Vorfreude auf der Waldbühne: „Sister Act“ feiert Premiere
VonHolger Krah
schließen
Singende Nonnen wollen in Hamm begeistern: Die Waldbühne Heessen zeigt als eines der ersten Amateurtheater überhaupt den Filmklassiker „Sister Act“ als Musical.
Hamm – Es war einer der Kultfilme der Neunzigerjahre: „Sister Act“ mit Whoopie Goldberg als Nachtclubsängerin Dolores Van Cartier, die sich als Zeugin eines Mordes in einem Frauenkloster versteckt und den dortigen Nonnenchor aufmischt. Auch die Musicalfassung feierte in London, aber auch in Hamburg, Stuttgart und Oberhausen große Erfolge. Das soll nun auch in Hamm klappen.
„Jetzt ist das Musical auch für Amateurtheater freigegeben, und wir als Waldbühne Heessen sind eine der ersten Amateurbühnen in Deutschland, die die Aufführungsrechte für ,Sister Act‘ bekommen haben“, sagt Spielleiter Wolfgang Barth voller Vorfreude. Am Samstag, 27. Mai, um 20 Uhr ist Premiere. Durch Zufall hatte Barth mitbekommen, dass „Sister Act“ 2022 bei den Freilichtspielen in Tecklenburg gezeigt wurde, hatte sich die Vorstellung angeschaut und war sofort begeistert von dem Stück. Sein Entschluss stand fest: „Das müssen wir auf der Waldbühne auch spielen.“
Passt eigentlich so gar nicht in ein Kloster: Nachtclubsängerin Dolores (Jessica Feldkötter) versteckt sich hier als Zeugin eines Mordes und bringt bald den Nonnenchor in Schwung.
Schnell war der Waldbühnen-Vorstand überzeugt, und Barth ist sicher: „Das Stück wird das Publikum begeistern.“ Und das liegt natürlich vor allem an der mitreißenden Musik. Auch wenn es nicht Songs wie „I Will Foolow Him“ aus dem Kinofilm mit Whoopie Goldberg sind. Für die Musicalfassung hat Komponist Alan Menken, der für Disney gearbeitet und auch die Stücke für den „kleinen Horrorladen“ komponiert hat, mitreißende Lieder geschrieben. „Bei den Proben läuft die Musik immer, man kann gar nicht still sitzen und wippt sofort mit“, berichtet Barth.
„Sister Act in Heessen“: 20 Songs zwischen Gospel, Soul und Disco
Die Nachtclubsängerin Dolores, die in dem Kloster unter dem Namen Schwester Mary Clarence untertaucht, wird von Jessica Feldkötter verkörpert, die im vergangenen Jahr die Pflanze aus dem kleinen Horrorladen gespielt und deren Songs gesungen hat. Aber Feldkötter ist nicht die Einzige, die in „Sister Act“ singt: Es gibt gleich zwei Nonnengruppen, und die eine, die den Nonnenchor verkörpert, hat naturgemäß jede Menge Songs. Birgit Copony hat mit den Frauen die Lieder einstudiert.
„Das sind über 20 Stücke von Gospel und Soul bis zu Disco-lastigen Songs“, sagt Copony. Und so hat die „Sister Act“-Crew jede Menge Proben: Schauspiel, Chor- und Sologesang, Tanz ...
Die Choreografie der Gesangs- und Tanzszenen übernimmt Helene Hellmich, die auch eine der Nonnen spielt.
„Sister Act in Heessen“: besonders viele Frauen diesmal dabei
„Die Besonderheit von ,Sister Act‘ ist, dass so viele Frauen mitspielen“, erzählt Barth. „So können die Frauen aus der Waldbühnenspielschar diesmal in den Vordergrund treten.“ Die Nonnenkostüme seien alle extra für das Stück genäht worden, bei den anderen konnten die Schauspieler auf den großen Waldbühnenfundus zurückgreifen. Schließlich gibt es auch einige Männer unter den 90 Aktiven auf der Bühne – darunter auch die Gangster, die Dolores alias Schwester Mary Clarence auf den Fersen sind.
Die Waldbühne wird für „Sister Act“ in ein Kloster verwandelt samt Kircheninnenraum und bunter Kirchenfenster, die von hinten beleuchtet werden können. Und es gibt links auf der Bühne die Polizeistation und rechts den Nachtclub, in dem die Gangster sitzen.
So gibt es also viel zu sehen – und zu hören: „Die Chornummern sind bombastisch“, verspricht Barth voller Vorfreude.
Termine und Tickets
Das Musical „Sister Act“ feiert am Samstag, 27. Mai, um 20 Uhr Premiere auf der Waldbühne Heessen. Weitere Auftritte sind am Freitag, 2. Juni, und Samstag, 3. Juni, um jeweils 20 Uhr, Samstag, 17. Juni, um 21 Uhr, Samstag, 15. Juni, 20 Uhr, Sonntag, 23. Juni, 16 Uhr, sowie Samstag, 29. Juli, Samstag, 5. August, Freitag, 11. August, Freitag, 18. August, Samstag, 19. August, Samstag, 26. August, und Samstag, 2. September, jeweils um 20 Uhr, Mittwoch, 6. September, 17 Uhr sowie abschließend am Samstag, 9. September, um 20 Uhr.
Karten gibt es in der Geschäftsstelle der Waldbühne, Telefon 309090, sowie mit direkter Platzwahl im Internet. Die Tageskasse öffnet 90 Minuten vor Spielbeginn. (Die Premiere ist noch nicht ausverkauft.)