Tatort Hamm

Blutiger Vorfall im Hauptbahnhof: Wieso war Verletzter so wütend?

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  • Markus Hanneken
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  • Max Lametz

Ein blutender, desorientierter Mann wurde im Hauptbahnhof Hamm gefunden. Sein Versuch, die Polizei anzugreifen, führte zu einem dramatischen Einsatz. Warum war er so wütend?

Hamm - Blutiger Vorfall im Hauptbahnhof Hamm: Am späten Samstagabend, 16. März, entdeckte ein Zeuge im Personentunnel einen stark blutenden und offenbar orientierungslosen Mann. Unversehens informierte er eine Streife der Bundespolizei.

Angaben der Pressestelle zufolge kam der Verletzte den Einsatzkräften auf ihrem Weg zum „Fundort“ bereits entgegen. Der Mann drehte jedoch um und versuchte, den Bahnhof durch den Westausgang zu verlassen. Die Aufforderung zum Stehenbleiben ignorierte er; Polizisten hielten ihn fest.

Da der Mann im Kopfbereich blutüberströmt war, riefen die Beamten gegen 23.30 Uhr einen Rettungswagen (RTW). Weil der Verletzte das nicht wollte, ging der er die Beamten verbal hart aggressiv an. In seiner Not griff der 36-Jährige einen der Polizisten zum mit Schlägen und Tritten an. Das machte er auch noch, als ihm ein Reizstoffsprühgerät vor die Nase gehalten wurde.

Der Vorfall spielte sich im Westbereich des Bahnhofstunnels ab.

Nach Behandlung weiter im Ausnahmezustand

Mit Unterstützung einer weiteren Streife wurde der Mann schließlich zu Boden gebracht und gefesselt. Selbst dabei und auch beim späteren Transport mit dem RTW leistete er noch starken Widerstand.

Nach der Versorgung der Kopfverletzungen in einem Krankenhaus habe sich der Verletzte weiterhin in einem psychischen Ausnahmezustand gezeigt, heißt es. Zur weiteren Behandlung sei er schließlich in eine Fachklinik eingewiesen worden.

Die Bundespolizei leitete ein „Ermittlungsverfahren wegen des Widerstands und des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte“ ein. Diese blieben zum Glück unverletzt.

Ein Rettungswagen steht am späten Samstagabend am Westausgang des Hausbahnhofs.

Woher stammt die heftige Kopfverletzung?

Die Ursache für die Kopfverletzungen ist offiziell noch nicht bekannt und sei nun „Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen“. Zu Spekulationen, der Mann habe sie sich im Gleisbereich zugezogen, gab es zunächst keine Angaben. Einschränkungen im Bahnverkehr wurden zur fraglichen Zeit jedenfalls nicht festgestellt.

Einen Monat hatte sich im Bahnhofsbereich ein deutlich folgenreicherer Zwischenfall ereignet. Damals wurde ein 51-Jährige beim Sturz von einem Strommasten tödlich verletzt; es kam zu starken Verzögerungen der Zugzeiten.

Rubriklistenbild: © Max Lametz

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