- VonFrank Osiewaczschließen
Was schlummert im Boden auf dem Gelände der ehemaligen Herdfabrik an der Werler Straße? Schrittweise und über Detailanalysen erhofft sich die Stadt Aufschlüsse zum Schadensbild. Eine Teilentwarnung gab es schon.
Hamm – Wie gefährlich und wie verbreitet sind die Chemikalien im Erdreich an der Werler Straße, die die Herdfabrik Küppersbusch (vormals Woeste) als Altlasten dort hinterlassen hat? Laut Stadt gibt es nach ersten Untersuchungen zumindest für bestimmte Bereiche Entwarnung. Allerdings liefen noch weitere Detailuntersuchungen, hieß es von der Stadt. Erst ganz am Ende lasse sich ein vollständiges Schadensbild zu dessen Quelle und Umfang erstellen.
Bevor sich Stadt und ein Unternehmen, das den Namen Küppersbusch weiter geführt hatte, am 23. April vor dem Verwaltungsgericht Arnsberg in öffentlicher Verhandlung begegnen, wurden jetzt auf Nachfrage neue Details bekannt.
Stadt hielt Untersuchungen für erforderlich
Das war geschehen: In einem privat beauftragten Gutachten, das der Stadt zur Verfügung gestellt wurde, wurde erstmalig eine Belastung des ehemaligen Betriebsgeländes der Herdfabrik mit leichtflüchtigem halogenierten Kohlenwasserstoff (LHKW) festgestellt. Infolge des Nachweises der je nach Typus giftigen, krebserregenden Verbindung hielt die Stadt weitere Untersuchungen für erforderlich und ordnete diese gegenüber einem privaten Unternehmen an. Dagegen klagte das Unternehmen zwei Mal (2021 und 2023). In einem Eilverfahren scheiterte die Klägerin (2022).
Eine Belastung mit LHKW sei bislang nur auf dem früheren Betriebsgelände festgestellt worden, heißt es auf Nachfrage von der Stadt. Eine zwischenzeitlich erfolgte erste Beprobung von Messstellen auf der gegenüberliegenden (östlichen) Seite der Werler Straße habe keine Belastung mit LHKW ergeben. Für Anlieger und ihre Gärten gebe es dort daher nach dem aktuellen Erkenntnisstand keinen Handlungsbedarf.
Schadstoffausbreitung über das frühere Betriebsgelände hinaus?
Die Frage einer möglichen Schadstoffausbreitung über das frühere Betriebsgelände hinaus werde noch Gegenstand der aktuell laufenden Detailuntersuchung sein. Die Dauer dieser Untersuchung sei noch nicht abschätzbar, da sie wie in aller Regel auch hier stufenweise erfolge.
Das heißt: Aus den Erkenntnissen eines Schritts werden die Untersuchungen des nächsten Schrittes abgeleitet, bis ein ausreichend vollständiges Schadensbild zu Schadensquelle und Schadensumfang vorliegt. Darauf baue eine gegebenenfalls notwendige Sanierungsuntersuchung auf, in deren Rahmen dann die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen konkret ermittelt würden, heißt es aus dem Rathaus.
Lidl schweigt zum Bauvorhaben
Ob das Lidl-Bauvorhaben auf der Fläche des ehemaligen V&N Autohauses (Hausnummer 248) wegen eines Altlastenverdachts unter der Fläche ruht, ist bisher nicht bekannt. Lidl ließ eine Anfrage unserer Zeitung dazu und zu den weiteren Plänen auf der Fläche unbeantwortet. Die vom Bauordnungsamt erteilte Baugenehmigung sei noch gültig, teilt die Stadt auf Nachfrage mit.
Verhandlung am Verwaltungsgericht
Die öffentliche Verhandlung am Verwaltungsgericht Arnsberg findet statt am Dienstag, 23. April, um 11.30 Uhr in Saal I (Raum 207). Streitgegenstand: „Bodenschutzrechtliche Anordnung wegen Altlastenverdachts auf dem Gelände einer ehemaligen Herd- und Ofenfabrik“