Gartenserie

Zieräpfel bringen in Herbst und Winter Farbe ins Spiel

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Während die Blätter längst abgefallen sind, hängen die knallroten Früchte des Zierapfels „Red Sentinel“ noch fest an den Zweigen.
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Auch wenn vielerorts Schnee liegt, kann noch gepflanzt werden, solange der Boden nicht gefroren ist. Als besonderer Farbtupfer bieten sich Zieräpfel an.

Soest – Wer hätte das gedacht? Vor zwei Wochen wurde noch über den wärmsten Oktober sowie einen warmen und sehr feuchten November geredet. Und jetzt hat uns quasi über Nacht der Winter ereilt. Schnee schon im November sowie Dauerfrost seit Tagen lassen keinen Zweifel daran aufkommen, dass die warmen Tage erst einmal vorbei sind.

Wer fleißig vorher alle kälteempfindlichen Wurzeln und Knollen aus den Boden sowie die zarten Kübelpflanzen ins Warme gebracht hat, kann sich jetzt entspannt zurücklehnen. Ich habe es leider nicht bei allen Dahlienwurzeln geschafft, sie aus der Erde auszubuddeln. Die ständigen Regenfälle und der klatschnasse, klebrige Boden haben das vereitelt.

Zieräpfel bringen Farbe ins Spiel: Schnee schützt Wurzeln vor Frost

Allerdings mache ich mir noch keine Sorgen. Denn eine geschlossene Schneedecke schützt die Wurzeln vor dem Frost. Und der war auch noch nicht so stark, dass er tief in den Boden eingedrungen ist. Also man kann jetzt immer noch die empfindlichen Gewächse ausgraben und in den Keller bringen.

Außerdem sollten wir unser Augenmerk noch auf andere Gartenutensilien richten. Pumpen, egal welcher Art, mögen auch keinen Frost, der selbst schwere gusseiserne Schwengelpumpen zum Platzen bringen kann. Dauerfrost ist der ärgste Feind der Pumpen. Ich habe meine Schwengelpumpe abmontiert. Die Elektropumpe, die das Wasser aus dem Re genfass pumpt, ist ebenfalls erst wasserfrei gemacht und dann in die Garage gelegt worden. Auch solche Gartenpumpen gehen durch Eis kaputt.

Zieräpfel bringen Farbe ins Spiel: Regentonnen und Schläuche winterfest machen

Kommen wir zu den Regentonnen. Sie können bei Dauerfrost platzen, wenn sie nach oben schmaler werden oder komplett geschlossen sind. Denn Eis dehnt sich aus und beansprucht etwa neun Prozent mehr Volumen als flüssiges Wasser. Die Kraft des Eises ist so stark, dass selbst Felsen dadurch gesprengt werden können. Unsere Regentonnen machen da keine Ausnahme. Wir sollten mindestens die Hälfte des Wassers ablassen und bei Behältnissen, die nach oben schmaler werden, am besten das gesamte Wasser.

Auch die Schläuche müssen winterfest gemacht werden. Sie sollten wasserfrei sein. Am besten wickeln wir sie noch einmal ab und dann so wieder auf, dass wir die Seite, die wir aufwickeln, so hoch halten, dass das Wasser zur anderen Seite allmählich herauslaufen kann.

Zieräpfel bringen Farbe ins Spiel: Pflanzzeit auch im Winter

Haben wir Außenwasserkräne, sollten wir den Anschluss im Haus verriegeln und dann den Hahn öffnen. Am Revisionsventil, das sitzt in der Regel direkt hinter dem Ventil im Haus, können wir dann das Wasser aus der Außenleitung ablassen.

Trotz des Wintereinbruchs ist jetzt noch Pflanzzeit, solange der Boden nicht gefroren und das Wetter wieder etwas milder geworden ist. Wir haben uns bereits mit einigen Gewächsen befasst, die einen besonders schönen Herbstschmuck zeigen, zumeist Laub, dass sich im Herbst gelb, orangefarben oder rot in allen erdenklichen Abstufungen verfärbt.

Zieräpfel bringen Farbe ins Spiel: Ideal für Marmelade oder Saft

Herbst- und Winterschmuck geht aber auch anders. Früchte können durch ihre leuchtende Färbung bunte Farbe ins triste Herbstgrau bringen. Besonders zu erwähnen sind da die Zieräpfel. Sie sind in jeder Jahreszeit ein Hingucker im Garten und nicht nur schön, sondern auch nützlich – sowohl für uns Menschen als auch die Natur.

Zieräpfel heißen zwar so, die Früchte sind dennoch essbar, allerdings sehr klein (kirschgroß), im Schnitt maximal zwei Zentimeter im Durchmesser. Sie sind hart, haben ein eher säuerlich-herbes Aroma und hängen sehr fest. Man kann sie aber pflücken, zu Marmelade, Gelee, Saft, Mus oder Kompott verarbeiten. Besonders attraktiv sind eingelegte Zieräpfel im Glas. Die Farbe der Früchte reicht von gelb über gelbrot, orange bis hin zu verschiedenen Rottönen.

Zieräpfel bringen Farbe ins Spiel: Schutz vor Nagern einbauen

Die Äpfelchen beginnen im September zu reifen. Je nach Sorte können sie bis in den Januar hinein hängen bleiben. Hat der Frost sie mürbe gemacht, machen sich ganze Vogelschwärme über die Früchte her, sie sind also ein wichtiges Vogelfutter im Winter. Der Zierapfel ist je nach Sorte ein kleinerer bis normalwüchsiger Apfelbaum, wird drei bis acht Meter hoch und zwei bis fünf Meter breit. Mit der passenden Sorte ist ein Zierapfel also auch für einen kleineren Garten geeignet. Er möchte einen sonnigen Standort haben ohne Staunässe.

Das Pflanzloch heben wir schon Tage vorm Pflanzen etwa doppelt so groß aus wie der Ballen. Den Aushub reichern wir mit Kompost und Hornspänen an. Beim Pflanzen befüllen wir das Loch zunächst so weit mit dem Aushub, dass die Veredlungsstelle etwa zehn Zentimeter über dem Boden liegt. Sie erkennt man in der Regel an einem dicken Knubbel. Wer Last mit Wühlmäusen hat, sollte den Baum unbedingt in einen auch oben geschlossenen Drahtkorb aus feinmaschigem, rostenden Drahtgeflecht setzen. Einen Pflanz-pflock setzen wir am besten westlich des Stamms (Windschutz). Außerdem sollte der Stamm je nach Standort einen Schutz bekommen vor Nagern (Mäuse bis Hasen), die sich im Winter an der Rinde bedienen, und vor Rehböcken, die im Frühjahr den Stamm gerne zum Fegen ihres Geweihs nutzen und dabei oftmals die Rinde völlig zerstören. Zuletzt bauen wir noch einen Gießrand rund um die Pflanzstelle und gießen den Baum kräftig an, damit die Erde die Wurzeln gut umschließen kann.

Zieräpfel bringen Farbe ins Spiel: Regelmäßiger Schnitt nicht notwendig

Ein Zierapfel muss im Gegensatz zu den Kulturäpfeln nicht regelmäßig geschnitten werden, allenfalls werden trockene, kranke und innen zu dicht stehende Äste entfernt.

Im Frühling erfreut uns der Baum mit einem überreichen Blütenflor (Bienenweide). Noch eine gute Eigenschaft des Zierapfels: Er dient für die meisten Kulturapfelbäume als guter Bestäuber.

Für manche Ziergehölze wird es hingegen höchste Zeit, sie vor dem Frost in Sicherheit zu bringen.

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