VonSascha-Nikolai Paschedagschließen
Die Front für den Bau eines neuen, temporären Autobahnanschluss an der A2 im Bereich Uentrop/Lippetal wird breiter. Mehrere Uentroper Unternehmer wollen eine Interessengemeinschaft gründen.
Uentrop/Lippetal – Die anfangs als „Nachbarschaftstreffen“ deklarierten Zusammenkünfte von Unternehmern im Gewerbepark Uentrop sollen nun in eine Interessengemeinschaft überführt werden. Das beschlossen rund 50 Beteiligte bei einem Treffen im durchaus schon größeren Kreis in den Räumen von Picnic. Sie soll Druck aufbauen, um einen neuen, temporären Autobahnanschluss an die A2 in Uentrop zu forcieren. Komme er nicht, dann drohe, so drückte es Baustoffhändler und FDP-Politiker Wilhelm Walther am Mittwoch aus, nicht weniger als der „Zusammenbruch des Straßenverkehrs in Hamm.“
Hintergrund ist die geplante Ersetzung der maroden Lippebrücken. Um die Bauzeit zu reduzieren, ist eine Vollsperrung auf der Verkehrsader zwischen dem Autobahnanschluss Uentrop in Lippetal und dem Gewerbegebiet Uentrop geplant. Dauer der Sperrung: drei Jahre. Davon betroffen wäre auch das interkommunale Gewerbegebiet zwischen Uentrop und Lippetal, das sich derzeit in den Planungen befindet.
Der Verkehr soll in dieser Zeit umgeleitet werden. Drei Alternativen stehen gemäß aktueller Planungen im Raum. Eine Umleitung über Lippborg würde für Verkehrsteilnehmer eine 15 Kilometer längere Strecke bedeuten. Alternativ soll der Verkehr zur Autobahnauffahrt nach Rhynern (17 Kilometer längere Strecke) oder durch die Hammer Innenstadt nach Uentrop (23 Kilometer) zurück geleitet werden.
Täglich hunderte Schwertransporte
Täglich würden dann hunderte Schwertransporte durch die Stadt fahren und für eine extreme Belastung des Verkehrs sorgen. „Die Umleitungen sind laut der Stadt Hamm gesetzt“, sagt Bartosch Hämmerling von Hoffmeier Industrieanlagen.
Die angedachte Lösung der Unternehmer: ein temporärer Autobahnanschluss über den Rastplatz „Im großen Klei“. Mal eben die Planungen in eine neue Richtung stoßen? Ganz so einfach werden es die Unternehmer nicht haben. „Die Autobahn GmbH war darüber nicht erfreut, der Anschluss würde nämlich auch durch ein Naturschutzgebiet laufen“, sagt Hämmerling.
Dennoch wollen die Unternehmer mithilfe der nun zu gründenden Interessensgemeinschaft weiter Druck auf die Planer ausüben, um ihre Forderung durchzusetzen. Schließlich geht es für die im Osten Hamms ansässigen Unternehmen um noch nicht konkret abschätzbare, aber sicher erhebliche wirtschaftliche Schäden – und letztlich auch um Arbeitsplätze.
Unterstützung von der Politik erhofft
Unterstützung erhoffen sie sich dabei von Seiten der Politik. „Wir haben das Problem auf dem Schirm und hoffen seit Jahren auf eine Besserung“, sagt Björn Pförtzsch, Bezirksbürgermeister in Uentrop. „Nur zusammen können wir eine gute Lösung für Uentrop und die ganze Stadt erreichen.“
Wie sich die Interessengemeinschaft aufstellen soll und welches Unternehmen wie involviert wird, das soll nun im nächsten Schritt geklärt werden. „Wir haben bei unserem Treffen viele neue Gesichter gesehen, was zeigt, dass die Thematik viele von uns umtreibt“, sagt Hämmerling. „Wir werden jetzt anhand eines E-Mail-Verteilers die Unternehmen anschreiben, um herauszufinden, wie sie sich in dieser Gemeinschaft einbringen wollen. Das geschieht bis zum 15 August. Anschließend wollen wir beim nächsten Treffen die Interessengemeinschaft gründen und weitere Fragen zum Vorgehen klären.“

