Wegen Konzerten von Taylor Swift

Gelsenkirchen äußert sich zur Kritik nach „Swiftkirchen“ – „das nervt“

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Bald ist Taylor Swift in Gelsenkirchen. Doch für die Idee, sich in „Swiftkirchen“ umzubenennen, erntet die Stadt viel Kritik. Und zieht jetzt die Reißleine.

Gelsenkirchen - Die Stadt Gelsenkirchen ist im Swift-Fieber. Mitte Juli kommt Taylor Swift für mehrere Konzerte in die Stadt in NRW. Die Auftritte des Weltstars werden dabei zum echten Mega-Event. Sie bekommt ihren eigenen Stein auf dem Walk-of-Fame in Gelsenkirchen. Und sogar eine Taylor-Swift-Straßenbahn von den Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen (Bogestra). Und damit nicht genug: Gelsenkirchen wird zu „Swiftkirchen“ umbenannt. Das erste gelbe Ortsschild mit der Aufschrift hängt bereits.

Wegen Konzerten von Taylor Swift: Gelsenkirchen wird zu „Swiftkirchen“

„Swiftkirchen“ mit einer pinken Abbildung von Taylor Swift, bunte Sterne, Herzen und einer Gitarre ist auf dem Schild auf dem Heinrich-König-Platz in Gelsenkirchen zu sehen. Rund um den Platz entsteht außerdem „Taylor Town“ – ein Paradies für Fans der Sängerin samt buntem Programm wie Karaoke zu Taylors Songs, DJ-Sets und weiteren Attraktionen. Die Veranstaltung ist eine gemeinsame Initiative im Zuge der Gelsenkirchen-Konzerte von Taylor Swift. Dahinter stecken die Stadt Gelsenkirchen, das Stadtmarketing und weitere Partnerinnen und Partner.

Gelsenkirchen wird zu „Swiftkirchen“ – doch das gefällt nicht allen.

Doch das kommt längst nicht überall gut an. Während die einen Gelsenkirchen für die Marketingaktion feiern, finden die anderen den Hype viel zu übertrieben. „Lächerlich der ganze Aufwand“, „Das Geld, was in diese unsinnige Aktion fließt, hätte besser verwendet werden können. Unglaublich“ und „Wie gut, dass unsere Stadt keine anderen Probleme hat. Unglaublich, wo wir hingekommen sind“, heißt es in nur drei von unzähligen Kommentaren auf Facebook.

„Boah Leute, das nervt“: Gelsenkirchen äußert sich zur Kritik nach „Swiftkirchen“

Die Kritik ist so enorm, dass sich nun sogar die Stadt äußert. Und zwar in echter Pott-Manier: „Boah, Leute, das nervt! Bei allem Verständnis dafür, dass wir natürlich hier in Gelsenkirchen jede Menge Probleme haben, die wir auch lösen sollten. Aber: Hier erwarten wir von euch ganz klar Lokalpatriotismus und gesunden Menschenverstand“, heißt es in einem Kommentar der Stadtmarketing Gesellschaft „Gerne Gelsenkirchen“ unter einem eigenen Facebook-Beitrag vom 4. Juli.

Immerhin löse der ganze Rummel einen weltweiten Hype aus. „So eine positive Medienaufmerksamkeit hatte Gelsenkirchen seit langem nicht und dafür arbeitet unser Team gerade rund um die Uhr. Das ist einfach ein mega Erfolg.“ Damit auch die Gelsenkirchener Konzerte vom 17. bis zum 19. Juli ein voller Erfolg werden, schießt „Gerne Gelsenkirchen“ noch einen Appell hinterher: „Jetzt liegt es aber auch an euch, dass wir uns der Welt vernünftig präsentieren! Also macht mit und hört auf zu meckern! Seid super Gastgeberinnen und Gastgeber und steht zu eurer Heimatstadt! Und damit meinen wir alle!“ Pro Abend werden bis zu 70.000 Swifties auf Schalke erwartet. Eine Bloggerin hat sogar Tipps für Taylor-Swift-Fans in Gelsenkirchen gegeben.

„Ich find’s super! Toll, dass die Stadt diese witzige Idee aufgegriffen hat. Und wie man global medial ja sieht, war das auch ein sehr cleverer Schachzug“, schreibt eine Facebook-Userin. Doch auch unter dem Kommentar streiten sich die Geister. Während die einen Gelsenkirchener die Stadt für die klaren Worte feiern und den Kommentar liken, erklären andere, warum sie ein Problem mit „Swiftkirchen“ und „Taylor Town“ haben.

„Gerne Gelsenkirchen, wenn das gesamte Umfeld dazu passen würde, dann hätte auch niemand was dagegen, leider haben wir in Gelsenkirchen sehr viele Probleme, die erst gelöst werden müssen und da sollte man nicht mit solch einer Sache auf die Stadt aufmerksam machen“, erklärt ein Facebook-Nutzer. Scheint so als würden sich bei „Swiftkirchen“ und „Taylor Town“ auch weiterhin die Geister streiten.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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