es wird das Versprechen ausgegeben, dass die Schüler keinen Monat länger als nötig zur Bismarcksäule pendeln sollen.
Sommer 2022: Die GS Lösenbach zieht mit 230 Schülern an die Kaiserallee um. 21 Haltestellen werden beim Bustransfer angefahren, der die Stadt jährlich 500 000 Euro kosten wird.
Herbst 2022: Die ZGW untersucht das Gebäude und präsentiert im Dezember 2022 die Analyse. Ihr Fazit: In allen Bereichen gibt es eklatante Mängel. Zu einem Neubau kann man sich aber nicht durchringen. Die Verwaltung beauftragt stattdessen für 2023 eine weitere externe Prüfung.
Mai 2023: Die Stadtverwaltung präsentiert verschiedene Lösungsvorschläge für die GS Lösenbach. Ein Neubau wäre die „teuerste Lösung“, heißt es in der Präsentation.
Juni 2023: Die Politik beschließt trotzdem Abriss und Neubau, 22 Millionen Euro soll das Projekt kosten. Einen Zeitplan gibt es aber noch nicht.
September 2023: Eine Machbarkeitsstudie der KKW-Architekten beschreibt verschiedene Verfahren auf dem Weg zum Neubau. Nun stehen 38 Monate bis zur Bezugsfertigkeit der neuen Schule im Raum.
Oktober 2023: Abriss und Neubau stehen fest, aber selbst für den Abriss gibt es weiter keine Zeitplanung. Aus dem Rathaus heißt es. „Aktuell gibt es, aufgrund Personalknappheit, noch keine Planung für die Energieversorgung der Sporthalle und des Schwimmbades. Bevor ein Abrisskonzept erstellt werden kann, muss die Versorgung der beiden anderen Gebäude sichergestellt sein, da diese aktuell noch über die Grundschule Lösenbach versorgt werden.“
Januar 2024: Es gibt weiter keinen Abriss-Termin. „In Sachen der Versorgung für Sporthalle und Hallenbad gibt es noch keine endgültige Lösung“, stellt Stadtsprecherin Marit Schulte-Zakotnik auf Anfrage fest.
März 2024: Die Stadtverwaltung lädt die Schule ins Jürgen-Dietrich-Forum im Rathaus ein und verkündet: Der Abriss der Schule soll bis Herbst geschafft sein, der Spatenstich für den Neubau möglichst noch 2024 erfolgen.
April 2024: Die Stadtverwaltung windet sich auf Nachfrage, für die Turn- und Schwimmhalle gibt es weiterhin keine Lösung, dafür aber hat die ZGW nun einen Ingenieur fest für das Lösenbach-Projekt abgezogen. Eine neue Stelle war ausgeschrieben, aber kein Ingenieur gefunden worden.
Mai 2024: Der Rat gibt das Geld für den Abriss der GS Lösenbach frei.
Juli 2024: Die Stadtverwaltung hat den Abriss ausgeschrieben und mit ihm den „den Erhalt der angrenzenden Sport- und Schwimmhalle sowie des geförderten Schulhofes“. Neu ist: Es handelt sich um eine Asbestsanierung, in den Fassadenplatten steckt Asbest. Nicht so schlimm, sagt die Stadt. Die Angebotsfrist läuft bis zum 29. Juli, im September sollen die Abrissbagger anrollen.
