NRW

Kuriose Sehenswürdigkeiten: Darum ist Gelsenkirchen einen Ausflug wert

  • schließen

In Gelsenkirchen schwebt ein Stein und ein Pferd hat dort ein eigenes Denkmal. Die Stadt im Ruhrgebiet hat einige kuriose Sehenswürdigkeiten.

Gelsenkirchen – Manche Orte offenbaren ihre Eigenheiten erst auf den zweiten Blick. Gelsenkirchen in NRW ist etwa eher bekannt für Schalke 04, verfallende Schrotthäuser oder Razzien von Polizei und Ordnungsamt. Doch die Stadt im Ruhrgebiet hat einige Ausflugsziele und kuriose Orte, von denen die wenigsten bekannt sind. Da schwebt etwa ein Stein in der Innenstadt, in einem Ausflugsziel wird bis zu 400 Grad heiß und bei einem Kunstwerk in Gelsenkirchen besteht Explosionsgefahr.

Gelsenkirchen: Brennende Halde ist ein beliebtes Ausflugsziel

Da wäre etwa die Halde Rheinelbe in Gelsenkirchen an der Stadtgrenze zu Bochum – ein beliebtes Ausflugsziel, in dessen Inneren schon Temperaturen von bis zu 400 Grad gemessen wurden. Die Halde entstand, weil dort Gestein vom Steinkohlen-Bergwerk Rheinelbe aufgeschüttet wurde. Sie wurde bis 1999 genutzt und danach mit Sträuchern und Bäumen bepflanzt, um als Naherholungsort zu dienen. Doch in ihrem Inneren ist längst keine Ruhe eingekehrt.

Die „Himmelstreppe“ ist das Wahrzeichen der Halde Rheinelbe.

Durch chemische Reaktionen, die die Reste der Kohle an den Steinen verursachen, entstehen kleine Schwelbrände. Man spricht dabei auch von einer brennenden Halde. An der Oberfläche der Halde ist von diesen Temperaturen nichts zu spüren – sie ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. Nicht zuletzt, weil es einen Wanderweg gibt, der einmal um die Halde herum auf die Spitze führt, wo es eine besondere Skulptur gibt.

Nordsternpark in Gelsenkirchen: Ungewöhnliche Brücken sehen aus wie aus einem Science Fiction-Film

Der Nordsternpark in Gelsenkirchen dürfte auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sein. Auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Nordstern ist heute ein großer Park mit Grünflächen, einem Erlebnisbauernhof und Kinderspielplätzen. Doch noch etwas macht den Park besonders. Mehrere ungewöhnliche Brücken sind dort zu sehen.

Die braucht es im Nordsternpark, weil dort die Emscher und der Rhein-Herne-Kanal durchfließen. Einige dieser Brücken sind besonders auffällig, so etwa die große Rundbogen-Brücke über den Rhein-Herne-Kanal. Aus der Ferne sehen die großen, roten Bögen asymmetrisch, fast surreal aus. Tatsächlich verlaufen sie aber parallel zueinander und sind einem rechten Winkel zum Ufer angeordnet. Auffällig ist auch, dass die Brücke diagonal über den Kanal führt und nicht senkrecht wie andere Brücken.

Auf dem Gelände der Zeche Nordstern in Gelsenkirchen gibt es einige besondere Brücken.

Kunstwerk in Gelsenkirchen sieht aus wie ein Spielzeug – ist aber mit Stacheldraht gesichert

„Der Ball“ in am Rhein-Emscher-Kanal sieht aus, als hätte ihn ein Riese beim Spielen dort vergessen. Er ist blau mit gelben Punkten und wird von roten und gelben Stühlen getragen. Doch das Kunstwerk ist ganz und gar nicht zum Spielen gedacht. Vielmehr wird in solchen kugelförmigen Behältern brennbares Buten- oder Propangas gespeichert. Noch heute ist der Bereich um den Ball als Sicherheitszone ausgezeichnet und mit Stacheldraht gesichert.

