Obduktionsergebnis da

Bewiesen: Hammer Schüler tot, weil er Ecstasy nahm

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Nur optisch „unschuldig“: Ecstasy-Tabletten enthalten den potenziell sehr gefährlichen Wirkstoff MDMA. (Symbolbild)
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Todesursache Ecstasy: Was in Hamm seit Wochen als Vermutung im Raum stand, ist nunmehr traurige Gewissheit geworden.

Hamm – Wie die Dortmunder Staatsanwaltschaft auf WA-Anfrage erklärte, ist ein 16-jähriger Schüler aus Hamm im Dezember 2023 tatsächlich durch die Einnahme der Partydroge gestorben. Das Ergebnis der Obduktion von Ende 2023 liege seit einigen Tagen vor, sagte Pressestaatsanwalt Henner Kruse auf Nachfrage. Demnach sei der Tod des Teenagers durch den Drogenkonsum verursacht worden. Der 16-Jährige habe eine Hirnschwellung erlitten, die tödlich verlaufen sei.

Der 16-Jährige hatte die Droge ebenso wie ein inzwischen 17-jähriger Freund am 9. Dezember 2023 eingenommen. Die Jugendlichen hatten sich dazu privat getroffen und waren dabei offenbar auch allein gewesen. Während dem Freund nichts geschah, wurde der 16-Jährige nach der Einnahme bewusstlos. Der Freund alarmierte den Rettungsdienst, welcher den in akuter Lebensgefahr schwebenden Teenager in die Kinderklinik einlieferte. Von dort wurde der Jugendliche später in die Barbaraklinik verlegt.

Der Todeskampf dauert mehr als eine Woche. Am 18. Dezember starb der 16-Jährige schließlich in dem Heessener Krankenhaus.

Ecstasy: Schüler in Hamm tot - kein Blue Punisher

Verkauft hatte den beiden die Drogen offenbar ein 18-jähriger Bekannter. Bei den Pillen solle es sich nicht um die besonders hoch dosierte und gefährliche „Blue-Punisher“-Variante gehandelt haben. Gegen diesen 18-Jährigen wird wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt. In dem Gesetz gibt es eine Vorschrift, die die Abgabe von Drogen mit Todesfolge unter Strafe stellt. Wer demnach durch die Abgabe von Betäubungsmitteln leichtfertig den Tod eines Menschen verursacht, wird mit Freiheitsstrafe von mindestens zwei Jahren bestraft (§30 I Nr.3 BtMG).

Das Todesermittlungsverfahren im dem Fall ist auch mit den jetzt vorliegenden Obduktionsergebnissen nicht abgeschlossen. Es werde unter anderem noch geprüft, ob ein Fehlverhalten der Ärzte eine Rolle gespielt haben könnte, sagte Staatsanwalt Henner Kruse. Entsprechende Vorwürfe sollen von der Familie des Verstorbenen in einer sehr frühen Phase des tragischen Geschehens erhoben worden sein.

Ecstasy: Schüler in Hamm tot - Polizei ermittelt weiter

Die polizeilichen Ermittlungen sind ebenfalls noch nicht abgeschlossen. Unter anderem werde noch ermittelt, woher der 18-Jährige im Dezember die Drogen erhalten hatte.

Die Hammer Polizei warnt eindringlich vor dem Konsum von Ecstasy-Tabletten. Die Einnahme in jedweder Erscheinungsform könne lebensbedrohliche Konsequenzen haben. Schon eine einzige Pille könne reichen, weil der Wirkungsgrad (MDMA-Gehalt) nicht erkennbar sei.

Die Berliner Ampelkoaliton arbeitet unterdessen weiter am Cannabis-Gesetz. Der Drogenbeauftragte Burkhard Blienert spricht im Interview über Kritik und „berechtigte Hinweise aus medizinischer Sicht“.

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