Art breitet sich aus

Knapp 100 Sichtungen der Asiatischen Hornisse in NRW – Mithilfe der Bürger benötigt

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Die Asiatische Hornisse – auch Vespa Velutina genannt.
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In diesem Jahr gab es in NRW bereits knapp 100 Sichtungen: Die asiatische Hornisse breitet sich aus. Wer sie entdeckt, wird gebeten, sich zu melden.

Hamm - 2020 wurde die asiatische Hornisse erstmals in Nordrhein-Westfalen gesichtet. Seit April 2023 gab es nun knapp 100 Sichtungen. Die steigende Population der invasiven Art bereitet unter anderem Imkern große Sorgen.

Mehr als 100 Sichtungen in NRW: Lanuv bietet asiatische Hornisse zu melden

Die asiatische Hornisse oder auch Vespa Veluntina stammt ursprünglich aus Südostasien. 2004 fand die Art ihren Weg über Frankreich nach Europa. Auch in Deutschlands Nachbarländern, Belgien und den Niederlanden, breitet sich die Hornissen-Art stetig aus. Nun häufen sich die Sichtungen auch in NRW. Wie eine Sprecherin des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erklärte, gab es seit April 95 bestätigte Sichtungen. Dazu zählen neben den Sichtungen von einzelnen Tieren auch die von Nestern.

Damit die Verbreitung der Vespa Veluntina in NRW im Blick behalten werden kann, bittet das Lanuv deshalb auch um Mithilfe aus der Bevölkerung. Sollte eines der Tiere gesichtet werden, kann der Sichtungsort mithilfe der Neobiota-Survey App gemeldet werden. Mit dieser kann auch direkt ein Bild des Tiers zu Überprüfung übermittelt werden. Alternativ ist eine Meldung auch bei der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde möglich.

Unterscheidung von der Europäischen Hornisse

Eine Unterscheidung zu den heimischen Hornissen ist dabei relativ verlässlich möglich, denn die Einwanderer weisen ein paar markante Abweichungen auf. Zum einen ist die asiatische Art etwas kleiner als ihre europäischen Verwandten. Ihr Kopf ist größtenteils dunkel, lediglich im vorderen Bereich des Kopfes liegt eine gelbe Färbung vor. Auch der Körper ist größtenteils dunkel gefärbt. Im hinteren Bereich des Körpers weist sie vereinzelt dünne gelbe Ringe auf. Die Beine sind an den Spitzen gelb.

Die Asiatische Hornisse.

Die heimische Vespa crabro ist hingegen am Kopf rötlich und der Hinterleib ist blassgelb und mit schwarzen Streifen gefärbt. Anders als die europäischen Hornissen kann die asiatische nachts nicht fliegen.

Eine hier heimische Hornisse (Vespa crabrohat).
NameAsiatische Hornisse (Vespa velutina)
GrößeKönigin: bis 30 mm / Arbeiterin: bis 24 mm
VorkommenHeimisch in Südostasien. 2004 erstmals in Europa in der Nähe von Bordeaux festgestellt. Nun auch in NRW.
NistplatzHauptsächlich im Freien, in Baumkronen oft in über 10 Metern Höhe
FarbeGrößtenteils dunkler Kopf, Körper ebenfalls dunkel, gelber Hinterleib und Beinspitzen

Asiatische Hornisse in NRW: Imker fürchten um ihre Bienenvölker

Auch wenn laut Lanuv aktuell noch kein negativer Einfluss messbar ist, fürchten viele Imker um ihre Bienenvölker. Die in Deutschland heimischen Bienenarten haben im Gegensatz zu ihren asiatischen Artgenossen keine Abwehrmechanismen gegen die invasive Hornissen-Art entwickelt. Zwar hat die Einschleppung von Tieren häufig negative Folgen für fremde Lebensräume. Regelrechte Killer ist die Asiatische Hornisse laut eines Experten aber nicht.

Da die Tiere unter Naturschutz stehen, ist es strengstens verboten, die Tiere auf eigene Faust zu beseitigen. Sowohl das Töten, als auch das Fangen von Hornissen kann mit hohen Strafen von bis zu 65.000 Euro geahndet werden.

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