Brauerei-Rückzug geht weiter: Warsteiner und Rock am Ring gehen getrennte Wege

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Allgegenwärtig war die Warsteiner Werbung beim stark besuchten „Rock am Ring“ – hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2022 mit dem „Toten Hosen“-Frontmann Campino.
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Warsteiner ist nicht mehr der Hauptsponsor von Rock am Ring. Es ist nur einer von mehreren Rückzügen der Brauerei.

Warstein – Der Rückzug der Warsteiner Brauerei aus der heimischen Gastronomie und von überregionalen Großveranstaltungen geht weiter. Ab dem nächsten Jahr wird Warsteiner nicht mehr Hauptsponsor der Musikfestivals „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ sein. Das bestätigte am Mittwoch Laura Heinzelmann, Leiterin der Unternehmenskommunikation der heimischen Brauerei. Allerdings trat sie der Auffassung entgegen, dass man sich grundsätzlich von dieser Art des Sponsorings verabschiede. „Wir nehmen andere Priorisierungen vor“, so Laura Heinzelmann in einem Statement.

Bei „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ sei man sich in Gesprächen mit den Veranstaltern leider nicht einig geworden, so Heinzelmann. Der seit dem Jahr 2020 bestehende Vertrag wurde nicht verlängert. Künftig wird die Biermarke San Miguel bei den beiden Festivals im Mittelpunkt stehen.

Warsteiner Brauerei: Anfang 2024 wurde die Montgolfiade abgesagt

Bereits zu Anfang des Jahres wurde sogar die eigene Montgolfiade abgesagt – verbunden mit der Ankündigung, dass das international bekannte Ballönertreffen zukünftig nur noch alle zwei Jahre stattfinden wird. Ein Termin für Anfang September 2025 wurde von der Brauerei genannt.

Abschied nimmt die Brauerei auch als Hauptsponsor und Namensgeber des Warsteiner Masters. Das alljährlich um den Jahreswechsel ausgetragene heimische Hallenfußball-Turnier wird nun in der 27. Auflage von der Sparkasse Hellweg-Lippe präsentiert und heißt fortan „Sparkassen-Masters“. Der Ausstieg der Warsteiner Brauerei erfolgte extrem kurzfristig.

Mühlenkopf-Kraxler wird Pause verordnet – ohne Begründung

Selbst dem „Mühlenkopf-Kraxler“ auf der Willinger Großschanze wurde für dieses Jahr eine Pause verordnet – ohne jegliche Begründung. Auf der eigenen Homepage bittet die Brauerei nur „um Geduld“. Die sportliche Spaß-Veranstaltung, bei der die Schanze zu Fuß bis auf 156 Meter Höhe erklettert wird, mache „eine Pause, um mit frischer Energie zurückzukehren“. Das Sponsoring für den Skisprung-Weltcup in Willingen war dagegen erst im vergangenen Jahr um drei weitere Jahre verlängert worden.

Die Kosteneinsparungen stehen offenbar im Zusammenhang mit einem Sparkurs, verordnet von externen Sanierungs-Beratern, die seit einigen Monaten das Unternehmen unter die Lupe nehmen. Im September schrieb die „Getränke-News“ von harten Einschnitten, die erwartet würden – mit „Konsequenzen für die drei NRW-Standorte in Warstein, Paderborn und Herford“.

Die Schwäche der heimischen Brauerei ist spürbar

Für die Warsteinerinnen und Warsteiner ist die Schwäche ihrer heimischen Brauerei vor Ort spürbar. Nicht nur das Sudhaus, sondern auch das Stammhaus „Domschänke“ in der Innenstadt sind geschlossen, nach externen Betreibern wird gesucht. Das hat es in der jüngeren Geschichte der Brauerei noch nicht gegeben. Der Zapfhahn bleibt hochgedreht. Für Plückers Hoff ist aktuell von „Betriebsferien“ die Rede.

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