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Markus Hannekenschließen
In Hamm wurde am Montagabend nahe der Innenstadt ein großer Blindgänger kontrolliert gesprengt. In einem Radius von 650 Metern musste evakuiert werden. Wichtige Straßen und Gebäude waren betroffen.
Hamm - Nur wenige Meter von der Innenstadt entfernt haben Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes am Montagabend einen 500 Kilogramm schweren Weltkriegs-Blindgänger kontrolliert gesprengt. Dieser konnte nicht wie sonst üblich entschärft werden, weil er nach Angaben der Verantwortlichen „in einem ungewöhnlich schlechten Zustand war“. Damit sollen nun alle Blindgänger im Projektgebiet Erlebensraum Lippeaue ausgemerzt sein.
Sicherheitshalber wurden in einem Radius von 650 Metern um den nah an der Lippe liegenden Fundort rund 1500 Personen evakuiert. Das betraf vor allem den südlich angrenzenden Bereich und damit neben der normalen Wohnbebauung zum Beispiel auch zwei Seniorenheime, die Reha Bad Hamm und das Maximare. Weil zudem die Adenauerallee und der Nordring sowie ein Teil der Ostenallee gesperrt wurden, kam es über Stunden zu erheblichen Verkehrsproblemen.
Vor allem Kräfte der Feuerwehr und des THW waren mit einem Großaufgebot vor Ort und packten Sandsäcke. Für die sichere Sprengung mussten rund 140 Tonnen Sand mit Lkw in den Erlebensraum gebracht werden. Über den eigentlichen Fundort der Bombe wurde eine fünf Meter hohe Deckschicht mit Sand angehäuft.
Bombenentschärfung in Hamm - Mehr als 140 Einsatzkräfte
Alles in allem war die fast fünfeinhalbstündige Aktion eine der aufwändigsten und ungewöhnlichsten dieser Art seit Jahren. Sie zog sich auch deshalb nochmal länger hin als üblich, weil der Sand mittels von der Polizei begleiteten Lkw von Herringen aus über die Fährstraße ans Ziel gebracht wurde.
Insgesamt waren mehr als 140 Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr, freiwilliger Feuerwehr, Polizei, DRK, THW und Maltesern im Einsatz.
Schon im Vorfeld hatte sich die Problematik ein Stückweit abgezeichnet. Der Blindgänger galt seit Wochen als letzter von vielen im Projektgebiet, lag aber extrem kompliziert im Boden. Unter anderem galt es, eine allzu nahe liegende Hauptleitung der Kläranlage umzulegen.
Bombenentschärfung am Montag - Ticker zum Nachlesen:
21.23 Uhr: Jetzt aber ganz offiziell: Die Bombe ist entschärft! Für die Statistik: Für die Entwarnung wird die Uhrzeit 21.21 Uhr angegeben.
21.15 Uhr: Gegen 21.10 Uhr hat es einen Bumms gegeben, der weithin hörbar und spürbar war. Es gibt aber noch keine Entwarnung! Wir wissen nicht, was Sache ist... und warten auf aktuelle Informationen.
21.00 Uhr: In fünf Minuten soll es soweit sein ... eigentlich!
20.36 Uhr: Gut zu wissen: Wenn es gleich knallt, wird von den nahen Örtlichkeiten allenfalls aus eine dumpfe Detonation zu hören sein, in einigen Bereichen könnte es leicht vibrieren. Im Rest von Hamm dürfte nichts zu merken sein. Vor Ort dürfte sich dann ein großer Krater aufgetan haben. (Webcam am Flugplatz: hier klicken!)
20.10 Uhr: Wichtige Info: Stand jetzt soll die Sprengung gegen 21 Uhr erfolgen. Danach würden alle Sperrungen unmittelbar aufgehoben.
Laut Stadtsprecher Tom Herberg sind alle Bereiche inzwischen evakuiert, Schaulustige wurden auch nicht ausgemacht. Gegen 20.30 Uhr werden die letzten Sandtransporte erwartet. Danach werde die Umgebung nochmal gut geprüft, unter anderem mittels der Poliei-Drohnen.
Den Standort des Sprengmeisters mit seiner Fernbedienung will Herberg (noch) nicht mitteilen.
19:59 Ein Verpflegungszug vom DRK aus Walstedde hat sich auf den Weg zur Friedensschule gemacht. Bis zu 150 Anwohner sollen dort bis zum Abend Zuflucht gefunden haben.
19.55 Uhr: Nach WA-Informationen neigt sich das Warten dem vorläufigen Ende zu: Offenbar braucht es insgesamt noch sechs Lkw-Ladungen Sand, um genügend Puffer zusammen zu haben. Und drei Lkw fahren ja immer zusammen zum Ziel.
