Ende einer Ära

Aus nach 121 Jahren: Weltweit bekanntes Unternehmen aus NRW stellt Produktion ein

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Nach 121 Jahren ist die Ära Merten & Storck in Drensteinfurt vorbei. Zum 30. September wurde die Produktion in dem ältesten Industrieunternehmen der Stadt eingestellt.

Drensteinfurt – Das älteste Industrieunternehmen der Stadt ist Geschichte. Nach 121-jähriger Firmentradition hat Merten & Storck die Produktion in seinem Stanz- und Emaillierwerk Ende September endgültig eingestellt. Was bleibt, ist die Erinnerung an den Erfolg ihrer international bekannt gewordenen Marke „Kochstar“.

Aus nach 121 Jahren: Weltweit bekanntes Unternehmen stellt Produktion ein

„Am 30. September war der letzte Arbeitstag in unseren Produktionsabteilungen“, teilt Prokurist Angold Eichler auf WA-Anfrage mit. Bis zum Jahresende sei das Unternehmen noch mit Restarbeiten auf dem Gelände beschäftigt, anschließend werde der Standort geräumt.

Mit einem Schild wirbt das Unternehmen für den Werksverkauf, der noch bis Dezember samstags laufen wird.

Bereits im Sommer war bekannt geworden, dass Merten & Storck seine Produktion in Drensteinfurt einstellen würde. „Diese Entscheidung ist eine Reaktion auf jahrelang rückläufige Verkaufszahlen und ein anhaltend schwieriges Marktumfeld“, hatte „The Cookware Company“, zu der Merten & Storck seit 2019 gehörte, im Juli mitgeteilt.

Seinen internationalen Durchbruch feierte „Kochstar“ ab 1973 mit der Vorstellung des ersten elektronischen Einkochers und Glühweintopfes. Auf vielen Weihnachtsmärkten – aber auch in zahlreichen Privat- und Großküchen – sind die Produkte der weltweit bekannten Marke noch heute im Gebrauch.

Merten & Storck: Wirtschaftliche Turbulenzen seit der Jahrtausendwende

Bereits rund um die Jahrtausendwende geriet das ortsansässige Unternehmen erstmals in wirtschaftliche Turbulenzen. Mit der Ausweitung der Produktion auf Bauteile für die Automobilindustrie, der Übernahme durch die Omeras GmbH im Jahr 2007 und dem Übergang in den Besitz der belgischen „The Cookware Company“ konnte der Betrieb über die Jahre jedoch trotz allem aufrechterhalten und weiterentwickelt werden.

Lieferschwierigkeiten während der Corona-Pandemie, die Abhängigkeit von Importen und gestiegene Rohstoffpreise aufgrund des Kriegsgeschehens in der Welt stürzten das Unternehmen dann erneut in eine Krise. Seit drei Jahren sei die Produktion laut Eichler deutlich zurückgegangen und der Betrieb habe zunehmend Verluste eingefahren.

Für einen Großteil der 43 von der Schließung betroffenen Mitarbeiter war bereits am 30. September Schluss. Über ihre Zukunft machte das Unternehmen keine Angaben. Laut Angold Eichler läuft der Abverkauf der Lagerbestände im Werk vom 11. Oktober bis zum 14. Dezember weiter, geöffnet hat Merten & Storck immer samstags von 10 bis 14 Uhr. „Auch die Bestellungen in unserem Online-Shop werden noch bis zum Jahresende ausgeliefert“, teilt Eichler mit.

Gebäudekomplex am Ladestrang: Nachnutzung ungewiss

Unklar ist, wie es mit dem Gebäude am Standort Ladestrang 1 künftig weitergeht. Eine Auskunft zur Nachnutzung konnte Eigentümer Klaus Storck am Mittwoch nicht geben.

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Rubriklistenbild: © Matthias Kleineidam

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