Protesttag

Nächste Runde beim Apotheken-Streik – auch Hausärzte in NRW schließen

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Apotheken dicht, Hausarzt nicht erreichbar: Der Apotheken-Streik geht im November 2023 weiter. Am Protesttag demonstrieren in NRW die Ärzte mit.

Hamm - Wer am 15. November Medikamente benötigt oder zum Arzt gehen möchte, wird vor geschlossenen Türen stehen: Praxen und Apotheken in NRW planen einen gemeinsamen Protesttag. Bereits im Juni und September kam es zu einem bundesweiten Apothekenstreik. Am Streik-Tag treffen sich Apotheken-Teams aus Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland in Dortmund, um gegen die Politik von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zu protestieren, wie wa.de berichtet.

Warum streiken die Apotheken und Hausärzte am Protesttag am 15. November?

Die Apotheken und Hausärzte stellen sich gemeinsam am Streiktag gegen die aktuelle Gesundheitspolitik. Sie warnen davor, dass die Pläne des Gesundheitsminister Karl Lauterbach zur Leistungskürzungen für Patienten führen könnten.

Es geht um Geld, Medikamenten-Mangel und die Abschaffung der Budgetierung. „Elf Prozent der Apothekeninhaberinnen und -inhaber müssen mittlerweile Geld mitbringen, um ihre Apotheke zu betreiben. 30 Prozent sind wirtschaftlich gefährdet“, erklärt Sandra Dietrich-Siebert, die Vorsitzende der Bezirksgruppe Hochsauerland im Apothekerverband Westfalen-Lippe.

Laut Apothekenverband Westfalen-Lippe soll mit den neuen Gesundheitsreformen nicht mehr jede Apotheke individuelle Rezepturen herstellen, etwa für Kinder-Fiebersaft. Außerdem müsse die Vergütung für Apotheker erhöht werden, auch um die Apotheken zu erhalten und die Wege für Patienten durch ein breites Angebot möglichst kurzzuhalten.

Geplant ist für die Mitarbeiter der Apotheken am 15. November ein Protest-Zug durch Dortmund.

Apotheken-Streik am 15. November: Auch die Hausärzte protestieren

Die Hausärzte werden am 15. November ebenfalls protestieren. Die Hausärzte planen am Streiktag ab 10 Uhr eine Fortbildung, die Praxen bleiben dann geschlossen. Für Notfälle wird jedoch noch gesorgt. Wer planmäßig an diesem Tag zum Arzt muss, sollte seinen Termin lieber auf einen anderen Zeitraum verlegen.

Der Hausärzteverband Westfalen-Lippe hat bereits angekündigt, den Apotheken-Streik in Dortmund vor Ort zu unterstützen.

Wenn die Apotheken am Protesttag geschlossen sind - woher bekomme ich Medikamente?

Auch Apotheken-Notfälle sollen am 15. November trotz des Streiks versorgt werden: Die Apotheken-Notdienste laufen weiter. Sie können über das Gesundheitsportal der deutschen Apothekerinnen gefunden werden. Wer planmäßig Medikamente benötigt, sollte sie aber lieber an einem anderen Tag besorgen. Für die Notfall-Apotheken müssen gegebenenfalls längere Strecken auf sich genommen werden.

Auch für den Erhalt der Notapotheken gehen die Protestierenden am 15. November auf die Straße: „Noch gibt es sie zum Glück“, betont Thomas Rochell, Vorsitzender des Apothekerverbands Westfalen-Lippe.

Ist der Apotheken-Streik nach dem 15. November beendet?

Nein, der Apotheken-Streik währt den gesamten November. Jeden Mittwoch bleiben in einer anderen Region in Deutschland die Apotheken geschlossen. Der 15. November ist der offizielle Streik-Tag für die Region Nordrhein-Westfalen, aber auch Apotheker aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland werden demonstrieren.

Rubriklistenbild: © Fredrik von Erichsen/dpa

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