19.25 Uhr: Ein Lebenszeichen von uns: Wir leben noch, warten aber ebenso wie Sie auf neue Informationen. Leider gibt es solche im Moment nicht. Allem Anschein nach geht es „nur“ noch darum, den Ort der Sprengung wie vorgesehen zu präparieren, um den Schaden möglichst klein zu halten. Geduld ist gefragt...
18.50 Uhr: Wichtige Info: Mit der Sprengung rechnen die Verantwortlichen „nicht vor 20 Uhr“.
18.45 Uhr: Nach Angaben von Stadtsprecher Tom Herberg sind die Evakuierungsmaßnahmen „so gut wie abgeschlossen“. Vereinzelt habe die Polizei hinzugezogen werden müssen, weil Bewohner sich quer stellten - das ist aber nicht ungewöhnlich.
Die Sandtransporte kommen übrigens mittels Lkw des THW aus Herringen. Sie fahren, begleitet von der Polizei, von dort quer durch die Stadt und gelangen schließlich von der Fährstraße aus zum Ort des Geschehens. Das hohe Verkehrsaufkommen macht das Durchkommen in den Osten der Stadt allerdings schwierig.
Mittels zweier Drohnen mit Wärmebildkameras überprüfen Polizisten derweil das Nahgebiet um den Fundort, um eventuelle Personen ausfindig zu machen, die dort nichts verloren haben.
18.30 Uhr: Die Aufregung der ersten Stunden schlägt zunehmend in eine erwartungsvolle Stille um. Die ungewöhnlichen Vorgänge lassen nämlich keinerlei Schluss darauf zu, wie lange wir alle noch auf das Ende warten müssen...
18.15 Uhr: Heikles Nebenprodukt der heutigen Aktion: Auf Schloss Oberwerries gab es eine automatische Feuermeldung. Die Feuerwehr muss sich nun durch das Verkehrschaos dorthin begeben.
17.50 Uhr: Die Vorbereitungen für die Sprengung der Bombe am Abend laufen auf Hochtouren. Dafür seien bereits Feuerwehr und THW mit einem Großaufgebot vor Ort und packen Sandsäcke, erklärte Stadtsprecher Tom Herberg nochmals. Für die sichere und kontrollierte Sprengung werden rund 140 Tonnen Sand benötigt, die aktuell mittels Lkw in den Erlebensraum befördert werden. Über den Fundort der Bombe wird eine fünf Meter hohe Deckschicht mit Sand angehäuft.
Vor Ort ist ein Team von Sprengmeistern aus dem Hochsauerlandkreis, darunter Karl-Heinz Clemens, Arne Brinkmann-Walter und Karl-Friedrich Schröder. Clement ist seit Jahren quasi Dauergast in Hamm.
Die Bombe wird mit einem Fernzünder präpariert und später dann kontrolliert gesprengt.
17.40 Uhr: Die Evakuierungsmaßnahmen laufen im vollen Gange, bisher gibt es keine Probleme bei der Räumung der Häuser im Evakuierungsgebiet, die Bürger kämen den Anforderungen des Ordnungsamtes nach, heißt es.
17.30 Uhr: Nach wie vor ist nach Angaben der Verantwortlichen nicht absehbar, wie lange das Ganze dauern wird. Klar ist allein, dass die eigentliche Sprengung nach Abschluss aller vorbereitenden Maßnahmen schnell gehen wird.
17.05 Uhr: Gespräch mit zwei Betroffenen in der Friedensschule: Sie haben es beide durch Mundpropaganda erfahren, die Tochter (arbeitet im betroffenen Maximare) habe sich bei einer der beiden gemeldet und Bescheid gegeben. Für die beiden ist das alles nichts neues. „Wir haben schonmal vor einigen Jahren im Hammonense zusammen gesessen und auf die Entschärfung gewartet“, sagt eine der beiden. „Klar ist das doof, aber in der Wohnung zu sitzen während der Detonation wäre schlimmer.“
16.50 Uhr: Mehrere dutzende Personen sind in der Sporthalle der Friedensschule angekommen. Es gibt dort Getränke, später - wenn es länger dauert - eventuell auch warmes Essen. Die Atmosphäre ist recht ruhig. Man erwartet, dass etwa zehn Prozent der insgesamt Betroffenen das Angebot wahrnehmen. Vor allem Bewohner der betroffenen Altenheime werden dort versorgt.
