VonEva Burghardtschließen
In der Innenstadt in Bottrop steht das ehemalige Karstadt-Haus seit Jahren leer. Jetzt soll es an den Meistbietenden verkauft werden.
Bottrop – Seit Jahren steht das ehemalige Karstadt-Haus an der Hochstraße in der Bottroper Innenstadt leer. Die Fassade sei „augenscheinlich schlecht verputzt“, schreibt ein Immobilienmakler für Insolvenzimmobilien in der Anzeige zum Karstadt-Haus. Das wird jetzt nämlich an den Meistbietenden verkauft. Von einer „1A-Lage“ in Bottrop (NRW) ist da die Rede, aber auch von viel Sanierungsbedarf. Der Eigentümer des Gebäudes hatte im Oktober 2023 Insolvenz angemeldet, wie verschiedene Medien berichteten.
Karstadt-Haus in Bottrop wird zum Verkauf angeboten
Das Karstadt-Haus liege im „geografischen Mittelpunkt“ der Stadt Bottrop, schreibt der Immobilienmakler. Mitten in der City, im Herzen der Haupteinkaufsstraße. „Diverse bekannte Filialisten“ gebe es im Umfeld. Das Gebäude besteht aus Untergeschoss, Erdgeschoss und insgesamt vier Obergeschossen.
Karstadt gehört zum Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof. Der hatte zuletzt zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre Insolvenz angemeldet. Etliche Filialen haben in den vergangenen Monaten geschlossen. In Wuppertal ist unklar, wie es nach der Schließung weitergeht. In Essen, wo die Hauptzentrale von Galeria sitzt, sorgt man sich angesichts der erneuten Insolvenz auch um die Standorte dort.
Teile des Gebäudes in der Bottroper Innenstadt sind noch vermietet. Da ist ein Fitness-Studio im zweiten Obergeschoss, ein Drogeriemarkt im Erdgeschoss und ein Schlüsseldienst im Erdgeschoss. Ansonsten gibt es vor allem eines im ehemaligen Karstadt-Haus: Leerstand. Der Verkaufsraum und die Werkstatt des Möbelanbieters Home24 im Untergeschoss sind verlassen.
Geplante Hotelräume in Bottroper Karstadt-Haus stehen leer
Im dritten und vierten Obergeschoss war mal ein Hotel geplant, das offenkundig nie entstanden ist. Dort gebe es 65 Hotelzimmer, schreibt der Immobilienmakler. „Größtenteils unfertig.“ Es sei unklar, ob alle Verkabelungen des Brandschutzes, Elektro und IT angeschlossen sind. Überhaupt sei die „genaue Situation“ unklar. Deswegen könnten die Kosten für eine Fertigstellung des Hotels nur grob geschätzt werden. Circa 400.000 Euro, heißt es.
Das Karstadt-Haus in Bottrop
► Verkaufsfläche: 17.733 Quadratmeter
► Baujahr: 1925
► Etagen: Untergeschoss, Erdgeschoss, vier Obergeschosse
► Lage: Hochstraße in der Innenstadt von Bottrop
► Mieter im Karstadt-Haus: Fitness-Studio, Drogerie-Markt, Schlüsseldienst
► Mängel (u.a): Fassade schlecht verputzt; Wasserschäden im Untergeschoss, fehlende Dachpappe und Panelplatten
(Quelle: impro Immobilien)
Das gleiche Bild zeigt sich auch ein Stockwerk höher. Dort gibt es 71 Hotelzimmer, die „größtenteils“ unfertig sind. Geschätzte Kosten für die Fertigstellung hier: 500.000 Euro. Auf dem Dach stehen noch Kühlaggregate und Lüftungsanlagen für das Hotel und die Verkaufsflächen. Der Makler spricht von „teilweise stehendem Wasser“. Das Dach sei „in Teilen sanierungsbedürftig“.
Mängel an der Fassade und eine unklare Zukunft
Auch die Fassade des Karstadt-Hauses habe Mängel, heißt es weiter. An der Seite zum Hof gebe es schlecht verputzte Stellen, die teilweise „nicht komplett fertiggestellt“ seien. Stellenweise sei die Fassade undicht und sorge dadurch für Wasserschäden im Untergeschoss. Zudem gebe es „alte Restbestände von Tesa-Band“ im Bereich der Fensterbretter.
Zur Straße hin zeige das Karstadt-Haus äußerlich einen „stilvollen Eindruck der 70er-Jahre“. Panelplatten, Dachpappe und Abschlussleisten fehlen. Im ganzen Objekt fehle der Sonnenschutz. Nach Angaben des Immobilienmaklers würde es rund 200.000 Euro kosten, die Fassade zur Einkaufsstraße an der Hochstraße fertigzustellen. In dem Gebäude gebe es zudem einen Reparaturstau.
Wer das Gebäude kaufen wird und was dann darin entstehen wird, ist nach jetzigem Stand völlig unklar. Wie Radio Emscher-Lippe Anfang November berichtete, hat ein Bottroper Immobilienmakler angekündigt, das Haus zu übernehmen und nachhaltig zu entwickeln. „So, dass es zur Stadt passt.“ Was genau das bedeutet, wollte er zum damaligen Zeitpunkt nicht verraten. Der Deal sei noch nicht in trockenen Tüchern. (ebu)
Rubriklistenbild: © Thomas Goedde/Funke Foto Services/imago

