Drogen, Randalieren, Hausfriedensbruch

3 Monate, 45 Einsätze: Diese Gebäude im Sedanquartier hat die Polizei im Blick

+
Sechs Objekte im Sedanquartier hat die Polizei aktuell intensiv im Fokus – wie dieses Haus in der Sedanstraße, wo es unlängst einen gezielten Einsatz gab.
  • schließen

Drogen, Randalieren, Hausfriedensbruch: Sechs Gebäude im problematischen Sedanquartier hat die Polizei Hamm verstärkt im Blick.

Hamm – Drogenfunde, Diebesgut, eine Festnahme: Mitten in die schwelende Diskussion um die Perspektive des Sedanquartiers, die von Anliegern beklagte Verödung des Wohnumfelds rund um den Bunker und das Ärgernis um nicht begonnene Bauvorhaben nahm die Polizei eines der Gebäude an der Sedanstraße unter die Lupe, das den Beamten seit Jahren hinlänglich bekannt und manchem Anlieger ein Dorn ist. Ein Einzeleinsatz ist die Durchsuchung von Donnerstag, 1. Februar, nicht, wie ein Blick in die Protokolle der Polizei zeigt.

Seit dem 1. November, also in den vergangenen drei Monaten, verzeichnet die Polizei allein in diesem Gebäude rund 20 Einsätze aus unterschiedlichem Anlass: Randalieren, Hausfriedensbruch, hilflose Personen und Festnahmen gehören dazu. Für Einsätze wie am Donnerstag ist immer ein richterlicher Beschluss erforderlich.

Die Einsatzzahl in drei ähnlich strukturierten Häusern des gleichen Eigentümers – eines an der Sedan-, zwei an der Albertstraße – fallen mit insgesamt einer Handvoll Einsätzen deutlich geringer aus.

Sedanquartier: Jeden zweiten Tag ein Einsatz

Nur wenige hundert Meter entfernt an der Feidikstraße sammeln sich in der Polizeistatistik für den selben Zeitraum in zwei direkt nebeneinander liegenden Wohnhäusern eines anderen Eigentümers qualitativ und quantitativ ähnliche Delikte an wie in den prekären Verhältnissen an der Sedanstraße: Zusammen sind es rund 20 Einsätze, darunter Delikte wie Körperverletzung und Drogenkriminalität. Insgesamt bedeutet das rein rechnerisch jeden zweiten Tag einen Einsatz in zusammen genommen sechs Objekten.

Polizeisprecher Hendrik Heine macht deutlich, dass die Polizei alle Objekte im Blick habe und dort und im gesamten Umfeld immer wieder kontrolliere. Die Örtlichkeiten seien der Polizei lange bekannt, das Haus von Donnerstag „besonders schwierig“. Dort hat der Eigentümer inzwischen einen privaten Sicherheitsdienst beschäftigt, der Unbefugte fernhalten soll. Ohne Beschluss und konkreten Anlass habe die Polizei keine Befugnisse auf privatem Grund.

Sedanquartier: Anlieger bemängeln Probleme

Anlieger hatten zuletzt viele negative Veränderungen im Quartier bemängelt. Eine „Stabilisierung“ sei dringend erforderlich. Einige hatten sich mehr Präsenz von Polizei und Kommunalem Ordnungsdienst (KOD) gewünscht und nach der größeren Dezember-Razzia in der Bahnhofstraße eine Verlagerung von Geschäften ins Sedanquartier beklagt.

Die Art der Alarmierungen der vergangenen drei Monaten entspricht weitgehend den Anlässen, zu denen die Polizei in der Vergangenheit auch in die Tiefgarage unter dem Kino gerufen worden war.

In der Hammer Innenstadt wurden am Wochenende zwei Männer bei einer Auseinandersetzung verletzt. Dabei kam auch Pfefferspray zum Einsatz.

Kommentare