VonEva Burghardtschließen
Der Florianturm in Dortmund war einst der höchste Turm Deutschlands. 2001 kam er außerdem ins Guinnessbuch der Rekorde – für seine 58 Meter lange Krawatte.
Dortmund – Zu seinem Geburtstag hatte sich „Florian“ einmal so richtig schick gemacht. Der Turm im Westfalenpark in Dortmund (NRW) scheint eine Vorliebe für Rekorde zu haben. So war er nicht nur eine Zeit lang das höchste Gebäude Deutschlands, sondern bekam für seine Geburtstagskrawatte sogar einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde. Heute gilt der „Florian“, wie ihn einige Dortmunder nennen, als ein beliebtes Wahrzeichen der Stadt.
Florianturm im Westfalenpark in Dortmund war einst der höchste Turm Deutschlands
Wie Baukunst-NRW, ein digitaler Führer zu Architektur und Ingenieurkunst, berichtet, entstand der Florianturm bei der Umgestaltung des Westfalenparks in Dortmund. Dort fand 1959 nämlich die Bundesgartenschau statt. Dafür sollte der Park extra einen eigenen Aussichtsturm und ein Parkcafé bekommen.
Der Dortmunder Architekt Will Schwarz gewann damals die Ausschreibung für das Projekt. Er kombinierte Turm und Café miteinander. Oben auf dem Florianturm entstand auf rund 150 Metern Höhe so eine rotierende Café-Plattform, die Platz für 120 Menschen bot. Es war das allererste Café dieser Art in Deutschland. Zwei Aufzüge brachten die Besucher in weniger als einer Minute hinauf zur Aussichtsplattform. Wer lieber auf dem Boden bleiben wollte, bekam Kaffee auf der Terrasse im Erdgeschoss.
Der Florianturm in Dortmund
► Baujahr: 1959 zur ersten Bundegsartenschau im Westfalenpark
► Höhe: Mit der Spitze des Rohmastes, 219,60 Meter, damals das höchste Gebäude Deutschlands
► Eröffnung: 30. April 1959
► Restaurant: Auf 137,46 Metern Höhe, zwei Umdrehungen pro Stunde
► Aussichtsplattform: Auf 141,88 Metern Höhe; Durchmesser: 15 Meter
► Antenne: Mehrmals ausgewechselt (1982 und 2004)
► Sanierung: 2011, mit neuem Außenanstrich 2011/2012
► Café: Nach Informationen der Stadt ist die Gastronomie im Drehrestaurant derzeit nicht verpachtet. Interessierte können aber weiterhin mit dem Aufzug auf die Aufsichtsplattform des Turms fahren.
(Quelle: Stadt Dortmund)
Noch etwas machte den Turm besonders: Mit einer Höhe von rund 220 Metern war er 1959 der höchste Turm Deutschlands, berichtet Baukunst-NRW. Er wurde über einem acht Meter tiefen Fundament errichtet und hat eine Gesamthöhe von rund 220 Metern. Unter dem Café, auf 133 Metern, befanden sich die Wirtschafts- und Maschinenräume. Im Ruhrgebiet gibt es einige besondere Türme. Mehr als 130 Jahre alt ist etwa das Berger-Denkmal in Witten. In Solingen steht mitten im Wald ein Turm, der leuchtet.
Krawatte am Florianturm stellt Weltrekord auf
Die Namensgebung für den Turm sei schwierig gewesen, heißt es bei Baukunst-NRW. Zwar wurde der „Florian“ schon während seiner elfmonatigen Bauzeit zum „Werbeträger und Identifikationsobjekt“ der Stadt, doch trotz groß angelegtem Wettbewerb gab es zunächst keine Einigung auf einen Namen. Erst viele Jahre später sei er dann „Florian“ getauft worden.
Als der Turm im Jahr 1999 seinen 40. Geburtstag feierte, war er zwar nicht mehr der höchste Turm Deutschlands, ins Guinessbuch der Rekorde sollte er 2001 aber trotzdem kommen. Wie die Stadt Dortmund berichtet, wurde ihm zum Geburtstag eine überdimensionale Krawatte angezogen. Mit 58 Meter stellte sie damals einen Weltrekord als „längste Krawatte der Welt“ auf. (ebu)
Rubriklistenbild: © Hans Blossey/imago


