Autobahn zwischen Werl und Hamm

Baustart für A445 (noch) später als gedacht - B63 wird entschärft

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Eine zusätzliche Fahrspur: Vom Kreuzungsbereich bei Höffner bis zur A2-Auffahrt in Fahrtrichtung Hannover (unser Bild) soll im Jahr 2023 eine zusätzliche Fahrspur geschaffen werden, indem auf den Standstreifen dort verzichtet wird. Das soll den Verkehr besser fließen lassen.
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Nach neuesten Informationen wird es bis mindestens 2027 dauern, ehe der Weiterbau der Autobahn A445 zwischen Werl und Hamm beginnt. Aber: Eine neue Abbiegespur zur A2 soll den Knotenpunkt auf der B63 bald entschärfen.

Hamm/Werl - Die Stadt Hamm rechnet nicht damit, dass noch vor dem Jahr 2027 mit dem Weiterbau der Autobahn A445 begonnen wird. Diese Aussage ist Teil einer Mitteilungsvorlage für die politischen Gremien, die jetzt über die geplanten Maßnahmen auf der Bundesstraße 63 im Bereich der A2-Anschlussstellen im Jahr 2023 informiert wurden.

Die Maßnahmen sollen den stets verstopften Straßenabschnitt in Rhynern zumindest provisorisch entlasten. Eine grundlegende Verbesserung der Verkehrssituation werde aber, so die Stadt, nur durch den vollständigen Lückenschluss der A445 zwischen der A44 und der A2 erreicht. Problem: Der Baustart wird sich noch bis mindestens 2027 verzögern, hieß es dort schriftlich.

Stadt Hamm hofft auf Entlastung durch Abbiegespur

Nun erhofft sich die Stadt Hamm, dass „der derzeit größte Engpass im Hammer Hauptverkehrsstraßennetz kurzfristig zumindest provisorisch erheblich leistungsfähiger“ wird. Bei Spitzenbelastungen von bis zu 25.000 Kraftfahrzeugen am Tag und einem hohen Lkw-Anteil wird dort die Leistungsfähigkeitsgrenze häufig überschritten und es kommt zu langen Rückstaus. Auch Störungen im Autobahnnetz wirken sich dort in besonderer Weise aus. Der Landesbetrieb Straßen-NRW selbst hatte noch vor einigen Wochen gegenüber der WA-Redaktion geäußert, dass keine Wunderdinge erwartet werden sollten.

Die Stadt Hamm erhofft sich eine Menge Entlastung besonders von einer weiteren Abbiegespur auf die A2 in Fahrtrichtung Hannover. Diese soll im Zuge der Sanierung der B63 gebaut werden. Das geht aus der erwähnten Mitteilungsvorlage hervor. Bei einer Bürger-Informationsveranstaltung vor einigen Wochen im Schützenheim in Osterflierich war von dieser weiteren Abbiegespur (noch) nichts erwähnt worden.

Standstreifen zwischen Höffner und A2-Zufahrt fällt weg

Vertreter von Straßen-NRW stellte die überarbeitete Version nun der Bezirksvertretung vor. Dabei handelt es sich um eine Neuaufteilung der vorhandenen Verkehrsfläche. Auf den Standstreifen zwischen Höffner-Kreuzung und der Auffahrt Richtung Hannover wird verzichtet. Stattdessen wird es einen zusätzlichen Fahrstreifen geben, womit für eine deutliche Kapazitätserweiterung gesorgt werden soll. Der Landesbetrieb hat dabei eine Anregung der Stadt Hamm zur Optimierung der Fahrstreifenaufteilung aufgegriffen und nach Meinung der Hammer Stadtplaner ein gutes Konzept entwickelt.

Denn das komme auch allen anderen Fahrtrichtungen zugute, da die Grünzeiten an den Ampelkreuzungen insgesamt neu verteilt werden können. Die Ampeln werden ausgetauscht und damit modernisiert.

Durchgeführt werden die Maßnahmen im Jahr 2023 im Zeitfenster zwischen März und September.

Umleitung und Durchführung

Die Planer des Landesbetriebes Straßen-NRW favorisieren eine Durchführungsvariante, in der die B63 in Abschnitten saniert wird. Und das zunächst nur an den Straßenrändern, so dass Platz bleibt, den Verkehr während der Bauzeit in beide Fahrtrichtungen fließen zu lassen. Damit würden Lkw von den Umleitungsstrecken fern bleiben.

Lediglich an einem Wochenende im September 2023 soll der Straßenabschnitt zwischen Oberster Kamp und Im Weizenkamp für ein Wochenende von Freitagabend bis Montagmorgen voll gesperrt werden. In dieser Zeit wird die Asphaltdecke komplett ausgetauscht.

Damit müsste zwar für 72 Stunden (voraussichtlich im September 2023) der gesamte Bundesstraßen-Verkehr über die Ausweichstrecken – das sind in erster Linie die Kumper Landstraße, Gobel-von-Drechen-Straße, Unnaer Straße sowie Oberallener Weg, Oberster Kamp, Wambelner Straße und das Dorf Rhynern – geführt werden. Aber die Gesamtbauzeit kann so um 67 Arbeitstage verkürzt werden.

Diese Variante muss noch mit den zuständigen Behörden abgesprochen werden.

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