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„Unermessliches Leid“ – Drei Menschen sterben bei Großbrand in Düsseldorf

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Eine Explosion in einem Düsseldorfer Kiosk fordert drei Todesopfer. Die Feuerwehr rettet zahlreiche Menschen vor den Flammen.

Düsseldorf – Rund neun Stunden dauerte der Großeinsatz der Feuerwehr. Über Drehleitern retteten die Einsatzkräfte, die Menschen, die sich am frühen Donnerstagmorgen (16. Mai) vor den Flammen und dem Rauch auf ihre Balkone geflüchtet hatten. Der Kiosk im Erdgeschoss des Hauses in Düsseldorf (NRW) brannte lichterloh. Am Ende kamen 16 Menschen ins Krankenhaus, zwei von ihnen waren lebensgefährlich verletzt. Für drei Menschen kam jede Hilfe zu spät. Sie konnten nur noch tot geborgen werden, berichtet die Feuerwehr. Was die Explosion und den Brand ausgelöst hat, ist am Donnerstagnachmittag noch völlig unklar.

Nächtlicher Alarm bei der Feuerwehr in Düsseldorf – Kiosk steht in Flammen

Gegen 2.25 Uhr gingen bei der Feuerwehr in Düsseldorf gleich mehrere Notrufe ein. Anrufer meldeten den Einsatzkräften einen brennenden Kiosk im Stadtteil Flingern. Sofort schickte die Leitstelle der Feuerwehr mehrere Einheiten und den Rettungsdienst zum Einsatzort. Schon auf der Fahrt dorthin zeichnet sich ab: Es handelt sich um einen größeren Einsatz. Der Einsatzleiter fordert noch mehr Unterstützung an. „Darunter auch Einheiten zur medizinischen Versorgung einer Vielzahl von Verletzten.“

Mehrere Tote bei Großbrand Düsseldorf – Bilder zeigen das Ausmaß des Feuers

Ein ausgebranntes Auto steht vor einem Wohnhaus, in dem ein Brand wütete.
Aus bislang ungeklärter Ursache war in Düsseldorf ein Kiosk in Brand geraten. © Roberto Pfeil/dpa
Ein Mitarbeiter der Kriminaltechnischen Untersuchung (KTU) fotografiert in einem Wohnhaus, in dem ein Brand wütete.
Nach dem Großbrand in Düsseldorf mit drei Toten laufen die Ermittlungen zur Brandursache. © David Young/dpa
Ein ausgebranntes Auto steht vor einem Wohnhaus, in dem ein Brand wütete.
Bei einem Brand in Düsseldorf sind drei Menschen ums Leben gekommen. © Federico Gambarini/dpa
Mitarbeiter der Kriminaltechnischen Untersuchung (KTU) besichtigen ein Wohnhaus, in dem ein Brand wütete.
463140583.jpg © Roberto Pfeil/dpa
Absperrband der Polizei vor dem betroffenen Gebäude in Düsseldorf
Die Polizei ermittelt derzeit, wie es zu dem tödlichen Brand in Düsseldorf kommen konnte. © Federico Gambarini/dpa
Mitarbeiter der Kriminaltechnischen Untersuchung (KTU) am Einsatzort.
In Düsseldorf war es zu einem Großbrand in einem Wohn- und Geschäftsgebäude gekommen. © Roberto Pfeil/dpa
Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen vor einem Wohnhaus, in dem ein Brand wütete.
Bei dem Brand in Düsseldorf sind mehrere Menschen ums Leben gekommen und weitere verletzt worden. © Federico Gambarini/dpa
Trümmer liegen auf einer Straße in Düsseldorf vor einem haus, in dem ein Brand wütete.
In Düsseldorf sind bei einem Großbrand drei Menschen gestorben.  © Jana Glose/dpa
Einsatzkräfte der Feuerwehr am Brandort
Bei dem tödlichen Großbrand in Düsseldorf waren zwischenzeitlich bis 100 Feuerwehrleute im Einsatz. © Federico Gambarini/dpa
Aus bislang ungeklärter Ursache war ein Kiosk in der Nacht in Brand geraten.
Bei einem Brand in einem Wohngebäude in Düsseldorf sind drei Menschen gestorben. © Jana Glose/dpa

Als die Feuerwehr an dem Haus ankommt, brannte der Kiosk bereits lichterloh. Das Feuer hatte bereits aufs erste Obergeschoss übergegriffen. Und es versperrte den Anwohnern den Weg ins Freie: Auch die Eingangstür des Hauses stand in Flammen. Wie die Feuerwehr berichtet, machten sich mehrere Menschen auf den Balkonen des Wohnhauses bemerkbar. „Ihnen war der Weg abgeschnitten.“

Drei Menschen sterben bei Großbrand in Düsseldorf

Damit beginnt ein Einsatz, dessen Ausmaß die Polizei und die Stadt Düsseldorf noch länger beschäftigen werden. Die Feuerwehr schickt mehrere Rettungstrupps los. Einige bekämpfen das Feuer, andere retten die Menschen. Dazu kommen gleich drei Drehleitern zum Einsatz, über die die Anwohner aus dem brennenden Haus geholt werden. Teilweise betreuen die Einsatzkräfte vor Ort rund 70 Menschen. Mit dabei sind auch Notfallseelsorger.

