VonDaniel Schröderschließen
Der große Festival-Sommer in Deutschland startet. Für die Warsteiner Brauerei steht direkt ein Großeinsatz bei Rock am Ring und Rock im Park an.
Warstein – Am Wochenende startet die Saison der großen Musikfestivals in Nordrhein-Westfalen und dem Rest Deutschlands. Die „Saison-Eröffnung“ übernehmen traditionell die legendären Zwillingsfestivals Rock am Ring und Rock im Park. Was für Fans und Besucher in erster Linie Ekstase und Alltagsflucht bedeutet, ist für die Veranstalter mit einer großen Portion Organisation und Arbeit verbunden. Das gilt auch für die Warsteiner Brauerei.
Für die Logistik-, Vertrieb- und Marketing-Teams der Warsteiner Brauerei hat die Festivalsaison längst vor dem ersten Gitarrenriff begonnen. Die Brauerei ist Hauptsponsor von Rock am Ring und Rock im Park und somit für eines der wesentlichen Elemente eines Open-Air-Festivals verantwortlich – das Bier. Allerdings geht das Aufgabenspektrum für die Warsteiner-Crew weit darüber hinaus. Als im Herbst die ersten Details über die nächsten Ausgaben der beiden großen Musikfestivals öffentlich wurden, lief die Organisation im Büro der Eventlogistik auf dem Brauerei-Gelände im Waldpark bereits auf Hochtouren.
Organisation für zwei Groß-Festivals: „Es hört eigentlich nie auf“
„Es hört eigentlich nie auf. Das Festival ist gerade vorbei, da startet schon die Planung für das nächste Jahr“, erklärt Piepenburg, Leiter Eventservice der Haus Cramer Gruppe. Nach einem halbwegs entspannten Planungsstart, werde es „um Weihnachten herum“ langsam so richtig spannend. „Die ganz heiße Phase beginnt für die Logistiker dann drei Wochen vor Festivalbeginn.“ Warsteiner-Sprecherin Laura Heinzelmann erklärt, dass es bei der Planung längst nicht nur um die Getränkelogistik gehe. „Im Dezember startete auch unser Warsteiner-Band-Contest, bei der einer Newcomer-Band der Traum eines Auftritts bei Rock am Ring und Rock im Park erfüllt wird.“ In diesem Jahr darf sich die Heavy-Pop-Punk-Band Indecent Behaviour darauf freuen, Rock am Ring am Freitagmittag zu eröffnen.
In diesem Jahr sei das „logistische Meisterwerk“ besonders herausfordernd. Denn: „Normalerweise haben wir am Ring 14 Tage Zeit, um alles aufzubauen. Doch in diesem Jahr fand am Wochenende vor Rock am Ring noch das 24-Stunden-Rennen statt. Deshalb durften wir diesmal erst am Montag auf das Gelände und mussten improvisieren“, erklärt Marco Piepenburg. Deswegen suchte das Team nach mindestens 1000 Quadratmeter großen Flächen, auf denen das Equipment gelagert werden konnte. „Diese Lagerflächen vor Ort brauchte es, um die Logistik zu entzerren. Wir können nicht innerhalb einer Woche alles von Warstein zum Nürburgring bringen“, so Piepenburg. Letztlich wurde das Event-Team sechs Kilometer vom Ring entfernt fündig.
Mehr als 100 Ausschankstellen und sogar eine eigene Festival-Brauerei
Seit Wochenbeginn wird am Ring und bei Rock im Park in Nürnberg aufgebaut. „Da geht es um total viele Sachen: Mehr als 100 Ausschankstellen, unsere Warsteiner Festival-Brauerei, Container, viele, viele tausend Fässer Bier, Transportwagen für die Mannschaft, Deko-Material, Möbel für die Lounges oder den Beach-Bereich oder die Grillwurst, die auf den Tellern der Helfer landet.“ Insgesamt, sagt der Eventservice-Chef, mussten „etwa 100 Lkw-Ladungen“ von A nach B gebracht werden. All das wurde drei Wochen zuvor in Warstein disponiert. „Jetzt wird es von Tag zu Tag immer intensiver, wir konzentrieren uns auf das Gelände.“
Dabei geht es zum Teil um den sprichwörtlichen Millimeter: „Die Schank-Anlagen müssen an den richtigen Stellen stehen, alles wird noch einmal geprüft und gereinigt. Spätestens am Freitagmittag, wenn es losgeht, müssen alle für den großen Ansturm gewappnet sein.“ Insgesamt arbeitet auf beiden Festivals ein Team von 100 Leuten. Sobald die Festivals laufen, gebe es für die Mitarbeiter – die nicht selbst zapfen müssen, weil das von einem Caterer übernommen wird – ein „kleines Durchatmen“. „Dann geht es darum, das Festival zu begleiten und da zu sein, wenn etwas ist. Die Kollegen haben ein Auge darauf, ob alles läuft und geben vielleicht auch zwischendurch noch eine kurze Zapf-Schulung, in der gezeigt wird, wie man noch schneller und mit einer noch besseren Qualität zapfen kann. Dennoch bleiben bestimmt auch mal fünf Minuten zum Luftholen und Musik-Genießen“, so Piepenburg.
„Erstaunliche“ Sonderwünsche von VIP-Gästen oder Künstlern
Zudem gelte es, „Gewehr bei Fuß“ zu stehen: „Es gibt zwischendurch immer mal Sonderwünsche von Veranstaltern, VIP-Gästen oder Künstlern“, erklärt Piepenburg. Welche Sonderwünsche das genau sind, lässt der Experte offen. Nur so viel: „Was unsere Kollegen hinter der Bühne mitbekommen, ist manchmal schon erstaunlich.“
Sobald in der Nacht auf Montag die letzte Gitarre verstummt ist, setzt der Zeitdruck für die Brauerei-Mitarbeiter wieder ein. „Und das aus zwei Gründen: Zum einen brauchen wir dringend unser Material zurück, denn auch am Wochenende nach Ring und Park betreuen wir wieder viele Veranstaltungen, wie auch während der beiden Festivals. Zudem gelten auf den Festival-Geländen harte Deadlines, bis wann das Material verschwunden sein muss. Sobald der letzte Ton verklungen ist, wird alles auseinandergebaut und ordentlich verpackt, um in Warstein und an unseren Lager-Standorten in Ratingen und Herford wieder für die nächsten Veranstaltungen gereinigt zu werden.“
Ein „Sommer“ von April bis zur Allerheiligenkirmes in Soest
Laura Heinzelmann betont: „Der komplette Festival-Sommer ist eine organisatorische Meisterleistung für unser gesamtes Team.“ Und dieser „Sommer“ ziehe sich von April bis zur Soester Allerheiligenkirmes im November. Aber, das betont Marco Piepenburg über Festivals wie Rock am Ring und Co.: „Das ist ein Erlebnis, das man mitgemacht haben muss. Das vergisst man nicht so schnell.“
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