- VonStefan Gehreschließen
Nach dem großen Kupferdiebstahl wächst im CreativRevier Heinrich Robert die Sorge vor weiteren Schäden. Die Verantwortlichen dort und auch andere sehen die RAG in der Pflicht.
Pelkum/Herringen – Die Maschinenhalle, das Grubenmagazin, das Betriebsratsgebäude und ganz aktuell der Hammerkopfturm: Einbrecher und Vandalen haben in den letzten Monaten in vier markanten Gebäuden des CreativReviers Heinrich Robert – sie stehen noch unter Bergaufsicht und befinden sich im Eigentum der RAG – Schäden hinterlassen. Aus Sicht des künftigen Gebäudeeigentümers Jürgen Tempelmann kann das so nicht weitergehen. Er fordert die Eigentümerin auf, endlich etwas dagegen zu tun.
Damit steht er nicht alleine da. Auch Menschen wie Eugen Böger, Vorsitzender des Fördervereins Wiescherhöfen, machen sich Sorgen um die Entwicklung des CreativReviers und fordern die RAG beziehungsweise die RAG Montan Immobilien auf, sich besser um die Gebäude zu kümmern und bei ihrer Entlassung aus der Bergaufsicht schneller zu werden. Es sei schon zu viel Zeit ins Land gegangen. Auch Tempelmann fragt sich, in welchem Zustand sich die Gebäude präsentieren, wenn sie vielleicht erst in vier Jahren oder noch später in seinen Besitz übergehen. Denn erst dann habe er Zugriff darauf und könne sie mit neuem Leben füllen. Dadurch dürfte sich das Risiko von Zerstörungen deutlich verringern.
CreativRevier Heinrich Robert: RAG prüft Sicherungsmaßnahmen
Das Fass zum Überlaufen gebracht hatte bei ihm der Einbruch in den Hammerkopfturm, wo Unbekannte vor etwa 14 Tagen die Fördermaschine ausgeschlachtet und ein heilloses Chaos angerichtet haben. Mittlerweile hat auch die RAG den Schaden begutachtet. Gestohlen wurde rund eine Tonne Kupfer. Die RAG gab den Wert gegenüber der Polizei mit „nur“ 2000 Euro an. Konsequenzen daraus? Bis auf die Sicherung des Gebäudes gab es die bislang nicht. Wie RAG-Sprecher Christof Beike sagte, befände man sich aber in Gesprächen um zu sehen, wie man zumindest einzelne Gebäude besser sichern kann.
Denn auch der RAG ist klar: Wenn sie die denkmalgeschützten Gebäude übergibt, darf von ihnen „keine Gefahr mehr ausgehen“. Auch diejenigen, die sie verbotenerweise betreten, gelte es zu schützen. „Dazu sind wir verpflichtet.“ Zeitnah müsse auch geprüft werden, wie es sich beispielsweise mit der Statik der Gebäude – vor allem am Hammerkopfturm – verhält.
CreativRevier Heinrich Robert: „Nachnutzung der beste Schutz“
Bezüglich der von den Einbrechern verursachten Schadenshöhe und zu einer möglichen Wiederherstellung der Fördermaschine konnte Beike nichts sagen. Konkreter wurde da schon die Untere Denkmalbehörde. „Der Diebstahl hat nach unserer Kenntnis keine Auswirkungen auf den Denkmalwert der Anlage. Von daher sind aus unserer denkmalbehördlichen Sicht auch keine besonderen Maßnahmen zu ergreifen“, so Stadtsprecher Lukas Huster. Über den Schaden informiert wurden auch die Denkmalschützer des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe.
Tempelmann selbst indes befürchtet, dass hier und in anderen Gebäuden die Schäden weiter zunehmen, wenn die RAG als Eigentümerin nicht umgehend gegensteuert und die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Ein Zaun und Vorhängeschlösser reichten offenbar nicht aus, um vor allem die Gebäude zu sichern. Denkbar sei zum Beispiel eine Aufstockung des Sicherheitsdienstes, der nicht nur das Hauptgebäude im Blick haben sollte. Der beste Schutz vor Einbrechern und Vandalen wäre eine Nachnutzung der Gebäude. „Doch dazu muss ich sie erst einmal haben“, so der Investor, dem bislang unter anderem das Hauptgebäude gehört. Er selbst habe nach dem Einbruch in den Hammerkopfturm eine Kamera installiert. Immer wieder habe er Personen gesehen, die sich nachts – aus welchen Gründen auch immer – auf dem weitläufigen Gelände herumgetrieben haben. Bezüglich der Sicherungsmaßnahmen stehe er im ständigen Austausch mit der RAG.
CreativRevier Heinrich Robert: Polizei wertet Videosequenzen aus
Das war in den letzten Tagen auch bei der Hammer Polizei der Fall, nach deren Angaben seit Anfang 2022 im CreativRevier vier Anzeigen wegen Hausfriedensbruch und eine wegen schwerem Diebstahl gestellt wurden. Aktuelle Videosequenzen vom Hammerkopfturm liegen der Polizei mittlerweile vor und werden derzeit ausgewertet. Neben einzelnen Personen in den Sequenzen tauchen in einer Sequenz auch drei jüngere, männliche Personen zusammen als Tatverdächtige auf. Nach Angaben von Polizeisprecher Hendrik Heine werde die Polizei zu den relevanten Tatzeiten, also vornehmlich während der Dunkelheit/Nachtzeit, in unregelmäßigen Abständen und einsatzfreien Zeiten die Örtlichkeit anfahren.