Vorsicht beim Autowaschen

Blutregen und Saharastaub in NRW – „Da kommt eine neue Wolke auf uns zu“

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Eine Saharastaubwolke zieht Richtung Deutschland und soll auch NRW wieder erreichen. Blutregen ist möglich. Wer kann, sollte mit dem Waschen des Autos warten.

Hamm - Wenn der Himmel gelblich und die Sonne trüb wirken und wenn die Autos plötzlich furchtbar dreckig sind, dann ist die Ursache in der Regel Saharastaub. Der Wüstensand wird regelmäßig in der Sahara aufgewirbelt und gelangt so in die Atmosphäre. Bei starken Höhenwinden werden die winzig kleinen Staubpartikel nach Mitteleuropa getragen. Am Donnerstag, 20. Juni, wird es wohl wieder so weit sein: Saharastaub über Deutschland und damit auch über Nordrhein-Westfalen.

Saharastaub und Blutregen in NRW – „Da kommt wieder eine neue Wolke auf uns zu“

„Da kommt wieder eine neue Staubwolke auf uns zu“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung auf Anfrage von wa.de. Der Saharastaub komme am Donnerstag im Süden von Deutschland an und „erreicht dann auch den Westen bis zum Abend“. Laut Jung ist auch Blutregen möglich, „sobald der Staub durch Schauer ausgewaschen wird“.

Liegt Saharastaub in der Luft, erscheint die Sonne trüb und der Himmel färbt sich gelblich oder orange ein. (Symbolbild)

Die Staubpartikel in der Atmosphäre sind nicht gefährlich, auch wenn im Internet so manche Verschwörungstheorien rund um den Saharastaub kursieren. Solche Staubwolken, die von der Wüste in Afrika Richtung Europa ziehen, gab es schon immer. Laut Dominik Jung ist es aber durchaus möglich, dass der Saharastaub durch mehr Süd- und Südwestwetterlagen zuletzt etwas häufiger nach NRW getragen wurde.

Wird der Wüstenstaub aus den Wolken „ausgewaschen“, sprechen Meteorologen von sogenanntem Blutregen. Denn liegt Saharastaub in der Luft und es regnet, werden Autos und Gartenmöbel mit einer feinen Staubschicht überzogen, die mitunter leicht rötlich erscheint. Da das Wetter in NRW derzeit sehr nass ist, muss im Laufe der restlichen Woche durchaus mit Blutregen gerechnet werden.

Vorsicht beim Autowaschen: Blutregen wegen Saharastaub in NRW möglich

Für Autofahrer ist Blutregen kein Spaß. Beim Waschen des Fahrzeugs ist Vorsicht geboten. Die vom Himmel fallenden Staubpartikel können den Autolack zerkratzen. Der ADAC empfiehlt grundsätzlich, das Fahrzeug von der Staubschicht zu befreien. „Schmutzige Fenster, Scheinwerfer und Rücklichter können die Sichtbarkeit beeinträchtigen.“ Darüber hinaus könnte sich der Saharastaub in den Lack einbrennen.

Schöne Sauerei: Wird Saharastaub aus der Atmosphäre „ausgewaschen“, werden Autos durch Blutregen dreckig. (Symbolbild)

Die erste Regel beim Autowaschen nach Blutregen lautet: viel Wasser verwenden. Der ADAC warnt davor, dass die Sandpartikel sonst mit einem Schwamm in den Lack eingearbeitet und Kratzer verursacht werden könnten. Bei der Autowäsche zu Hause besteht jedoch das Problem, dass dies vielerorts nicht erlaubt ist. „Daher ist die Fahrt zu Waschanlage empfehlenswert“, so die Experten vom ADAC. Dabei ist es wichtig, dass eine Vorwäsche durchgeführt wird.

Wer sein Auto zu Hause vom Saharastaub befreien möchte, sollte unbedingt nacharbeiten. Der ADAC empfiehlt, die sonst verdeckten Blechflächen mit einem gut durchfeuchteten Lappen bei offenen Türen und Klappen zu reinigen und den Lappen oft zu reinigen, „damit der Staub nicht weitergetragen wird“.

Rubriklistenbild: © Angelika Warmuth / dpa

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