Bei einem Brand in Düsseldorf sind drei Menschen ums Leben gekommen.

Viele Menschen waren durch den Rauch und den Brand verletzt worden. Der Rettungsdienst bringt 16 von ihnen in unterschiedliche Krankenhäuser. Zwei Menschen schweben in Lebensgefahr. Bei ihrem Einsatz entdecken die Rettungskräfte drei weitere Personen. Für sie kam jede Hilfe zu spät. „Die Einsatzkräfte konnte diese nur noch tot vorfinden.“

Bei dem tödlichen Großbrand in Düsseldorf waren zwischenzeitlich bis 100 Feuerwehrleute im Einsatz.

Die Lösch- und Rettungsarbeiten dauern bis weit in den Donnerstag an. Bei Tageslicht zeigt sich das Ausmaß des Brandes, der laut Innenminister Herbert Reul (CDU) wohl durch „sowas wie eine Explosion“ ausgelöst wurde. Auf der Straße sind etliche Glasscherben und Trümmerteile. Ein Stück einer Werbetafel liegt zwischen den verkohlten Überresten zweier Autos. Ein Großteil der Fassade ist vom Ruß schwarz gefärbt. Die Verkleidung einiger Balkone ist geschmolzen. Da, wo gestern wohl noch Fenster waren, klaffen tiefschwarze Löcher.

Polizei schließt Fremdeinwirkung bei Großbrand in Düsseldorf vorerst aus

Die Feuerwehr ist am Vormittag – Stunden nach der Alarmierung – noch immer im Einsatz. Sie überprüft auch die anliegenden Gebäude auf Schäden, die das Feuer ausgelöst hatte. Im Bericht heißt es, man habe „schnell Entwarnung“ geben können. Vorsorglich stellten die Mitarbeitenden der Stadtwerke im betroffenen Wohnhaus Strom, Gas und Wasser ab. Statiker untersuchen das Haus auf seine Standfestigkeit. Wie die Feuerwehr mitteilt, ist das jetzt zwar unbewohnbar, aber nicht einsturzgefährdet. Bevor die Polizei die Ermittlungen zur Brandursache aufnehmen kann, räumen die Einsatzkräfte noch letzte Trümmerteile aus dem Kiosk.

Das schnelle Eingreifen und die unermüdliche Brandbekämpfung der Feuerwehrfrauen und -männer hat zahlreichen Menschen das Leben gerettet.

Dr. Stephan Keller (CDU), Oberbürgermeister in Düsseldorf

Dann übernimmt die Kriminalpolizei, um die Brandursache, die Identität der Toten und deren Todesursache zu ermitteln. Die Staatsanwaltschaft gibt am Nachmittag bekannt, dass es sich bei den Toten um drei Männer handele. Einer davon war ein 55 Jahre alter Bewohner des Hauses. Die Identität der anderen beiden stand zunächst nicht fest. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war in Toter in einer Wohnung, die beiden anderen im Treppenhaus gefunden worden. Die Ursache für die Explosion und die Brandursache stand zunächst nicht fest. Nach Angaben der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft sei aber eine Fremdeinwirkung von außen nicht ausgeschlossen. Die Ermittlungen dazu dauern noch an.

Am Tag nach dem Brand besucht auch Düsseldorfs Bürgermeister Dr. Stephan Keller (CDU) den Ort des Brandes. In einem Beitrag auf Facebook schreibt er: „Unsere Gedanken sind bei den Opfern und Familienangehörigen, die heute Nacht unermessliches Leid erfahren haben.“ Er wünscht den Verletzten eine schnelle Genesung und dankt den Einsatzkräften der Feuerwehr, die zwischendurch mit bis zu 100 Personen vor Ort waren. Dabei halfen auch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Keller sagt: „Das schnelle Eingreifen und die unermüdliche Brandbekämpfung der Feuerwehrfrauen und -männer hat zahlreichen Menschen das Leben gerettet.“ (ebu)

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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