- VonStefan Gehreschließen
Nach 20 Jahren steht die Lidl-Filiale in Pelkum vor dem Aus. Das Unternehmen äußert sich zu den Gründen. Es könnte einen neuen Standort geben.
Pelkum – „Nach umfassender Prüfung planen wir den Standort zu Ende Februar 2024 zu schließen, da die Filiale nicht mehr die Anforderungen erfüllt, die wir an unsere Lidl-Filialen stellen“, teilte Steffen Mehrhoff, Immobilienleiter der Lidl-Regionalgesellschaft Bönen, auf Anfrage mit. Ganz will sich das Unternehmen aber nicht aus dem Stadtbezirk Pelkum in Hamm verabschieden: „Unabhängig von der Filiale in Hamm-Pelkum haben wir Interesse an einer Ansiedlung im Creativ-Revier Heinrich Robert“, sagte er.
Filiale an der Kamener Straße 2003 eröffnet
Lidl hatte den Standort an der Kamener Straße 176 mit 660 Quadratmeter Verkaufsfläche am 10. April 2003 als Ersatz für die Filiale am Wiescherhöfener Marktplatz eröffnet. Es handelt sich um ein Mietobjekt. Mehrhoff bat daher um Verständnis dafür, dass man keine Aussagen zu vertraglichen Vereinbarungen mit Dritten treffe. Jedoch bemühe man sich derzeit darum, einen potenziellen Nachmieter für das Objekt zu finden.
Dies liegt auch im Interesse der Stadt und der Politik, die die Schließung der Filiale bedauerten. „Es handelt sich um eine unternehmerische Entscheidung, auf die wir keinen Einfluss haben“, so Bezirksbürgermeister Axel Püttner und Stadtbaurat Andreas Mentz. Nun gelte es, einen Leerstand an dieser Stelle zu vermeiden. Daher werden die Hammer Wirtschaftsagentur „Impuls“ beziehungsweise die Stadt bei der Suche nach einem neuen Mieter behilflich sein.
Neuansiedlung im Creativ-Revier geplant
Lidl selbst möchte, wie das Unternehmen bestätigte, im rund 1,5 Kilometer vom derzeitigen Standort entfernten Creativ-Revier eine neue Filiale eröffnen. An der Kamener Straße in Höhe des bestehenden Netto-Markts soll zeitnah ein Dienstleistungs- und Fachmarktzentrum entstehen, in dem Lidl eine „Magnet-Funktion“ übernehmen könnte. Geplant sind hier unter anderem auch ein Drogeriemarkt, ein Getränkemarkt sowie ein Fahrradgeschäft. Entwickelt werden soll der Bereich von der Firma Ten Brinke.
Zum Standort selbst wollte sich Lidl noch nicht konkret äußern, da man sich aktuell „in der Planungsphase und in Gesprächen mit der Stadt Hamm befindet“. Aber: Die Expansion sowie der Ausbau des Filialnetzes gehörten zu den zentralen Treibern für ein nachhaltiges Wachstum des Unternehmens, so Mehrhoff.
Areal muss erst aus Bergaufsicht entlassen werden
„In unserer täglichen Arbeit übernehmen wir aber auch ökonomische, soziale und ökologische Verantwortung. Das heißt, dass wir in unserer Geschäftstätigkeit grundsätzlich nicht auf eine kurzfristige Entwicklung ausgerichtet sind, sondern langfristig und wirtschaftlich denken.“ So sichere man die traditionell hohe Stabilität des Unternehmens für die Mitarbeiter. „Vor diesem Hintergrund prüfen wird weiterhin unverändert, welche Bestandsfilialen wir weiterentwickeln oder welche Baumaßnahmen wir zu welchem Zeitpunkt in die Umsetzung bringen.“
Voraussetzung für den Bau des Fachmarktzentrums sind die Entlassung des Bereichs aus der Bergaufsicht und die Rechtskraft des Bebauungsplans „05.081“. In dem dazugehörigen Einzelhandelsgutachten wurde unter anderem die Ansiedlung eines Lebensmitteldiscounters auf maximal 1. 250 Quadratmetern näher betrachtet.
Es ist davon die Rede, dass es sich um Lidl handelt und dass das Unternehmen seinen „bisherigen Standort in Alt-Pelkum verlässt und auf erweiterter Fläche in eine neu errichtete Filiale im Creativ-Revier zieht“. Weiter heißt es: „Eine Nachfolgenutzung durch einen Lebensmittelmarkt in Alt-Pelkum ist sicherzustellen“.
Hohe Konkurrenz der Discounter
In dem Gutachten wird ferner auf den „stark ausgeprägten lokalen Wettbewerb“ verwiesen. Neben den beiden an der Kamener Straße vorhandenen Discountern, Aldi und Netto, werden explizit auch die Filialstandorte von Netto in der Selmigerheide sowie die nahe gelegenen Discounterstandorte in Herringen (Aldi, Netto, Penny) und dem Hammer Westen (unter anderem Aldi, Lidl und Netto) genannt.
Die Gutachter gehen davon aus, dass der zu verlagernde Lidl-Lebensmittelmarkt „zukünftig bestenfalls einen Filialumsatz von etwa 8,1 Millionen Euro bei einer zukünftigen Verkaufsfläche von rund 1 .250 Quadratmetern korrespondiert“.
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