Windräder im Arnsberger Wald

Noch mehr Windräder: Energieunternehmen plant zusätzliche Anlagen am Rennweg

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Jetzt plant auch ENBW, drittgrößtes Energieunternehmen Deutschlands, Windräder im Arnsberger Wald – acht auf dem Gebiet der Stadt Warstein, sieben auf dem der Gemeinde Möhnesee sind beantragt.
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Sieben neue Windräder, darunter die höchsten bislang geplanten Anlagen, sollen den Rennweg ergänzen. EnBW und ein privater Zusammenschluss treiben die Projekte voran.

Allagen - Sieben neue gelbe Punkte sind auf einmal Mitte dieser Woche auf dem Warsteiner Stadtgebiet auf der Übersichtskarte des Kreises Soest über geplante Windkraftanlagen aufgetaucht – in direkter Nachbarschaft zu den geplanten 28 Anlagen des Windparks Rennweg. Dazu sind weitere sieben Windräder an der Grenze auf dem Gebiet der Gemeinde Möhnesee bei Völlinghausen eingetragen worden. „Von uns sind die nicht“, erklärte Björn Theiss, Pressesprecher von Westfalenwind, dass es sich dabei nicht um eine Erweiterung des eigenen Windparks handele. Stattdessen schaltet sich ein neuer Mitspieler am Rennweg ein: die EnBW Energie Baden-Württemberg – das drittgrößte Energieunternehmen Deutschlands mit Sitz in Karlsruhe. „Die Projekte sind von uns“, bestätigte Miriam Teige, Pressesprecherin Erneuerbare Energien, am Freitag auf Nachfrage.

Noch mehr Windräder: Energieunternehmen will auf den Rennweg

Allerdings plant EnBW auf der Warsteiner Grenzseite bislang nur den Bau von sechs Windrädern. Die siebte Windkraftanlage in unmittelbarer Nähe zur Sauerlandstraße zwischen Allagen und Hirschberg hat die Horbkesweg Windenergie GbR, ein Familienzusammenschluss aus Anröchte und Warstein, geplant. Errichtet werden soll dort eine Enercon-Anlage mit einer Höhe von 249,5 Metern.

Die EnBW-Anlagen sind dagegen vom Typ Nordex N 175/6.x. Sie sollen eine Gesamthöhe von 266,5 Metern haben und werden damit höher sein als alle bislang auf dem Rennweg beantragten oder genehmigten Windräder.

Das Windenergieprojekt Möhnesee-Völlinghausen hatte EnBW bereits Anfang des Jahres 2022 vorgestellt. Die sieben jetzt beantragten Windräder an der Grenze zu Warstein waren damals schon kartografisch festgelegt worden. In der Präsentation für das Projekt wurde aber bereits der Blick auf Warstein gerichtet. „Sowohl im Falle Möhnesee, als auch im Falle Warstein stehen die Flächennutzungspläne der Errichtung von Windenergieanlagen an anderen Stellen im Außenbereich nichts entgegen“, heißt es dort. Vorgesehen war damals eine Inbetriebnahme der Anlagen im dritten Quartal 2026.

Höher als bisher geplante Anlagen

Alle jetzt neu beantragten Anlagen liegen außerhalb der Windenergiebereiche, die der zurzeit in Planung befindliche Regionalplan ausweist. Sie dürften aber nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes dennoch genehmigungsfähig sein. Das hatte entschieden, dass die Planung für Windkraftanlagen durch Bundesrecht privilegiert sei und Vorrang vor der Regionalplanung habe.

„Das ist ganz frisch“, erklärte Sabine Leitner, Fachbereichsleiterin Technische Dienste bei der Stadt Warstein, der aber noch keine Informationen des Kreises Soest vorlagen. Über die neuen Anträge werde der Rat in einer seiner nächsten Sitzungen beraten und über die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens entscheiden.

Eben dieses gemeindliche Einvernehmen hatte der Rat zuletzt mehrmals verweigert. Zuletzt am Montag für drei Westfalen-Windkraftanlagen auf Suttroper Gebiet. „Mal gucken, was der Kreis damit jetzt macht“, hatte Bürgermeister Thomas Schöne nach der Abstimmung gesagt.

Bereits vor einigen Wochen hatte der Stadtrat neun Anlagen Hirschberg und Allagen das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilt. Der Kreis Soest hatte daraufhin diese Entscheidung durch sein eigenes Einverständnis ersetzt. Daher hatte der Rat am Montag im nicht-öffentlichen Teil beschlossen, gegen den Bau dieser Windräder zu klagen.

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