Umstieg auf Elektromobilität

„Ein Meilenstein“: MVG bekommt 5,1 Mio. Euro für den Kauf von 25 E-Bussen

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Die begehrte Förderurkunde bekamen Frauke Effert (links) und Björn Schelberg von der MVG von Daniela Kluckert, Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr, in Berlin überreicht.
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Schon ab 2025 sollen im Linienverkehr die ersten E-Busse durch den Märkischen Kreis rollen. Für die Anschaffung bekommt die MVG Fördermittel in Millionenhöhe.

Lüdenscheid – Die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) erhält 5,1 Millionen Euro für die Beschaffung von 25 E-Bussen. Den Förderbescheid des Bundes nahmen MVG-Geschäftsführerin Frauke Effert und Björn Schelberg, Projektleiter für alternative Antriebe bei der Märkischen Verkehrsgesellschaft, jüngst in Berlin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) entgegen.

„Es ist ein spannendes Kapitel in unserer Unternehmensgeschichte, und wir freuen uns sehr darüber, nun – zusätzlich unterstützt durch das BMDV – mit der Umstellung unserer Fahrzeugflotte auf die klimafreundliche E-Technologie beginnen zu können“, dankte Frauke Effert dem Bundesministerium für die finanzielle Unterstützung.

Zweithöchste Fördersumme aller Verkehrsunternehmen

Daniela Kluckert, Staatssekretärin beim BMDV, überreichte insgesamt 13 Förderurkunden an zwei Landkreise und elf Verkehrsunternehmen. Die MVG wird laut Mitteilung des Unternehmens 20 E-Busse für 2025 und fünf E-Busse für 2026 beschaffen. „Hervorzuheben ist, dass es die MVG geschafft hat, trotz Kürzung der Bundesmittel, zu den insgesamt 13 Förderempfängern deutschlandweit aus diesem Förderaufruf zu zählen und die zweithöchste Fördersumme von den beteiligten Verkehrsunternehmen erhalten wird“, heißt es in der Mitteilung weiterhin. Die Förderquote der insgesamt 25 E-Busse der MVG betrage rund 60 Prozent der Gesamtsumme.

Björn Schelberg erklärte den Hintergrund dieses Programms: „Die Förderung erfolgt im Rahmen der ,Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe von Bussen im Personenverkehr’. Der Fokus der Förderung liegt auf den elektrischen Antriebsvarianten.“ Das Projekt sei die inhaltliche Umsetzung der gesetzlich geforderten Flottendekarbonisierung, intern bekannt unter dem Stichwort „CVD“.

Ausschreibung noch in der ersten Jahreshälfte

Noch in der ersten Jahreshälfte erfolge die Ausschreibung der 25 E-Busse. „Ein weiterer Schritt und ein richtungsweisender Meilenstein für den heimischen ÖPNV“, sagte Frauke Effert.

Erst jüngst hatte die MVG in unregelmäßigen Abständen E-Busse verschiedener Hersteller getestet, um die Ausschreibung vorzubereiten. „Die Testfahrten erfolgten auch im Linienbetrieb“, hatte Jochen Sulies, Pressesprecher der Märkischen Verkehrsgesellschaft auf Nachfrage der Redaktion erklärt.

Busse auf Praxistauglichkeit getestet

Als Vorbereitung auf die Ausschreibung sollten die Probefahrten laut MVG zeigen, ob sich die Tauglichkeit der E-Busse in der Praxis bestätigt und E-Busse generell für die Topografie im Märkischen Kreis geeignet sind. „Die Testphase ist inzwischen weitgehend abgeschlossen“, sagte Sulies erst in der vergangenen Woche. Eine Entscheidung für einen Hersteller gebe es aber noch nicht. Unter anderem hatte die MVG das Modell „Lion’s City E“ der VW-Tochter MAN getestet. Laut Herstellerangaben verfügt das Modell – je nach Batterienutzungsstrategie – über eine Reichweite von bis zu 350 Kilometern.

Sobald die ersten E-Busse beschafft sind, können diese allerdings noch nicht sofort eingesetzt werden, sondern müssen zunächst noch „hergerichtet“ werden. Unter anderem werden sie für den Linienbetrieb mit einer Videoüberwachung ausgestattet. Im Laufe des Jahres 2026 sollen dann – so der Plan – 25 Elektro-Busse durch den Märkischen Kreis rollen und eine gleiche Anzahl Diesel-Busse ersetzen, die dann ausgemustert werden.

Diesel-Busse sollen bald ausgedient haben

Insgesamt verfügt die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) derzeit über 148 Busse. In den nächsten Jahren soll der Anteil alternativer Antriebe in der MVG-Flotte Stück für Stück ausgebaut werden. Bis zum Jahr 2030 müssen gemäß des „Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungsgesetzes“ bereits 65 Prozent der Neufahrzeuge emissionsarm oder emissionsfrei sein. Die Märkische Verkehrsgesellschaft plant, bis 2032 auf eine 100-prozentige Beschaffungsquote sauberer Busse zu kommen. Bei einer Nutzungsdauer der Diesel-Fahrzeuge von zwölf Jahren könnte demnach Anfang der 2040er-Jahre der letzte Diesel-Bus im Kreis ausrollen.

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