VonHannah Deckeschließen
Bis Weihnachten fegen mehrere Sturmtiefs über Deutschland hinweg. Vor allem in NRW drohen Dauerregen und teilweise schwere Sturmböen. Die Hochwassergefahr steigt.
Hamm - Der Start in den Dezember 2023 war vielversprechend, doch der Wintertraum ging auch wieder schnell vorüber. Beim Blick auf die aktuellen Prognosen vergeht jede Hoffnung auf winterliches Wetter an Weihnachten. Im Gegenteil: Es wird richtig ungemütlich in Nordrhein-Westfalen. Meteorologen sprechen gar von „Wetterturbulenzen“. Schuld sind mehrere Sturmtiefs, die in dieser Woche über Deutschland hinwegfegen und besonders den Westen des Landes treffen werden.
Dauerregen und Sturmböen bis 100 km/h in NRW – „Wetterlage wird ziemlich turbulent“
„Da kommt einiges runter“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net beim Blick auf die Prognosen bis Weihnachten. „Regen, Regen, Regen“, fasst er zusammen. Die andauernden Niederschläge sollen laut Jung vor allem NRW treffen. Die Hochwassergefahr steige. „Die Wetterlage wird ziemlich turbulent.“
Konkret bedeutet das laut Deutschem Wetterdienst (DWD): Vor allem in Nordweststaulagen des Berglands ist am Donnerstag, 21. Dezember, Dauerregen möglich. Aber auch im Rest von NRW muss mit viel Regen gerechnet werden. Zum Abend hin kann es einzelne Gewitter geben. Dabei muss mit Sturmböen (bis 88 km/h) und teils schweren Sturmböen (bis 102 km/h) gerechnet werden. Bei diesen Windstärken sind Schäden an Häusern und umgekippte Bäume möglich.
In der Nacht zu Freitag kann sich im Bergland bei Temperaturen bis 0 Grad noch einmal Schnee in den Regen mischen. Tagsüber geht das ungemütliche Wetter dann weiter. Es gibt immer wieder Regenschauer und verbreitet starke bis stürmische Böen. Im Bergland sind auch am Freitag wieder Sturmböen bis 100 km/h zu erwarten. Ähnlich sieht es in der Nacht zu Samstag aus.
Wind, Sturm oder Orkan: Beaufort-Skala gibt die Antwort
| Windstärke | Windgeschwindigkeit | Bezeichnung |
| 0 | weniger als 2 km/h | Windstille |
| 1 | 2 bis 7 km/h | Leiser Zug |
| 2 | 8 bis 13 km/h | Leichte Brise |
| 3 | 14 bis 20 km/h | Schwache Brise |
| 4 | 21 bis 29 km/h | Mäßige Brise |
| 5 | 30 bis 40 km/h | Frischer Wind |
| 6 | 41 bis 51 km/h | Starker Wind |
| 7 | 52 bis 62 km/h | Steifer Wind |
| 8 | 63 bis 75 km/h | Stürmischer Wind |
| 9 | 76 bis 88 km/h | Sturm |
| 10 | 89 bis 103 km/h | Schwerer Sturm |
| 11 | 104 bis 118 km/h | Orkanartiger Sturm |
| 12 | über 118 km/h | Orkan |
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gibt ab Windstärke 11 (orkanartige Böen) eine Unwetter-Warnung heraus.
Turbulentes Wetter vor Weihnachten in NRW – „Gleich mehrere Sturmtiefs“
„Gleich mehrere Sturmtiefs rauschen wie an der Perlenschnur aufgereiht ab der Wochenmitte über Deutschland hinweg. Grund dafür ist ein stark ausgeprägter Jetstream“, erklärt Niklas Weise, Meteorologe bei Wetteronline. Bei den Wetterturbulenzen ist Vorsicht geboten: Laut Weise sind die Böden derzeit durch den vielen Regen und das Tauwetter der letzten Wochen komplett durchnässt. Bäume hätten dadurch weniger Halt im Boden und könnten leichter umstürzen.
„Die kräftigen Tiefs haben an ihren Wetterfronten auch viel Regen im Gepäck. Bis zum Wochenende können vielerorts 30 bis 50 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, teilweise auch noch deutlich mehr. Die Hochwassergefahr nimmt nach einer kurzen Beruhigung also wieder zu“, erklärt der Meteorologe.
Und am Wochenende, genauer gesagt an Heiligabend? Weiße Weihnachten wie im Bilderbuch sind in NRW nicht zu erwarten. Allerdings könnten laut Weise „regional ein paar nasse Flocken fallen und zumindest kurzzeitig mal für eine weiße Weihnacht sorgen“. Dominik Jung bringt es kurz und knapp auf den Punkt: „Meist fällt nur Regen.“
Rubriklistenbild: © IMAGO/Maximilian Koch
