- VonMonika Salzmannschließen
39 von 41 stimmberechtigten Mitgliedern der CDU Lüdenscheid haben sich für die parteilose Melita Alzorba als Kandidatin für die Bürgermeisterwahl ausgesprochen.
Lüdenscheid - Die CDU Lüdenscheid hat die parteilose Personalrätin Melita Alzorba offiziell zu ihrer Bürgermeisterkandidatin für die Kommunalwahl im September gekürt. Bei der Mitgliederversammlung am Samstag im renovierten Dahlmann-Saal, bei der die Wahl des Bewerbers für die Bürgermeisterwahl der zentrale Punkt auf der Tagesordnung war, gaben 41 stimmberechtigte Mitglieder ihre Stimme ab. Von ihnen sprachen sich 39 für Melita Alzorba aus. Eine Enthaltung und eine Gegenstimme gab’s. Die Direktkandidaten für die einzelnen Wahlbezirke hatte der Stadtverband bereits im Dezember gewählt.
Alzorba offiziell zur Bürgermeisterkandidatin gekürt: „Machen statt reden“
Als Wahlleiter achtete Dr. Matthias Heider auf die Einhaltung der Formalien. Zu der Wahlveranstaltung hieß Ralf Schwarzkopf (Vorsitzender) die Mitglieder willkommen. Am Herzen lag es ihm, über den Eklat im Weißen Haus zu sprechen. Die Szenen im Oval Office hätten einen massiven Vertrauensverlust in die transatlantischen Beziehungen mit sich gebracht. Folgerichtig sei daher, Geld für die Verteidigung und die Infrastruktur in die Hand zu nehmen. Folgerichtig sei jedoch auch, Strukturveränderungen voranzubringen, um Geld zu sparen. Kommunen müssten finanziell bessergestellt werden, um wieder handlungsfähig zu sein.
Derzeitige Entwicklung der Stadt bereite große Sorgen
Als wichtigen Schritt für die Zukunft der Stadt bezeichnete der Fraktionsvorsitzende Oliver Fröhling die Kür der Bürgermeisterkandidatin. Lüdenscheid habe schon bessere Zeiten erlebt, kommentierte er. Zahlreiche Beispiele, wo es hakt und hapert, führte er auf. Derzeit gebe es keine Vision, wie sich die Stadt entwickeln soll. „Wir brauchen eine Führung im Rathaus, die die Probleme anpackt.“ Es brauche eine funktionierende Verwaltung mit schlanken Prozessen. Er selbst sei zu 150 Prozent davon überzeugt, dass Melita Alzorba dafür die Richtige sei. Sie habe Verwaltungserfahrung und Mut, die Dinge anzugehen. Als Parteilose könne sie Brücken bauen. „Wer sie persönlich kennenlernt, wird sie wählen.“ Langanhaltenden Beifall erhielt Melita Alzorba für ihre Vorstellungsrede. „Ich möchte als Ihre Bürgermeisterin all meine Kraft dafür einsetzen, dass Lüdenscheid wieder eine Perspektive hat“, erklärte sie. „Lüdenscheid soll ein Ort sein, an dem Gemeinschaft und Lebensqualität im Vordergrund stehen.“
Die derzeitige Entwicklung der Stadt mache jedoch große Sorgen. Die Wirtschaft stehe vor großen Herausforderungen, der Märkische Kreis habe die höchste Arbeitslosenquote seit zehn Jahren. Von Insolvenzen, Kurzarbeit, Standortverlagerungen und Menschen in Sorge vor Arbeitsplatzverlust war die Rede. Überdies verliere die Innenstadt in rasanter Geschwindigkeit an Attraktivität. Auch das Thema Sicherheit sprach sie an. Die Folgen irregulärer Migration und mangelnder Integration seien spürbar. Traurig mache es sie zudem zu sehen, wie zugemüllt die Stadt ist. Menschen hätten ihr Vertrauen in die Politik verloren. In vielen Wahlbezirken sei deutlich zu sehen, dass radikale Kräfte gewinnen. „Das wird uns im nächsten Rat vor erhebliche Herausforderungen stellen.“ Politik habe den Auftrag, sich zu kümmern. „Oder wie ich sage: Machen statt reden!“
Lüdenscheid brauche ein integriertes Handlungskonzept. „Das Ziel muss sein, Lüdenscheid zu einem lebenswerten und attraktiven Standort zu machen, und zwar nachhaltig für die kommenden Generationen.“ Dafür gelte es, die Verwaltung aus starren und verkrusteten Strukturen zu lösen. „Es wird einfach Zeit für eine Rathausleitung, die sich in der Verwaltung auskennt, vertrauensvoll, verlässlich und zielorientiert ist.“ Sie werde priorisieren und Lösungen finden. Den gemütlichen Ausklang umrahmte Andreas Theil mit dezenter Hintergrundmusik.
Das sind die Direktkandidaten der CDU
Die Direktkandidaten für die 24 Wahlbezirke Lüdenscheids wählte der Stadtverband bereits im Dezember. Zur Kommunalwahl treten an: Michael Dregger (Wahlbezirk1),Christoph Weiland (WB 2), Gülpasa Erdogan (WB 3), Mario Maracic (WB 4), Mert Can Cetin (WB 5), Angelika Klassen (WB 6), Kai Lucas Karich (WB 7), Hans-Joachim Waibel (WB 8), Valeria Klette (WB 9), Miriam Schulte (WB 10), Andrea Feldmann (WB 11), Ralf Michael Schwarzkopf (WB 13), Susanne Mewes (WB 14), Gestimani Demirtzoglu (WB 15), Magdalena Schulte (WB 16), Michael Meyer (WB 17), Oliver Fröhling (WB 18), Rüdiger Rump (WB 19), Elisabeth Siebensohn (WB 20), Peter Klischat (WB 21), Anja Tadday-Schlichting (WB 22), Björn Weiß (WB 23) und Daniel Kahler (WB 24).