Bekannter Modehersteller in NRW zieht Reißleine: Mitarbeiter schwer getroffen
VonMarvin K. Hoffmann
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Die Krise in der Bekleidungsindustrie führt zur Schließung eins Stammsitzes einer bekannten Marke in NRW. Die Mitarbeiter hofften offenbar bis zuletzt auf eine Rettung.
Duisburg – Die Krise in der Modebranche geht weiter und macht auch vor einem Stammsitz nicht Halt: Gerry Weber zieht die Reißleine in Halle/Westfalen. Zahlreiche Mitarbeiter sind von dieser Entscheidung betroffen. Sie hatten offenbar bis zuletzt gehofft, dass ihr Standort gerettet werden könne – obwohl Gerry Weber bereits am 11. März zum wiederholten Male einen Antrag auf Insolvenz beim Amtsgericht Bielefeld in Eigenverwaltung gestellt hatte.
Insolvenz trifft Mitarbeiter hart: Bekannte Modehersteller zieht Reißleine in NRW
Wie es für die laut Medienberichten rund 300 Mitarbeiter an dem Standort in Halle weitergeht, scheint derzeit noch unklar. „Es war für uns alle ein Schlag in die Magengrube“, wird „ein langjähriger Mitarbeiter“ vom WDR mit Blick auf „die Reaktionen auf der Mitarbeiterversammlung“ zitiert. Ende Mai soll demnach schon für die allermeisten der 281 Mitarbeitenden Schluss sein. Viele seien fassungslos gewesen, Tränen seien geflossen, wird zudem IG Metall-Gewerkschaftssekretärin Janina Hirsch, die die Textilbranche vertritt, in dem Bericht zitiert.
Für das Unternehmen Gerry Weber, das sich auf wa.de-Anfrage zur Schließung in Halle bislang noch nicht geäußert hat, ist es der nächste Höhepunkt einer langanhaltenden Krise.
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War die Modekette lange Zeit nicht aus den Innenstädten und Einkaufszentren Nordrhein-Westfalens wegzudenken, schließen heute immer mehr Stores oder sind bereits länger nicht. Der erste harte Cut bei Gerry Weber erfolgte im Jahr 2023, in die Spur fand der Modehersteller danach nicht mehr wirklich. Zuletzt folgte zudem ein heftiger Tiefschlag in Österreich – auch dort musste der Modehersteller einen Insolvenzantrag stellen.
Helfen soll eine Investorensuche. Aber die verläuft offenbar schleppend. Medienberichten zufolge soll es vielversprechende Interessenten geben, aber selbst bei erfolgreichen Verhandlungen dürfte es zu weiteren Einschnitten kommen. Die Schließung des Stammsitzes in Halle/Westfalen dürfte da nur der erste Schritt gewesen sein.