Rekordverdächtig: Besucher feiern „Sister Act“ in Hamm
VonMarkus Hanneken
schließen
Die Waldbühne Heessen hat in diesem Jahr einen echten Knaller gelandet. Mit dem Musical „Sister Act“ fährt die Spielschar aus Hamm aktuell auf einem Rekordkurs.
Hamm - Das Musical „Sister Act“ ist das erfolgreichste Programm der Waldbühne Hamm-Heessen seit 14 Jahren. Kurz nach dem Start die zweite Saisonhälfte 2023 liegen bemerkenswerte Zahlen vor: Sollten auch die verbleibenden Termine ausverkauft werden, wie es für 15 schon jetzt gilt, dann werden am Ende rund 26.250 Besucher dabei gewesen sein. Die aktuelle Inszenierung von Regisseur Wolfgang Barth geht zurück auf den gleichnamigen Kultfilm mit Whoopie Goldberg, verwendet aber nicht dessen weltberühmten Soundtrack.
Zum Vergleich: Als bestverkauftes Programm seit der Inbetriebnahme der neuen Tribüne (1993) gilt der Klassiker „Anatevka“ mit knapp 27.000 Besuchern im Jahr 2009. Beide genannten Erfolgsstücke wurden beziehungsweise werden 18 Mal aufgeführt.
Ohnehin war die Saison 2009 eine besonders starke: Zusammen mit „Wickie“ und „Jim Knopf“ lockte „Anatevka“ damals an insgesamt 46 Tagen knapp 68.000 Besucher nach Heessen. Von dieser Gesamtzahl ist die Spielzeit 2023 (43 Tage) weit entfernt - für das „Sams“ wurden bislang 10.500 und für die „Olchis“ 18.200 Tickets verkauft. Wichtiger ist dem Team jedoch, dass es „nach Corona wieder spürbar bergauf“ gehe, so Waldbühnensprecher André Kollas.
Musical „Sister Act“ auf der Waldbühne Heessen 2023
Apropos Corona: Die Gelder aus den Förderprogrammen habe man gut gebrauchen und sinnvoll einsetzen können, betont Kollas. So seien inzwischen zum Beispiel nur noch energiesparende LED-Lampen verbaut, und ein neues Bühnen-Backlight sorge am Abend für deutlich atmosphärischeres und professionelleres Gesamtlicht.
Hinterlegt sind die Besucherzahlen der Waldbühne Heessen bereits seit dem Jahr 1925. Das erfolgreichste Stück der Nachkriegszeit war demnach „Im weißen Rössl“, das 1955 30 Mal vor insgesamt 56.000 Besuchern gespielt wurde. Der Allzeitrekord geht zurück auf das Jahr 1938: „Der alte Dessauer“ lockte an 28 Tagen sage und schreibe 85.000 Besucher nach Heessen. Wobei der Strukturen - etwa die Tribünenkonstruktion mit Holzbänken und die Zahl der pro Saison gespielten Vorlagen - damals komplett anders waren als heute.
Waldbühne Heessen wird 100 Jahre alt
Im kommenden Jahr wird die Waldbühne übrigens 100 Jahre alt; als Gründungsdatum gilt der 7. Juli 1924. Zum Jubiläumsprogramm liegen allerdings noch keine offiziellen Informationen vor.
Die Einrichtung in Heessen ist eine der besucherstärksten Amateur-Freilichtbühnen Deutschlands. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern des Verbandes Deutscher Freilichtbühnen.
Infos, Tickets und Termine für die verbleibenden Vorstellungen gibt es in der Geschäftsstelle in der Waldbühne und online auf www.waldbuehne-heessen.de.