In Gelsenkirchen gibt es ein Kunstwerk, das mit Stacheldraht bewacht ist.

In den 1980er Jahren hat der Künstler Rolf Glasmeier den Behälter zum Kunstwerk umgestaltet. Dabei schien ihm genau dieser Kontrast zwischen spielerischer Leichtigkeit und realer Gefahr zu gefallen. „Wirkt die überdimensional große, bunt bemalte Kugel aus der Entfernung nicht nur gefahrlos, sondern scheint sie auch, wie es einem Ball eigen ist, eine gewisse Leichtigkeit zu besitzen, so verkehrt sich der Eindruck aus unmittelbarer Nähe“, heißt es bei den Kunstmuseen Ruhr auf der Website.

Kuriose Orte und Sehenswürdigkeiten in Gelsenkirchen

► Unweit des Musiktheaters, tief unter der Erde, gibt es einen Geistertunnel, der ins Nirgendwo führt.

►Im Stadtgebiet von Gelsenkirchen sind mehrere bunte Pferde aufgestellt.

►In Schalke in Gelsenkirchen leuchtet nachts eine Straße in blauem Licht.

►Eine der schönsten Bergbausiedlungen von NRW liegt ebenfalls in Gelsenkirchen.

►In Schalke startet außerdem ein Pilgerweg für Fußballfans, der in einer erste und eine zweite Halbzeit geteilt ist.

Gelsenkirchen: Die Stadt, wo ein Pferd ein eigenes Denkmal hat

„Alex“ hat in Gelsenkirchen ein eigenes Denkmal bekommen, direkt an der Bahnanlage der ehemaligen Zeche Hugo. Sein Porträt aus Kupfer ist auf einem Stein befestigt, darunter steht: „Alex, das letzte Grubenpferd“. Das Denkmal erinnert an die Zeit, als noch Pferde in den Bergwerke die schweren Waggons mit der Kohle zogen – lange bevor Maschinen diese Arbeit übernommen hatten. Irgendwann lebten die Tiere sogar unter Tage und hatten dort ihren eigenen Stall.

Das Grubenpferd „Alex“ hat in Gelsenkirchen ein eigenes Denkmal.

Erst mit dem 20. Jahrhundert wurden sie mehr und mehr durch Maschinen ersetzt. Immer mehr Grubenpferde gingen also in den Ruhestand, was entweder Schlachtung oder ein Gnadebrot bedeutete. So bekamen vor allem die letzten Grubenpferde zur Schließung der Bergwerke viel Aufmerksamkeit. Zum letzten Arbeitstag von Tobias in der Zeche Recklinghausen kam damals sogar ein Fernsehteam. Alex aus Gelsenkirchen wurde wohl mit weniger Medienspektakel verabschiedet, dafür hat er heute sein ganz eigenes Denkmal in Gelsenkirchen unweit der Schalke-Arena.

In Gelsenkirchen am Kennedyplatz scheint ein Stein zu schweben

Direkt vor dem Musiktheater wird ein Stein von einem Wasserstrahl rund vier Meter in die Höhe gespült. Zumindest macht das Kunstwerk „Kraft des Wassers“ diesen Eindruck. Es wurde von dem japanischen Künstler Takashi Naraha entworfen und steht inmitten eines qudratischen Wasserbeckens am Kennedyplatz.

In Gelsenkirchen gibt es einen Stein, der über dem Boden zu schweben scheint.

Doch der „Schwebende Stein“, wie die Menschen in Gelsenkirchen das Kunstwerk auch nennen, ist eine optische Täuschung. Der Stein wird von einer Säule aus Edelstahl getragen, das Wasser wird von unten darunter gespült, sodass es scheint, als werde der Stein allein vom Wasser getragen. (ebu)

Rubriklistenbild: © Rupert Oberhäuser/imago & Heinrich Jung/imago

Kommentare