- VonKlaus Fischerschließen
Dank seiner vielfältigen Sorten sieht der Ahorn zu verschiedenen Jahreszeiten prächtig aus. Zierahorne eigenen sich auch für kleine Gärten und sogar Balkone.
Soest – Der viele Regen – Anfang Dezember ist in meinem Garten die Jahresregensumme auf über 1000 Millimeter angestiegen und damit etwa 25 Prozent höher als das langjährige Mittel – hat auch seine Vorteile. Denn Gehölze, die wir jetzt pflanzen, haben optimale Bedingungen, um gut anzuwachsen.
Um ihre gute und stetige Wasserversorgung müssen wir uns keine Sorgen machen. Es ist zwar für uns eine „Schlammschlacht“, wenn wir einen jungen Baum in den Boden setzen wollen. Aber der Gedanke, dass der deswegen besonders gut anwachsen kann, lässt uns sicherlich über die Widrigkeiten der Pflanzaktion leicht hinwegsehen. Zum Glück gibt es Stiefel und Regenjacken.
Ahorn ist der Meister der Farben: Hingucker im Garten
Wer sich mit dem Gedanken trägt, seinen Garten durch ein Gehölz aufzuwerten, das im Herbst mit besonders intensiver Laubfärbung aufwartet und somit einen absoluten Hingucker im Garten darstellt, der kommt an der Familie der Ahorne nicht vorbei. Die Ahorne (Acer) sind eine vielfältige Gattung mit bis zu 200 Arten in der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae). Bei uns heimisch ist zumeist der Spitzahorn (Acer platanoides), ein Baum, der bis zu 30 Meter hoch und 20 Meter breit werden kann. Er wird gerne in Parks und als Alleebaum angepflanzt. Aufgrund seiner Größe ist er für die meisten Hausgärten eher ungeeignet.
Ahorn ist der Meister der Farben: Wird bis zu 600 Jahre alt
Das gilt auch für den Bergahorn (Acer pseudoplatanes), der sogar noch breiter werden kann und bis zu 600 Jahre alt wird. Selbst der kleinere Feld-Ahorn (Acer campestre) dürfte mit seinen Maßen die Möglichkeiten eines „normalen“ Hausgartens sprengen.
Ahorn ist der Meister der Farben: Kleine Arten für den Balkon
Zum Glück bieten die Ahorne auch Exemplare, die selbst im kleinsten Garten einen Platz finden, ja sogar im Kübel auf dem Balkon gezogen werden können. Sie werden landläufig Zierahorne genannt und stammen aus Ostasien. Deswegen spricht man auch von Japanahorn (Acer japonicum). Davon unterschieden werden noch die Fächerahorne (Acer palmatum) und die Schlitzahorne (Acer palmatum „Dissectum“), eine besondere Zuchtform des Fächerahorns, die am kleinsten bleiben.
Ahorn ist der Meister der Farben: Ziergehölze wachsen langsam
Alle diese Zierahornarten wachsen langsam. Der Japanahorn kann bis zu sechs Meter hoch und breit werden, ähnliche Größe schafft auch im Laufe der Jahre der Fächerahorn. Schlitzahorne werden ein bis drei Meter hoch und breit.
Ahorn ist der Meister der Farben: Humose Erde von Vorteil
Am liebsten wachsen diese Ahorne in frischer humosen Erde mit regelmäßiger Wasserversorgung, vertragen allerdings überhaupt keine Staunässe. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. Beim Pflanzen versorgen wir das deutlich größer ausgehobene Pflanzloch mit Kompost und Hornspänen und achten darauf, dass der Wurzelballen eher etwas höher gesetzt wird bis bündig mit der Erdoberfläche, auf keinen Fall tiefer. Das vertragen die Kleinbäume nicht.
Ahorn ist der Meister der Farben: Von Grün über Gelb bis Dunkelrot
Alle Ahorne bieten zu den verschiedenen Jahreszeit prächtige Bilder im Garten und in der Flur. Der Spitzahorn fällt im Frühling durch seine intensiv gelbgrüne Blüte auf, die noch vor dem Austrieb der Blätter erscheint. Im Herbst färbt er seine Blätter von Grün über Gelb-orange bis Dunkelrot.
Ahorn ist der Meister der Farben: Sonne bringt Baum zum Glühen
Die Japanahorne wie auch die Fächerahorne tragen im Sommer je nach Sorte Laub von grüner, gelbgrüner oder dunkelroter Färbung. Während die rotlaubigen Sorten im Herbst zwar ihre Laubfarbe intensivieren, ist der Farbwechsel der grünlaubigen Sorten umso spektakulärer. Ihre Blätter färben von gelb über orange bis zu einem leuchtenden Rot. Fallen dann in den Abend- oder Morgenstunden (goldene Stunde) Sonnenstrahlen auf dieses Herbstlaub, bekommt man von Weitem den Eindruck, als ob der Baum in Flammen steht.
Ahorn ist der Meister der Farben: Ungewöhnliche Blattform
Schlitzahorne gibt es mit grünem und dunkelroten Herbstlaub. Ihr Hingucker ist die ungewöhnliche Blattform mit den sehr tief eingeschlitzten Blättern, die etwa so groß wie eine Hand werden. Schlitzahorne werden aufgrund ihrer geringen Größe gerne auf dem Friedhof zur Grabbepflanzung genommen.
Ahorn ist der Meister der Farben: Beratung vom Experten einholen
Da es zahlreiche Sorten dieser Zierahorne gibt, sollte man sich am besten in der Baumschule beraten lassen, welche Sorte für den eigenen Garten am besten geeignet ist. Alle diese Ahornarten tragen in der Regel im Herbst viele Früchte. Man kann sich natürlich diesen Samen bei Gartenfreunden oder in Parkanlagen besorgen und versuchen, daraus einen Baum zu ziehen. Der Nachteil ist, dass gerade bei den Zierahornen diese Nachkommen nicht sortenrein sind, man also zumeist ein anderes Ergebnis bekommt wie die Mutterpflanze. Besondere Zierahorne werden durch Veredlung der Wildformen geschaffen.
Ahorn ist der Meister der Farben: Verantwortlich für den Indian Summer
Bleibt noch zu erwähnen, dass die Ahorne die Hauptverantwortlichen sind für den berühmten Indian Summer auf dem nordamerikanischen Kontinent, wo sie große Wälder bilden. Der Ahorn ist bekanntlich der kanadische Nationalbaum, sein Blatt ziert auch die Fahne dieses Landes. In Nordamerika wachsen aber andere Arten wie bei uns, besonders der Zuckerahorn (Acer saccharum), aus dem der Ahornsirup gewonnen wird. Die amerikanische Ahornarten besitzen eine noch intensivere Herbstfärbung als unsere europäischen.
Auch Zieräpfel bringen im heimischen Garten Farbe ins Spiel. Zudem lassen sich die Früchte zu Marmelade, Kompott und Saft verarbeiten.