Die Adenauerallee sorgt weiter für Diskussionsstoff. Fast 1000 Tempoverstöße wurden binnen weniger Tage registriert. Eine Sperrung könnte die Situation weiter verschärfen.
Hamm – Die Adenauerallee in Hamm ist nach 20 Monaten Baustelle fertig und außerdem schick geworden, doch die Aufregung vieler motorisierter Nutzer hat sich nun verlagert. Während die beiden Blitzer bemerkenswert oft auslösen, staut sich der Verkehr in Stoßzeiten stark zurück, bisweilen bis über die zentrale Kreuzung am Allee-Center. Die Tempo-30-Begrenzung in Kombination mit den Bedarfsampeln sorgen mitunter für zähen Durchfluss. Zudem ist der während der Baustellenphase über die Fährstraße geführte Verkehr zurück. Diese wird allerdings ab Juli gesperrt, was wiederum die Adenauerallee zusätzlich belasten dürfte.
Rund 1000 Fahrzeuge an Adenauerallee geblitzt - Fährstraße bald gesperrt
In der ersten Betriebswoche registrierten die am 3. Juni beidseitig aufgestellten Säulenblitzer fast 1000 Fahrzeuge, die tagsüber schneller als Tempo 30 oder nachts schneller als 50 Kilometer pro Stunde unterwegs waren. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden bis zum 10. Juni in Fahrtrichtung Westen 428 und in Fahrtrichtung Osten 549 Verstöße dokumentiert.
Zwar seien die meisten Fahrzeuge weniger als 20 km/h zu schnell gewesen, doch gebe es „vereinzelt“ auch im Punkte- und Fahrverbotsbereich Verstöße, so Stadtsprecher Tom Herberg. „Bei einer groben (Vorab-) Sichtung der Fälle wurde der höchste Verstoß am 5. Juni um 20.10 Uhr in Fahrtrichtung Osten mit 66 km/h dokumentiert“, sagt er. Den Fahrer erwarte ein Bußgeld von 260 Euro plus Gebühren, ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg. Jenseits der Tempo-30-Zeiten käme es in beiden Richtungen nur vereinzelt zu Verstößen.
Wiederholt beklagten Leser seit der Freigabe der Adenauerallee ein weiteres Hindernis: Die Fußgängerampel am Gymnasium Hammonense springe bisweilen anlasslos auf Rot. Tatsächlich wird diese Beobachtung im Rathaus bestätigt. Die Anlage sei „anfangs so eingestellt“ gewesen, dass sie „in der ‘Rush Hour’ der Schule morgens auch ohne Kontakt auf Rot springt“, so Herberg. Das sei nach einer Testphase allerdings überarbeitet und verändert worden, sodass die Ampel jetzt nur noch auf Anforderung auf Rot schalte.
Fährstraße ab 8. Juli gesperrt
Spannend dürfte die Situation erneut mit Anbruch der Sommerferien werden. Denn ab 8. Juli – so der aktuelle Planungsstand – soll die Fährstraße wegen einer Baustelle rund vier Monate lang für motorisierte Fahrzeuge tabu sein. Die Adenauerallee wird dann sicher einen Gutteil des Verkehrs übernehmen müssen.
Abseits der genannten Probleme zieht die Stadtverwaltung für die „neue“ Adenauerallee „bislang ein sehr positives Fazit“ – sowohl im Hinblick auf die Blitzereinsätze als auch auf die strukturelle und optische Umgestaltung. Herberg: „Hier erhalten wir auch positives Feedback der Bürger.“