Mystisches Ausflugsziel

Auf den Spuren des Übernatürlichen: Hexenpfad in NRW führt durch alte Burgruine

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Ein Rundweg voller Spukgeschichten wartet im Norden von NRW auf Wanderer. Echte Zeitgeschichte und alte Hexen-Legenden treffen aufeinander.

Tecklenburg – Heute ist fast nichts mehr von den Konflikten der damaligen Zeit zu sehen. Der historische Markplatz oder die Burgruine lassen nur noch erahnen, an welchen Orten in Tecklenburg Menschen der Hexerei beschuldigt und verfolgt worden sind. Ein mystischer Wanderweg begibt sich auf den Spuren dieser dunklen Zeit – und hat dabei noch viele alten Geschichten parat.

Der Wierturm ermöglicht einen schönen Ausblick über das Tecklenburger Umland.

Der rund fünf Kilometer lange Wanderweg eignet sich für die ganze Familie. Für die Jüngsten gibt es nämlich eine Abenteuer-Geschichte, die mit dem Wanderweg verknüpft ist.

Hexenpfad mit echter Zeitgeschichte

Im Herzen der Stadt Tecklenburg beginnt der Wanderweg, der nicht so genutzt wird, wie die besonders beliebten Routen in NRW. Durch das Torhaus – ein ähnliches Gebäude steht in der Nachbarstadt Lengerich – führt der Weg hinaus aus der Stadt. Damit die Wanderer nicht vom Weg abkommen, ist die Route gekennzeichnet. Jedoch nicht etwa durch normale Schilder. Stattdessen zeigt eine schneeweiße Hexe auf einem Besen den Weg. Sie ist auf Holzgeländer oder Felsen gemalt ist und begleitet die Wanderer auf der Tour. Die erste historische Station ist die Burgruine und der im Jahr 1887 wiederaufgebaute Wierturm.

Namensgeber war der Arzt Johann Weier, der in Tecklenburg lebte. Der Mediziner verfasste ein Werk, das die Echtheit von Hexerei anzweifelte und sich später zu einem der Hauptwerke für die Gegner von Hexenprozessen entwickelte. Wenn er geöffnet ist, lohnen sich auch die Treppen, die auf den Turm führen. Von dort ergibt sich ein schöner Blick auf das Tecklenburger Umland. Der Weg führt dann zu einem Innenhof, auf dem sich früher Hexen zum Tanz getroffen haben sollen.

Mystische Geschichten

Am Burghang entlang führt der Pfad dann weiter. Das nächste spannende Ziel ist die Hexenküche. Der Legende nach sollen die Hexen an der Felsformation früher ihre Tränke gebraut haben. In der Nähe befindet sich ebenfalls eine ins Gestein geschlagenen Höhle. Das aufklaffende Loch soll der Eingang zu einer alten Grabkammer sein.

Eine andere Felsformation ist mit weiteren mythischen Geschichten aufgeladen. Bei dem sogenannten Heidentempel soll es sich um eine alte Opferstelle handeln. Eine kleine Niesche wurde scheinbar von Menschenhand in den Stein gehauen.

Zwischen den Felsen und den wild gewachsenen Baumwurzeln sollen der Legende nach die Tränke der Hexen gebraut worden sein.

Spannende Erzählung für Kinder

Um die Tour für Kinder besonders spannend zu machen, gibt es die Geschichte der kleinen Hexe Loki Lockenkopf. Zu jeder der Stationen gibt es ein kleines Kapitel mit einer spannenden Erzählung zu dem Ort. Durch die kleinen Spukgeschichten wird die rund fünf Kilometer lange Tour auch für junge Wanderer zum Erlebnis.

Rubriklistenbild: © IMAGO/imageBROKER/Thomas Robbin

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