- VonHolger Krahschließen
Der Bestand an Rehen in Hamm hat sich gut erholt. Das Abfliegen der Felder auf der Suche nach Kitzen vor Ernte mit Drohnen wirkt sich aus.
Hamm – Von einer regelrechter Rekordstrecke berichtete NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen beim Blick auf 125 265 erlegte oder wie die Jäger sagen „gestreckte“ Rehe in ganz Nordrhein-Westfalen im Jagdjahr 2022/2023. Auch in Hamm habe das Rehwild im abgelaufenen Jagdjahr zwischen dem 1. April 2022 und dem 31. März 2023 deutlich zugenommen, erklärt Karl-Heinz Biermann, Jagdberater der Stadt Hamm.
679 tote Rehe wurden in Hamm durch Jäger gemeldet. 244 dieser Rehe gelten als Fallwild, erläutert Biermann. Das sind Rehe, die nicht durch Jäger erlegt wurden, sondern die angefahren wurden, in der Lippe oder dem Kanal ertrunken sind oder infolge von Krankheit, Hunger oder Kälte verendet sind.
„Dass es wieder mehr Rehe gibt, liegt sicher auch mit daran, dass seit zwei, drei Jahren die Felder vor der Ernte mit Drohnen auf der Suche nach junge Rehkitzen abgesucht werden“, berichtet Biermann.
Weit mehr Waschbären als Füchse in Hamm
Hohe Zahlen hat die Jagdstrecke auch bei Feldhasen (437 Stück, darunter ist 102 Mal Fallwild) und Wildkaninchen: 172 (102 Fallwild).
Beim Raubwild hat der Waschbär längst den heimischen Räubern den Rang abgelaufen. 635 tote Waschbären wurden in der Jagdstrecke 2022/23 gezählt, darunter 49 Mal Fallwild. „Vor 15 Jahren haben wir mit der Jagd auf Waschbären begonnen, das waren in der ersten Jagdstrecke gerade zwei Waschbären“, erinnert sich Biermann. Die ursprünglich aus Nordamerika stammenden Räuber gehen in Hammer Siedlungen von Mülltonne zu Mülltone auf der Suche nach Essbaren, erklärt der Jäger aus Herringen. Auch Futterplätze für Vögel und andere Tiere würden Waschbären regelmäßig plündern.
Zweithäufigstes Raubwild in Hamm ist der heimische Fuchs mit 299 erlegten Tieren (Fallwild: 12), dazu kommen 101 Steinmarder (Fallwild: 18) und 19 Dachse (Fallwild: 8).
Fasanenbestand gut erholt
Unheimlich gut erholt habe sich der Fasanenbestand in den vergangenen beiden Jahren, berichtet Biermann. In der Jagdstrecke werden 550 Fasanen (Fallwild: 37) gezählt, dazu kommen 1019 Ringeltauben, 38 Graugänse, 350 Stockenten, 664 Rabenkrähen, 89 Kanadagänse und 83 Nilgänse.
Und Biermann verweist mit 262 Nutrias auf die zweite große invasive Art in Hamm.
Hundebesitzer sollten beim Spaziergang ihre Tiere anleinen. Viele Hunde, die nicht angeleint sind, laufen ins Unterholz und scheuchen die Wildtiere auf.
Eine Bitte hat der Jagdbeauftragte: „Hundebesitzer sollten beim Spaziergang ihre Tiere anleinen. Viele Hunde, die nicht angeleint sind, laufen ins Unterholz und scheuchen die Wildtiere auf.“
Immer mehr Menschen wollen Jäger werden. Auch der Frauenanteil steigt beständig.