16.30 Uhr: Zu einem möglichen Zeitplan können die Verantwortlichen derzeit noch nichts Näheres sagen. Betroffene Bewohner werden derzeit von Einsatzkräften aus ihren Wohnungen begleitet.
16.26 Uhr: Vor einigen Minuten waren die Feuerwerker des Kampfmittelräumdienstes vor Ort und haben die 500-Kilogramm-Bombe näher untersucht. Aufgrund ihres schlechten Zustands kann sie nicht entschärft werden, sondern muss kontrolliert gesprengt werden.
Hierzu wird ein so genannter „Wirkungsdämpfer“ von insgesamt 100 Kubikmetern (rund 140 Tonnen) Sand benötigt, der auf und rund um den Sprengkörper verteilt wird. Derzeit sind Kräfte Feuerwehr dabei, den Sand zu beschaffen sowie Transport und Verteilung mit Radladern zu organisieren.
16.24 Uhr: Insgesamt sind rund 140 Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr, freiwilliger Feuerwehr, Polizei, DRK, THW und Maltesern im Einsatz. Die Sperrstellen werden gerade als Vorbereitung für die Evakuierung eingerichtet.
16.20 Uhr: Wichtig für alle Autofahrer: Auch Teile der Ostenallee, die Adenauerallee und der Nordring werden bis auf Weiteres gesperrt bleiben.
16.00 Uhr: In wenigen Minuten werden die Sperrstellen geschlossen. Die Evakuierungsaktion wird damit langsam Fahrt aufnehmen. Noch fahren die Autos aber...
15.55 Uhr: Zur Erinnerung: Die Besonderheit dieses Tages hatte sich schon eine ganze Weile abgezeichnet. Klicken Sie sich hier in unseren Bericht, der die Problematik deutlich macht.
15.40 Uhr: Bis zum Ende der Blindgänger-Aktion wird die Buslininie 1/3 die Haltestellen Maximare, Kentroper Weg und Ostentor nicht anfahren. Es sei mit erheblichen Verspätungen bei der Linie 1/3 zu rechnen, teilen die Stadtwerke mit.
15.20 Uhr: Wie lange sich der gesamte Vorgang hinziehen wird, ist noch nicht absehbar. Dass es in den frühen Abend dauern wird, liegt aber auf der Hand. Spätestens um 17 Uhr hoffen die Verantwortlichen, eine Zeitperspektive nennen zu können.
15.00 Uhr: Der Aufwand ist größer und schwierige als bei Entschärfungsaktionen in den vergangenen Jahren. Insgesamt 1500 Personen sind rechnerisch betroffen, darunter 140 in den Einrichtungen St. Agnes, Villa Ostenallee und Reha Bad Hamm. Wer unter diesen wiederum bettlägerig ist, wird mit Krankenwagen in andere Heime und Krankenhäuser gebracht.
Bombenentschärfung am Montag - unser Vorbericht:
Da das Kampfmittel noch detonationsfähig ist, muss ein Bereich evakuiert werden, die sich 650 Meter um den Fundort befindet. Anschließende soll die Entschärfung des Objektes stattfinden. Im Evakuierungsradius liegen 236 Adressen, deren Bewohner müssen allesamt raus aus ihren Räumlichkeiten. Insgesamt 17 Sperrstellen werden eingerichtet (siehe Skizze unten).
Weder die Heessener Straße noch die Münsterstraße ist betroffen, wohl aber Teil der Adenauerallee/des Nordrings und ein Teil der Ostenallee. Auch das Maximare, die Musikschule, das Seniorenheim An St. Agnes die Villa Ostenallee und die Reha Bad Hamm liegen liegt im südlichen Evakuierungsbereich (siehe Skizze!). Im Norden ist der Flugplatz betroffen. Die Bereiche sollten ab 16 Uhr großräumig umfahren werden, es wird zu Verkehrsproblem kommen.
Der Blindgänger ist der einzig verbliebene in dem Gebiet. Doch noch ehe er bestätigt wurde, bereitete er den Verantwortlichen seit Monaten größeres Kopfzerbrechen als üblich. Und verursacht deutlich höhere Kosten.
Die Evakuierung wird offiziellen Angaben zufolge voraussichtlich um etwa 16 Uhr beginnen. Hierzu wird eine Betreuungsstelle in der Friedensschule (Marker Allee 20, 59063 Hamm) eingerichtet. Die Einsatzleitung der Feuerwehr befindet sich ebenfalls am Standort der Friedenschule.
Klicken Sie sich hier in unser Sonderressort zum Bombenfunden in Hamm der vergangenen Jahre.














