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Auf dem Weg zum Windpark Rennweg verunfallte am Freitagmorgen ein Betonmischer in der Romecke. Vor allem die Anfahrt wurde für die Feuerwehr zur Herausforderung.
Warstein - Eis- und Schneeglätte sorgten deutschlandweit am Freitagmorgen für zahlreiche Einsätze von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst. Auch in Warstein. Gegen 8.30 Uhr rutschte ein vollbeladener Betonmischer auf dem Romeckeweg zwischen Warstein und Sichtigvor zuerst nach rechts in die Bankette, anschließend eine knapp drei Meter tiefe Böschung hinab, wo er auf der Seite beziehungsweise auf dem Dach liegen blieb. Sein Ziel war der Windpark Rennweg in Allagen. Dort sollten an diesem Freitag Betonfundamente für Windenergieanlagen gegossen werden. Der verunfallte Betonmischer war dabei in einer Kolonne unterwegs. Nach Informationen vor Ort fuhren drei Betonmischer vor dem Unfallfahrzeug sowie drei Betonmischer dahinter. Die Herausforderung der Rettungskräfte lag daher zuallererst darin, die Rettungswege für die schweren Fahrzeuge zu organisieren. Der schmale Waldweg ließ weder Möglichkeiten zum Wenden, noch zum Passieren anderer Fahrzeuge zu.
Betonmischer landet bei Glätte im Graben – Hubschrauber alarmiert
„Zuallererst war es auch eine Herausforderung, die Einsatzstelle zu finden“, schilderte Donat Ahle als Leiter der Feuerwehr: „Als wir dann aber am Fahrzeug waren, ging die Arbeit relativ schnell von der Hand.“ Allerdings: Die beiden Personen befanden sich noch in der Fahrerkabine des Betonmischers. Der erwachsene Fahrzeugführer sowie dessen Sohn auf dem Beifahrersitz: „Beide waren eingeschlossen, allerdings nicht eingeklemmt.“
Über eine Seilwinde, umgelenkt über einen massiven Baum auf der gegenüberliegenden Seite, wurde zuerst der umgekippte Betonmischer vor einem weiteren Abrutschen gesichert. Gleichzeitig mussten die Kräfte der Feuerwehr Bäume und Äste absägen, um an die Fahrerkabine und damit an die verunfallten Personen zu gelangen. Zuerst konnte der jugendliche Beifahrer aus der stark demolierten Kabine gerettet werden – er war nahezu unverletzt, stand allerdings unter Schock und sorgte sich um den Gesundheitszustand seines Vaters – anschließend wurde der Fahrer befreit, knapp eine Stunde nach dem Abrutschen des Fahrzeugs. Aber auch er hatte sich nach Erkenntnissen vor Ort nicht schwerer verletzt, klagte allerdings über Rückenschmerzen. Der alarmierte und dann auch vor Ort gelandete Rettungshubschrauber musste den Mann nicht in ein Krankenhaus transportieren, das übernahm eine Rettungswagenbesatzung: „Das Absichern des Fahrzeuges und das Befreien der Personen, das ging relativ flott. Schwieriger war eben das Finden der Einsatzstelle und die Anfahrt.“ Aber alles werde im Nachgang in Ruhe analysiert und nachbesprochen, so Ahle.
Die Betonmischer in Richtung Rennweg sind bereits seit einigen Wochen unterwegs. Es sei auch nicht das erste Mal, dass es zu einem solchen Unfallereignis gekommen sei, bestätigte Ahle auf Nachfrage. Fast 50 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Warstein waren am Freitagmorgen im Romeckeweg im Einsatz, darunter aus Mülheim, Sichtigvor, Waldhausen, Allagen, Warstein und Belecke. Sie wurden auch aufgrund der Kälte von Anwohnern der Romecke mit Kaffee und Speisen versorgt.
Während für die Feuerwehr nach rund 90 Minuten der Einsatz beendet war, rückte auch das Umweltamt des Kreises Soest in Person von Philipp Büngeler an. Zwar liefen nach ersten Erkenntnissen vor Ort keine Betriebsmittel aus dem Betonmischer aus, allerdings musste auch die Bergung organisiert werden. Dafür sollte ab Mittag das Abschleppunternehmen Krüger aus Anröchte anrücken.
Schon im November gab es in Warstein einen schweren Glätte-Unfall: Ein Toast-Lkw kollidierte mit einer Hauswand.


