VonKatharina Bellgardtschließen
Der Bahn-Verkehr in NRW und Deutschland stand wegen eines Streiks bis in den Vormittag komplett still. Im Fernverkehr dauern die Auswirkungen länger an.
Update vom 21. April, 11.07 Uhr: Wegen des Warnstreiks der Eisenbahn- und Verkehrsgesellschaft (EVG) am Freitagvormittag hat die Deutsche Bahn (DB) ihren Betrieb für die Streik-Dauer von 3 bis 11 Uhr „nahezu ganz eingestellt“. Der Regional- und S-Bahn-Verkehr solle jedoch nach Ende des Ausstands um 11 Uhr „sehr schnell“ wieder nach Plan fahren, sagte DB-Sprecher Achim Stauß. Beim Fernverkehr dauere das aber länger. Hier sollen die Züge ab 13 Uhr „nach und nach“ wieder fahren. Mit Beeinträchtigungen sei aber bis in die frühen Abendstunden zu rechnen.
Der Bahn-Sprecher rief die Reisenden auf, ihre Fahrten wenn möglich auf die Tage nach dem Streik zu verschieben. Nach Streikende am Freitag „werden die Züge sehr voll werden“, warnte Stauß. Für Freitag gekaufte Fahrkarten seien bis Dienstag gültig.
Update vom 21. April, 6.30 Uhr: In Nordrhein-Westfalen hat der Bahnstreik am Freitagmorgen wie geplant begonnen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EVG hätten um 3.00 Uhr ihre Arbeit niedergelegt, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Betroffen sind Fern-, Regional- und S-Bahn-Züge. „Momentan fährt kein Zug in NRW“, sagte er.
Streik am Freitag - welche Züge fallen in NRW aus?
[Erstmeldung] Hamm - Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat zu einem bundesweiten Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind Nah- und Fernverkehr am Freitag. In NRW wird es zu massiven Zugausfällen kommen. Auch die letzten Gespräche - mit dem Nahverkehr-Unternehmen Transdev - sind gescheitert.
Der Warnstreik wird laut Deutscher Bahn zu „erheblichen Einschränkungen“ führen. „Alle, die umplanen können, sollten das tun“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler gegenüber dpa. Reisende werden die Auswirkungen doppelt spüren: Zeitgleich mit dem Bahnstreik soll es auch zum Streik an den großen Flughäfen in Deutschland kommen. In Nordrhein-Westfalen sind der Flughafen Köln-Bonn und der Airport Düsseldorf betroffen - hier wird am Donnerstag und am Freitag gestreikt werden.
Mit dem Streik möchte die EVG den Druck auf die Deutsche Bahn sowie rund 50 weitere Bus- und Bahn-Unternehmen erhöhen. Gewerkschaft und Arbeitgeber befinden sich im Tarifstreit.
In der zweiten Runde des Tarifstreits zwischen 50 Eisenbahn-Unternehmen und Gewerkschaft wird am Dienstag (25. April) weiter verhandelt. Bei der DB sollen die Verhandlungen am kommenden Dienstag weiter gehen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft fordert für die Arbeitnehmer mindestens 650 Euro mehr pro Monat oder zwölf Prozent bei den oberen Einkommen sowie eine Laufzeit von zwölf Monaten. Die Deutsche Bahn hatte bis jetzt fünf Prozent mehr und Einmalzahlungen von bis zu 2500 Euro geboten. Bei dem Konflikt geht es um die Gehälter von 180.000 Menschen.
Warnstreik bei der Deutschen Bahn: ICE und RE in NRW fallen aus
Die Deutsche Bahn geht davon aus, dass der Fernverkehr am Freitag zum Großteil ausfallen wird. Gegenüber dpa ließ DB-Personalvorstand Seiler offen, ob die IC und ICE grundsätzlich in den Depots bleiben und damit gar nicht fahren.
Die Regionalzüge und S-Bahnen können vermutlich im Laufe des Tages wieder auf die Strecke. Die Gewerkschaft EVG hatte im Zeitraum von 3 Uhr nachts bis 11 Uhr vormittags zum Streik aufgerufen - damit wäre vor allem der Berufsverkehr am Morgen betroffen.
Streik am Freitag im Bahnverkehr: Keine Ausnahme für Transdev
Auch für die Bahnen und Busse von Transdev wird es keine Streik-Ausnahme geben. Die Gespräche sind gescheitert. Transdev ist als privater Mobilitätskonzern eins der größten Unternehmen im Zugverkehr. In NRW wird die Rhein-Ruhr-Bahn (RRB) von Transdev betrieben. Der RE 14 (Emscher-Münsterland), der RE 44 (Rhein-Emscher) und die MittelrheinBahn zwischen Nordrhein-Westfalen (Köln und Bonn) und Rheinland-Pfalz werden damit ebenfalls bestreikt.
Laut Gewerkschaft EVG war das Angebot von Transdev zu niedrig. „Der Arbeitgeber versucht, die Kolleginnen und Kollegen in der Instandhaltung und der Service GmbH auszugrenzen; für sie wurde ein anderer, niedriger dotierter Tarifvertrag angekündigt, ohne dass bereits entsprechende Inhalte genannt wurden. Eine solche Vorgehensweise ist für uns völlig inakzeptabel. Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft innerhalb eines Konzerns wird es mit uns nicht geben“, so die EVG-Tarifvorstände Cosima Ingenschay und Kristian Loroch.
Erst Ende März gab es in Deutschland einen Warnstreik, der nicht nur den Regional- und S-Bahnverkehr, sondern auch den Fernverkehr lahmlegte. Zusätzlich zu den Zügen der Deutschen Bahn sind auch sämtliche deutsche Flughäfen, Wasserstraßen, Häfen und Autobahnen betroffen.
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