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Das Wasser der Badeseen in NRW ist zu einem großen Teil ausgezeichnet. Doch einige Gewässer werden schlechter bewertet, andere gar nicht. Alle Infos.
Hamm – Die Badegewässer in Nordrhein-Westfalen weisen überwiegend eine sehr gute Wasserqualität auf. Das belegen Daten des Umweltministeriums und des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV). Die Wasserproben einiger Seen zeigen jedoch eine schlechtere Qualität auf. Ein See kommt sogar nur auf eine „ausreichende“ Wasserqualität. Vier Badestellen in NRW haben bisher sogar noch gar keine Bewertung erhalten. Alle Seen im Überblick von wa.de.
Badeseen in NRW: Nicht alle Gewässer haben beste Qualität
In NRW gibt es derzeit 85 EU-Badegewässer mit insgesamt 111 Badestellen. Davon erhielten 102 die Bewertung „ausgezeichnet“ für ihre Wasserqualität. Die vier folgenden Badestellen erhielten – eine Bewertungsstufe schlechter – die Bewertung „gut“:
- Der Eiserbachsee in Simmerath (Städteregion Aachen)
- Die Lingesetalsperre in Marienheide (Oberbergischer Kreis)
- Der Rotter-See in Troisdorf (Rhein-Sieg-Kreis)
- Der Baldeneysee in Essen
Horstmarer See in Lünen: Badequalität nur „ausreichend“
Der Horstmarer See in Lünen (Kreis Unna) erhielt als einziger der Badeseen in NRW lediglich die Bewertung „ausreichend“, da bei einer Probe im Jahr 2022 auffällige Werte festgestellt wurden, wie das Umweltministerium mitteilte. Im Jahr 2021 war die Wasserqualität offenbar noch besser – damals bekam der Horstmarer See die Note „gut“. Nun hatte die Probe auffällig viele Darmbakterien beinhaltet. Die können in großen Mengen krank machen und zu Übelkeit oder Durchfall führen.
Daniel Claeßen, Pressesprecher der Stadt Lünen, teilt wa.de mit: „Ausreichend heißt ja erstmal, dass das Wasser nicht schlecht ist.“ Man müsse seiner Auffassung nach dazu sagen, dass die Proben von 2022 sind. Erste Probe von 2023 seien „zufriedenstellender“. Es seien keine Maßnahmen erforderlich, so der Stadtsprecher.
Badegewässer in NRW: Vier Stellen ohne Bewertung
Vier Badestellen in NRW haben bisher noch gar keine Bewertung erhalten, da dort die erforderlichen Messungen noch nicht über einen Zeitraum von vier Jahren durchgeführt wurden. Dieser Zeitraum ist jedoch notwendig, um offiziell die Wasserqualität angeben zu dürfen, so das LANUV. Die folgenden Badestellen sind daher noch ohne Bewertung:
- Die Ruhrwiesen in Linden-Dahlhausen an der Ruhr in Bochum
- Die Woffelsbacher Bucht an der Rurtalsperre
- Die Schwammenauel in Simmerath
- Das Strandbad Wamel am Möhnesee
- Der Rather See/Badesee in Köln
Die Gesundheitsämter der Städte nehmen alle vier Wochen Wasserproben an den Badeseen in NRW. Dabei wird geprüft, ob Verschmutzungen vorliegen, beispielsweise durch Darmbakterien.
Badegewässer in NRW: Abwasser im See teils möglich
Im Ruhrgebiet, genauer gesagt in Bochum (Ruhrwiesen in Dahlhausen) und Essen (Seaside Beach am Baldeneysee), gibt es eine Besonderheit zu beachten: Bei starkem Regen kann es vorkommen, dass die Badestellen vorübergehend geschlossen werden müssen. Durch die große Regenmenge besteht die Möglichkeit, dass Abwasser in die Badestellen gelangt.
Eine tödliche Gefahr lauert in Flüssen oder Kanälen. Insbesondere Schifffahrtskanäle in NRW, wie beispielsweise dem Rhein-Herne-Kanal oder dem Dortmund-Ems-Kanal sind gefährlich.
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