VonJonah Reuleschließen
Der Goldschakal wird immer wieder in verschiedenen Teilen Deutschlands nachgewiesen. Auch in NRW gab es bereits Sichtungen. Laut Experten könnte es weitere geben.
Köln – Immer mehr Tiere aus anderen Ländern werden in Deutschland heimisch. Mit dem Goldschakal breitet sich seit einiger Zeit eine hundeähnliche Tierart in Deutschland aus. Immer wieder werden die Tiere dabei auch gesehen. So gab es bereits in Bayern Nachweise des Goldschakals. In Baden-Württemberg wurde sogar ein Goldschakal-Nachwuchs dokumentiert, wie bw24 berichtet. In NRW wurde ein Goldschakal erstmals 2020 in Mülheim gesichtet. Doch wie sieht es aktuell aus? Breitet sich der Goldschakal in NRW weiter aus? 24RHEIN hat beim Naturschutzbund (NABU) NRW nachgefragt.
Goldschakal in NRW bisher zweimal gesichtet – Verbreitung laut NABU aber wahrscheinlich
Die erste Sichtung eines Goldschakals gab es in Deutschland 1997 in Brandenburg. In NRW wurde der Goldschakal laut dem NABU NRW bisher zweimal gesehen. Die letzte Sichtung gab es im Jahr 2022. Damals wurde ein Goldschakal von einer Wildkamera bei Hamm erfasst. „Seither gab es keine weiteren Nachweise des Goldschakals mehr in NRW“, erklärt eine Sprecherin des NABU gegenüber 24RHEIN.
Klingt erstmal nicht nach viel. Dass sich die aus Südostasien, Zentral-, Ost- und Südeuropa stammenden Tiere trotzdem in NRW ausbreiten, sei dennoch wahrscheinlich. „Durch die Sichtungen hier und auch in anderen Teilen Deutschlands, kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass sich der Goldschakal auch in NRW verbreitet“, so die Sprecherin. Beim NABU geht man bislang von einigen wenigen Goldschakalen in NRW aus.
Goldschakale in NRW: Klimawandel und weitere Faktoren als mögliche Ursachen
Eigentlich sind Goldschakale in Ländern wie Griechenland, Rumänien oder auch Ungarn verbreitet. Dennoch gibt es laut NABU einige Gründe, die eine Ausbreitung der Tiere in Deutschland erklären könnten. Dazu zählen laut der Sprecherin unter anderem der Klimawandel und Nahrungsknappheit in den ursprünglichen Revieren der Goldschakale. „Aber auch wenn Reviere knapp werden oder sich die Bewirtschaftung der Flächen ändert, kann es vorkommen, dass Goldschakale weiterziehen“, erklärt die Expertin.
Neue Tierart breitet sich in NRW aus: So erkennt man einen Goldschakal
Goldschakale können laut dem Deutschen Jagdverband (DJV) zwischen 70 und 90 Zentimeter lang und bis zu 50 Zentimeter hoch werden. Der Schwanz ist dabei etwa 20 bis 30 Zentimeter lang. Vom Erscheinungsbild ähnelt der Goldschakal dem Wolf, ist laut NABU allerdings etwas kleiner. Auch am Kopf lassen sich beide Tiere gut voneinander unterscheiden.
Während das Haupt des Goldschakals schmal und langgestreckt ist, wirkt es beim Wolf wegen dessen kürzerer und breiterer Schnauze eher dreieckig. Das Fell eines Goldschakals hat zumeist eine rostbraune bis goldrote Färbung. Ein weiteres Kennzeichen der Tiere ist laut dem DJV die weiße Färbung im unteren Bereich der Schnauze.
Goldschakal
► Gattung: Wolfs- und Schakalartige Tiere
► Länge: 70 bis 90 Zentimeter
► Aussehen: Ähnelt einem Hund oder Wolf, rostbraunes bis goldrotes Fell, weiße Färbung im unteren Schnauzenbereich
► Lebensraum: Flexibel, meidet allerdings offene Landschaften
► Herkunft: Südostasien, Zentral-, Ost- und Südeuropa
► Beute: kleine und mittelgroße Säugetiere, wie Mäuse, Frösche oder auch Schafe
► Nachweise in NRW: 2020 in Mülheim, 2022 in Hamm
NABU: Goldschakal keine große Bedrohung für heimische Natur
Anders als beispielsweise die Asiatische Hornisse, die sich seit Monaten in Deutschland und NRW ausbreitet, gilt der Goldschakal laut NABU nicht als massive Bedrohung für die heimische Natur. In Sachen Nahrung bedient sich der Goldschakal allerdings bei anderen Tieren. „Auf seinem Speiseplan stehen unter anderem kleine bis mittelgroße Säugetiere. Dazu zählen Mäuse, aber auch Schafe und auch Tiere wie Frösche“, erklärt die NABU-Sprecherin. Dass der Goldschakal immer wieder Schafe reißt, gilt allerdings als unwahrscheinlich. „Die Tiere sind eher zurückhaltend und ernähren sich auch gerne von Aß“, so die Sprecherin.
Wie verhalte ich mich, wenn ich einen Goldschakal sehe?
Für Menschen ist der Goldschakal keine große Bedrohung. „Die Tiere sind generell sehr scheu und zudem nachtaktiv“, so die Expertin. Dass ein Goldschakal einen Menschen angreift, oder gar beißt, sei daher eher unwahrscheinlich. Wer einen Goldschakal sieht, kann die Sichtung beim NABU oder auch dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (kurz: Lanuv) melden. Dabei sei allerdings wichtig, die Begegnung mit dem Goldschakal bildlich festzuhalten. Nur so könne das Tier auch ohne Zweifel nachgewiesen werden, erklärt die Sprecherin des NABU. (jr) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
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