Kuriose Stahlgebilde

Wie im Science-Fiction-Film: Diese Brücken in Gelsenkirchen sind einen Besuch wert

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Sie sind ein Relikt der Bundesgartenschau 1997 und locken viele Besucher an: Diese Brücken in Gelsenkirchen haben eine außergewöhnliche Architektur.

Oberhausen – Wie ein Portal in eine andere Welt wirken die Fuß- und Radwegbrücken im Nordsternpark in Gelsenkirchen. Riesige, rote Stahlrohre winden sich bis in 36 Meter Höhe. Früher trennte die Zeche Nordstern auf dem Gelände die Gelsenkirchener Stadtteile Horst und Heßler. Heute sorgen insgesamt fünf Brücken dafür, dass sie wieder miteinander verbunden sind – und für ungewöhnliche Ausblicke.

Wie aus einem Science-Fiction-Film: Diese Brücken in Gelsenkirchen sind einen Ausflug wert 

Fast hundert Jahre wurde auf dem Gelände im Gelsenkirchener Stadtteil Horst in NRW Kohle abgebaut. Das Steinkohlebergwerk Nordstern ging 1868 in Betrieb und lief bis zum Jahr 1986. Danach wurden einzelne Schächte des Bergwerks noch sieben weitere Jahre betrieben, bis dann im Jahr 1994 alle vier Schächte verfüllt waren. Teile der alten Anlage werden abgeräumt, andere bleiben bestehen. Seit 1995 stehen sie unter Denkmalschutz.

Besondere Brücken gibt es auf dem Gelände der Zeche Nordstern in Gelsenkirchen.

Besondere Brücken im Nordsternpark in Gelsenkirchen

► Insgesamt verbinden fünf Brücken einzelne Teile des Nordparks miteinander.

► Drei davon sind als Stahlrohr-Rundbogenbrücken gebaut.

► Die bekannteste Brücke ist wohl die Brücke über den Rhein-Herne-Kanal.

► Sie ist die größte Brücke im Park, 110 Meter lang, 36 Meter hoch und vollständig aus Stahl konstruiert.

►Die Brücken gehören zu einer Reihe von ungewöhnlichen Ausflugszielen in Gelsenkirchen.

(Quelle: Architektenkammer Nordrhein-Westfalen)

Doch mit der Stilllegung verschwand das Leben nicht von dem ehemaligen Zechengelände. 1997 eröffnete dort die Bundesgartenschau. Drei Jahre haben die Vorbereitungen dafür gedauert. Der Nordsternpark soll als Erholungs- und Freizeitort erhalten bleiben. Und das funktioniert: Heute ist das Gelände für seine Wiesen und Parks ein bekanntes Ausflugsziel. Alte Gebäude der Zeche liefern den Kontrast zur Natur.

Auf dem Gelände der Zeche Nordstern in Gelsenkirchen gibt es einige besondere Brücken.

Brücken im Nordsternpark haben besondere Architektur

Gleich zwei Gewässer verlaufen durch den Nordsternpark: die Emscher und der Rhein-Herne-Kanal. Insgesamt gibt es dort fünf Brücken, die den Park und die Stadtteile Horst und Heßler miteinander verbinden. Besonders auffällig geformt ist die Brücke über den Rhein-Herne-Kanal, die größte der Brücken. Zwei rote Schwingen ragen über ihr in die Luft und aus der Ferne wirkt sie asymmetrisch.

Wie die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen auf ihrer Website mitteilt, sind die rot gestrichenen Bogen aber tatsächlich parallel zueinander und in einem rechten Winkel zum Ufer angeordnet. Auffällig: die Brücke verläuft diagonal über den Kanal und nicht etwa gerade wie andere Brücken.

Das liegt daran, dass über die Brücke die Haupterschließungsachse des Parks verläuft, berichtet die Architektenkammer. Die geradlinigen Strukturen des Bergbaus sollten im späteren Landschaftspark zu erkennen bleiben. Deswegen passt sich die Ausrichtung der Brücke der Struktur an – und nicht umgekehrt.

Der Nordsternpark ist ein besonderes Ausflugsziel

Neben der Doppelbogenbrücke über den Rhein-Herne-Kanal ist auch die Kastenbrücke über die Emscher sehenswert. Sie erinnert an einen überdimensional großen Bauzaun mit Dach. Mit seinen besonderen Brücken, Spielplätzen, Gastronomie und alter Industriekultur ist der Nordsternpark ein beliebtes Ausflugsziel. (ebu)

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/imago

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