Köln

In NRW steht einer der höchsten Lost Places weltweit mitten in der Stadt

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Das höchste Gebäude in NRW, der Colonius, ist ein Lost Place. Seit mehr als 20 Jahren ist der Fernsehturm in Köln geschlossen. Er war früher einmal ein beliebtes Ausflugsziel.

Köln - Der Colonius ist aus der Silhouette Kölns nicht mehr wegzudenken. Seit seiner Fertigstellung im Jahr 1981 hat der Fernsehturm einen festen Platz in der Stadt am Rhein. Mit einer Höhe von 266 Metern bis zur Antennenspitze ist der Colonius das höchste Gebäude in NRW – ausgenommen zum Beispiel Sendemaste. Und der Kölner Fernsehturm ist ein Lost Place, einer der höchsten weltweit.

In NRW steht einer der höchsten Lost Places weltweit – mitten in der Stadt

Gebaut wurde der Colonius ab 1978, die Einweihung war am 3. Juni 1981. In 166 Metern Höhe befindet sich eine Turmkanzel mit drei Geschossen. Die unteren Stockwerke beherbergten seinerzeit eine Aussichtsplattform und ein Restaurant. Wer nach oben wollte, musste 925 Stufen erklimmen – oder konnte einfach den Fahrstuhl nutzen.

Lost Place über den Dächern von Köln: der Fernsehturm, auch Colonius genannt.

Und es war nicht irgendein Restaurant, das sich 166 Meter über Kölner Boden befand. Der Sitzbereich drehte sich. Mit den bodentiefen Fenstern ermöglichte das Restaurant den Gästen somit einen einmaligen 360-Grad-Panoramablick über Köln, während sich 180 Meter tiefer unter der Erde die Küche befand. Übrigens: Das erste Drehrestaurant weltweit eröffnete 1959 im Florianturm in Dortmund. Seit 2015 ist das Restaurant geschlossen.

NRWs höchstes Gebäude ist ein Lost Place – seit über 20 Jahren dicht

In Köln war für das außergewöhnliche Restaurant über der Stadt schon deutlich früher Schluss: Es schloss im Jahr 1992, da immer weniger Besucher kamen. Zwischenzeitlich wurden auf der Aussichtsplattform des Colonius Techno-Partys gefeiert – „der höchste Club Kölns“ also. Doch auch der hielt sich nicht lange. Im Jahr 1999 schloss die Aussichtsplattform. Der Colonius war für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Bis heute weist darauf ein Schild am Fernsehturm hin: „Restaurant und Aussichtsplattform des Fernsehturms sind seit 1992 geschlossen … und wir können Ihnen leider weder sagen, warum, noch wann er wieder öffnet.“

Alles, was leicht entflammbar ist, wurde entfernt. Lediglich die 360-Grad-Drehplatte im ehemaligen Colonius-Restaurant ist heute noch gut zu erkennen.

Um den Colonius wiederzubeleben, seien Sanierungsmaßnahmen und ein neues Brandschutzkonzept notwendig, sagte Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker anlässlich des 40. Geburtstags des Colonius im Jahr 2021. Nur ein Jahr später wurde der Fernsehturm unter Denkmalschutz gestellt. Übrigens: Der Name Colonius wurde von den Kölner Bürgern selbst ausgesucht. Er ist das Ergebnis eines Namenswettbewerbs.

Auch bei der Aussichtsplattform wurden Decken und Böden teilweise entfernt. Damit erinnert die einstige Attraktion im Colonius heute eher an eine Baustelle.

So ganz „lost“ ist der Colonius natürlich nicht. Der Fernsehturm ist noch immer ein wichtiger Sendeturm für Radio- und Fernsehsignale sowie Mobilfunkdienste in der Region. Erst im September 2024 erneuerte die Telekom ihre Logos am Colonius.

Rubriklistenbild: © 24RHEIN

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