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Im Herbst 2025 wird ein neuer Bürgermeister oder eine neue Bürgermeisterin im Rathaus Platz nehmen. Einige Parteien denken auch über einen Gemeinschaftskandidaten nach.
Warstein - Knapp zwei Monate liegt es zurück, dass Bürgermeister Dr. Thomas Schöne erklärte, bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr nicht erneut zu kandidieren. Viele politische Mitstreiter äußerten Bedauern und gleichzeitig Verständnis über den Rückzug Schönes, erklärten, gerne mit ihm zusammengearbeitet zu haben. Doch im Herbst 2025, in einem Jahr, wird ein neuer Bürgermeister oder erstmals eine Bürgermeisterin im Rathaus Platz nehmen. Nur wer? Die Parteien sind aktuell in der Sondierung, erste Gespräche wurden bereits geführt, Kandidatenlisten angefertigt.
Bürgermeister für Warstein: Parteien haben erste Kandidaten
Einen Namen nennen möchte Andreas Goesmann, Stadtverbandsvorsitzender der SPD, noch nicht - wenig überraschend. Doch die Suche der Sozialdemokraten scheint durchaus schon Fortschritte zu machen - auch in Zusammenarbeit mit den Kollegen der CDU und WAL/Grüne: „Es gibt die Motivation, einen gemeinsamen Kandidaten zu finden. Und es haben zuletzt auch entsprechende Gespräche zwischen den Parteien stattgefunden.“
Bürgermeister für Warstein: Gespräche „noch nicht fruchtbar“
Selbstverständlich habe man auch intern nach eigenen Kandidaten gesucht, schaue sich auch nach wie vor nach SPD-Einzelkandidaten um, so Goesmann: „Aber wenn man jemanden nach Warstein holen möchte, dann hilft es, wenn der Kandidat von mehreren Parteien unterstützt wird. Kandidaten schauen sich ja auch um, wo sie die besten Chancen haben, Bürgermeister zu werden. Da stehen die Kommunen ja in Konkurrenz zueinander.“ Denn, so fügt Goesmann an: Die Zahl potenzieller Kandidaten sei „nicht weit gestreut“.
Mit jenem auswärtigen Kandidaten, so muss Goesmann aber auch eingestehen, seien die ersten Gespräche „noch nicht fruchtbar“ verlaufen. Es sei bei der Suche und Findung auch immer Abwägungssache zwischen Qualifikationen und Standort. „Klar“, so Goesmann, wäre es ideal, wenn der Kandidat aus dem Warsteiner Stadtgebiet oder direkten Umfeld käme und beste Qualifikationen hat: „Aber das lässt sich nicht immer kombinieren.“ Daher müsse man schauen, was wichtiger ist: Herkunft oder Kenntnisse.
Kommission gegründet
Die „gemeinsame Strategie“ bestätigt auch Detlev Winkler, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes. Direkt nach der Entscheidung Schönes, nicht erneut anzutreten, sei eine CDU-Findungskommission gegründet worden, „der eine oder andere Name ist auch schon auf der Liste“, so Winkler. Ob aus dem Stadtgebiet oder von außerhalb? Darauf will Winkler nicht eingehen: „Wir wollen erst sondieren, uns die Kandidaten genau anschauen und die Liste dann auf zwei oder drei Namen begrenzen und mit den Personen dann auch Gespräche führen.“ Er sei „guter Hoffnung“, dass der Kandidat oder die Kandidatin Ende November oder Anfang Dezember feststehe. Apropos: Erstmals eine Bürgermeisterin in Warstein „fände ich klasse“, sagt Winkler. Aber das werde man sehen.
„So wie bei der Ratsarbeit“, so erklärt Sascha Clasen als Fraktionsvorsitzender von WAL/Grünen, spreche man auch bei der Kandidatensuche mit den anderen Parteien: „Ein gemeinsamer Kandidat ist definitiv eine Option, weil es am Ende ja auch um die beste Lösung für die Stadt geht.“ Aber es gebe auch eine eigene Liste mit Kandidaten, dabei sei das nötige Profil „relativ breit“: „Aber das Finden und Filtern ist durchaus eine Herausforderung.“ Noch in diesem Jahr wollen die Grünen ihren beziehungsweise den Gemeinschaftskandidaten gerne der Öffentlichkeit präsentieren: „Damit die Bürgerschaft auch genug Zeit hat, die Person kennenzulernen.“
FDP wünscht sich Einzelkandidaten
„Nicht kampflos“ wolle man als BG agieren, erklärt Bernd Liß. Man schaue schon nach eigenen Kandidaten, beobachte aber auch die anderen Parteien: „Manfred Gödde und auch Thomas Schöne haben das mit Herzblut gemacht. Solche Kandidaten für das Amt zu finden ist schwierig.“ Zuletzt trat Manfred Weretecki zweimal als Bürgermeisterkandidat der Linken an. In 2025 noch einmal? Das lässt er offen. Genauso, ob die Partei einen eigenen Kandidaten dem Rennen beisteuert oder einen der anderen Parteien unterstützt: „Es gibt Überlegungen, wir haben darüber gesprochen. Aber da müssen auch erst die großen Parteien vorpreschen. Wir werden nicht als erste einen Kandidaten präsentieren, das steht uns als kleine Partei auch nicht zu.“
Bei Gordon Eickhoff (FDP) sieht es ganz ähnlich aus. Er will „schauen, was die Großen machen“. Noch seien alle Varianten offen: Einen eigenen Kandidaten aufzustellen, einen anderen zu unterstützen oder eben nicht. Wobei es aktuell eher unwahrscheinlich sei, einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Grundsätzlich würde es Eickhoff begrüßen, wenn es wieder individuelle Kandidaten statt „einem von allen“ geben würde: „Das trägt zur Demokratie bei, dann kann man auch wieder ordentlich diskutieren.“
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