VonLena Seiferlinschließen
Schon seit Jahren macht Modehersteller Gerry Weber mit finanziellen Problemen und Filialschließungen Schlagzeilen. Nun hat die Kette erneut Insolvenz beantragt.
Halle - Lange Zeit war die Damenmode-Kette Gerry Weber aus den Innenstädten von NRW nicht wegzudenken. Mehr als 40 Filialen hatte der Modehersteller mit Sitz in Nordrhein-Westfalen in Städten vom Rheinland über Dortmund bis Münster. Doch die finanzielle Lage der Marke sorgt wieder und wieder für Probleme.
Nach Filialschließungen: Modehersteller Gerry Weber aus NRW stellt wieder Insolvenzantrag
Am Dienstag, 11. März, stellte Gerry Weber erneut einen Antrag auf Insolvenz beim Amtsgericht Bielefeld in Eigenverwaltung. Das teilte die Deutsche Presse-Agentur (dpa) mit. Von der Insolvenz betroffen ist die Muttergesellschaft Gerry Weber International GmbH. Zuvor hatte die Wirtschaftswoche darüber berichtet. Bereits im April 2023 hatte es einen Insolvenzantrag gegeben, nach dem 122 der 171 Filialen in NRW geschlossen werden mussten, darunter auch die Filiale im Allee-Center.
Zur ersten Sanierung kam es 2019, damals mussten ebenfalls 120 Gerry-Weber-Läden dichtmachen, insgesamt fielen weit mehr als 450 Stellen weg.
Gerry Weber in Schieflage: Ziel ist, den Betrieb aufrecht zu halten
Ziel der aktuellen Sanierung ist, dass Gerry Weber auch diesmal weitermachen kann. Sachwalter ist Lucas Flöther. Der Geschäftsbetrieb in den 32 noch bestehenden eigenen Shops und 11 Outlets soll diesmal ohne Einschränkungen fortgesetzt werden. Es wird ein neuer Eigentümer gesucht, Gespräche laufen demnach bereits.
Schwache Kauflust in Deutschland soll der Grund sein
Der Restrukturierungsexperte Christian Gerloff, der den Prozess begleiten soll, begründet den Insolvenzantrag mit dem schwachen Konsumklima in Deutschland und anderen Ländern Europas. Dies trage dazu bei, dass es trotz der bereits erfolgten tiefen Einschnitte in den vergangenen Jahren nochmals nötig sei, Strukturen und Strategie anzupassen. Auch der Handel in Hamm litt 2024 unter der gesunkenen Kaufkraft. Für dieses Jahr hoffen die Händler auf mehr Kauflaune.
Gerry Weber ist nach eigenen Angaben in mehr als 60 Ländern vertreten und zählt demnach zu den größten Modekonzernen in Deutschland. Das 1973 gegründete Unternehmen beschäftigt im gesamten Konzern rund 1.000 Menschen.
Die Damenmode-Kette reiht sich ein in diverse weitere Schließungen. Vor knapp einem Jahr schloss Galeria Karstadt Kaufhof drei Filialen in NRW, im August vergangenen Jahres folgte die Modemarke Esprit mit einem Insolvenzantrag. Im gleichen Monat ging auch das Modeunternehmen SiNN insolvent, wo jedoch der Geschäftsbetrieb aufrechterhalten werden soll. (mit dpa-Material)
