Am 3. und 4. Oktober will Capalbo „Landtag-Geburtstag“ feiern. Was er dafür plant, was er über Vorgänger Pömel und die anstehende Bierpreiserhöhung sagt.
Warstein - Giuseppe Capalbo, den viele Warsteiner inzwischen nur noch „Josef“ nennen, will Geburtstag feiern. Nicht seinen eigenen, sondern den „seines“ Landtages. Vor einem Jahr eröffnete er den Gasthof „Zum alten Landtag“ an der Bilsteinstraße. Jetzt zieht er im Gespräche mit Anzeiger-Redakteur Alexander Lange Bilanz und lädt am Donnerstag und Freitag, 3. und 4. Oktober, zu Zuckerwatte, Hüpfburg, DJ und Pilsbier ein.
Herr Capalbo, vor einem knappen Jahr haben sie den Gasthof „Zum alten Landtag“ wiedereröffnet, ein Haus mit viel Warsteiner Geschichte. Welche Erwartungen hatten sie damals überhaupt?
Ich wollte es auf mich zukommen lassen, und der Freitag damals, der erste Tag, lief auch ganz normal, da hatten wir um 23 Uhr zugemacht. Das war solide.
Und dann?
Dann kam der erste Samstag, und es wurde 4 Uhr morgens. Am Sonntagmorgen guckte ich meine Lebensgefährtin an, und wir dachten nur: „Das kann ja nicht wahr sein“. Und auch in der Folge wurden wir quasi überrannt, es gab einfach keine freien Plätze mehr. Es war toll zu sehen, dass die Warsteiner das Angebot so toll angenommen haben, hier kamen Vereine und Gruppen mit 20 Leuten. Und das festigt sich immer weiter. Mittlerweile sind hier viele Jahrgangstreffen, einer vom Jahrgang 1948/49 erzählte mir, dass er hier schon seine Hochzeit gefeiert hat. Auch die Jagdhornbläser sind wieder da, viele Vereine nutzen die Säle für Versammlungen, das ist schon gut. Das erste Jahr hat meine Erwartungen weit übertroffen.
In den 1980er Jahren waren Kneipen von Männern dominiert, das hat sich gewandelt. Zum Glück, das ist toll zu sehen. Es kommen regelmäßig auch viele Frauen-Stammtische. Es kommen junge und alte Leute, alles gemischt.
Sie kennen viele Kneipen, auch als Wirt. Wie nehmen Sie denn die Kneipenkultur wahr? Viele sprechen seit Jahren von einem Abgesang...
Nein, aber es hat sich geändert. In den 1980er Jahren waren Kneipen von Männern dominiert, das hat sich gewandelt. Zum Glück, das ist toll zu sehen. Es kommen regelmäßig auch viele Frauen-Stammtische. Es kommen junge und alte Leute, alles gemischt. Und wir haben auch viele Stammgäste inzwischen, dazu zähle ich auch die Junggesellenschützen. Das ist immer eine dynamische Truppe.
Was haben Sie sich mit ihrem Team denn für die Geburtstagsfeier am 3. und 4. Oktober überlegt?
Mit meiner Lebensgefährtin habe ich überlegt, dass wir jetzt jedes Jahr „Landtag-Geburtstag“ feiern wollen. In diesem Jahr soll es vor allem für die Kinder sein, es gibt eine Hüpfburg, Zuckerwatte, Popcorn, alles draußen auf dem Parkplatz. Und abends gibt es Musik von DJ Wolle.
Wir werden auch anheben. Beziehungsweise müssen wir anheben. Aktuell kostet das Bier 0,2 noch 2 Euro, das wird dann 2,20 Euro kosten. Die steigenden Kosten werde ich nicht alle selber tragen können, der Einkauf, das Fleisch, alles ist ja teurer geworden, da kann ich die Preise nicht halten.
Und das heißt, wenn es weiterhin so gut läuft, wie bis jetzt, wird es den „Landtag“ unter Ihrer Regie auch noch einige Jahre geben?
Ja, es läuft toll. Ich möchte hier drin alt werden. Ich will es wie Pömel machen und aus dem „Landtag“ direkt in Rente gehen. Wenn Pömel oder seine Frau Ilona vorbeikommen und Geschichten aus ihrer Zeit als Wirte erzählen, das ist klasse. Und man sieht schon manche Parallelen.
Trotzdem läuft es derzeit nicht ohne Herausforderungen. Unter anderem die Bierpreise werden im Oktober erhöht...
Ja, das ist so. Wir werden auch anheben. Beziehungsweise müssen wir anheben. Aktuell kostet das Bier 0,2 noch 2 Euro, das wird dann 2,20 Euro kosten. Die steigenden Kosten werde ich nicht alle selber tragen können, der Einkauf, das Fleisch, alles ist ja teurer geworden, da kann ich die Preise nicht halten. Aber ich glaube, dass diese Preisspirale irgendwann zu Ende ist. Nur: Kneipe ist schwierig geworden. Man darf nicht denken, dass man eine Kneipe öffnet und man lebt davon. Aber ich habe hier ein tolles Team.