Einbruchserie

Polizei jagt Verbrecherbande in NRW – GPS-Daten zeigen Route der Diebe

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Im Raum Dortmund und dem Kreis Soest kommt es bei Handwerksbetrieben vermehrt zu Einbrüchen. Die Polizei vermutet dahinter eine Verbrecherbande und erhält wichtige Hinweise.

Dortmund – Eine Diebesbande treibt nach Informationen von wa.de in NRW im Großraum Dortmund sowie dem Kreis Soest ihr Unwesen. Ihre beliebtesten Opfer: Handwerksbetriebe aus dem Sanitär- und Heizungsbereich. Ein Unternehmer liefert der Polizei nun aber entscheidende Hinweise, um die Täter dingfest zu machen – seine gestohlenen Firmenfahrzeuge sind mit einem GPS-Tracker ausgestattet. Die Spur ist heiß.

Einbruch in Dortmunder Handwerksbetrieb – der Beutezug geht danach erst richtig los

Der Einbruch in der Dortmunder Firma ereignete sich in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 2023. Das bestätigte der Inhaber im Gespräch mit wa.de. Aus Sicherheitsgründen möchte er namentlich nicht genannt werden. Mehrere Türen seien demnach aufgebrochen worden, die Täter hätten zudem Scheiben eingeschlagen. „Unsere Büros waren komplett durchwühlt und die Autoschlüssel fehlten“, erklärt der Handwerker. Es scheint, als hätten die Diebe gezielt danach gesucht.

Die Route der Diebe führte durch NRW bis in den Kreis Soest.

Um 0.34 Uhr hätten schließlich drei Transporter das Firmengelände verlassen, den Einbruch bemerkte die Firma erst am frühen Morgen gegen 5.50 Uhr. Da waren die Diebe natürlich schon auf und davon – sie hatten die Rechnung aber ohne den Chef des Handwerksbetriebes und seine GPS-Daten gemacht. Die Polizei habe daran anfangs zwar kaum Interesse gezeigt, sagt er. Mittlerweile liegen die Daten aber den Ermittlern vor.

„Der Sachverhalt ist bei der Polizei Dortmund bekannt und wird zurzeit durch das hiesige Kriminalkommissariat (KK) 13 bearbeitet“, erklärt die Polizei Dortmund auf WA-Nachfrage. „Die entsprechenden und durch die geschädigte Firma zur Verfügung gestellten GPS-Daten liegen der Polizei Dortmund vor und sind durch die Sachbearbeitung des KK13 entsprechend ausgewertet worden“, sagt ein Sprecher.

Handwerksbetrieb aus Dortmund war nicht das einzige Opfer – Spur führt in den Kreis Soest

Schnell wurde klar: Die Firma aus Dortmund war nicht das einzige Opfer in der Tatnacht. Die Bande zog weiter und verübte weitere Einbrüche. „Mit den entwendeten Fahrzeugen ist in der Tatnacht im Zuständigkeitsbereich der Kreispolizeibehörde Soest ein Einbruchsdiebstahl mit Beuteziel Buntmetalle/Kupferkabel begangen worden“, bestätigt die Polizei.

Die gestohlenen Firmenfahrzeuge konnte im Laufe des Tages von Streifenpolizisten sichergestellt und zur Dortmunder Firma zurückgebracht werden. „In einem dieser Fahrzeuge war noch Diebesgut, das eindeutig einem Betrieb aus Ense zugeordnet werden konnte. Mit diesem haben wir Kontakt aufgenommen und uns ausgetauscht“, sagt der Unternehmer aus Dortmund.

Auf WA-Anfrage bestätigt die Polizei Soest den Einbruch in Ense. „Tatsächlich gab es in letzter Zeit mehrere Einbrüche/Diebstähle in/aus Firmen, bei denen Baumaterial, Werkzeuge, Elektrozubehör und auch Kupfer entwendet wurde. Die Tatorte verteilen sich über das gesamte Kreisgebiet“, erklärt eine Sprecherin. Auch die Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Dortmund habe man daraufhin intensiviert: „Die entsprechenden Sachbearbeiter der Fachkommissariate Dortmund/Soest tauschen sich aus und unterstützen sich gegenseitig. Es werden Ermittlungsersuchen in die Nachbarbehörden gestellt und auch Ermittlungsergebnisse geteilt. Im Vordergrund für alle Ermittler steht der Ermittlungserfolg“. Den erhoffen sich auch die Handwerksbetriebe in NRW – die Innung schlägt bereits Alarm.

Innung SHK sowie Elektro schlägt Alarm nach Einbruchserie – „erschreckende“ Resonanz

„Mittlerweile ist ein Schreiben der Innung SHK sowie Elektro an die Mitgliedsbetriebe herausgegangen, um vor dieser Diebstahlmasche zu warnen“, erklärt der Chef der betroffenen Handwerksfirma aus Dortmund. Die Resonanz sei „erschreckend“ gewesen, „denn in den vergangenen Wochen wurde vermehrt in Firmen mit der gleichen Masche eingebrochen“, sagt er. Das bestätigt die Polizei Dortmund.

„Es ist aufgrund des modus operandi aus kriminalpolizeilicher Sicht davon auszugehen, dass hier täterseitig bandenmäßiges Handeln vorliegt“, sagt ein Sprecher. Aus ermittlungstaktischen Gründen könne die Polizei Dortmund aber keine tiefergehenden Einblicke in die Ermittlungen gewähren. Nur so viel: „Durch das KK 13 werden gegenwärtig drei weitere Verfahren mit einem ähnlichen modus operandi bearbeitet. Ein Tatzusammenhang ist zu vermuten.“ Heißt: Die Vorgehensweise ähnelt sich, viele Handwerksbetriebe in NRW scheinen schon Opfer derselben Bande geworden zu sein – dank der GPS-Daten sind die Ermittler ihnen nun aber einen Schritt nähergekommen.

Vielleicht können sie den Dieben schon bald das Handwerk legen. Damit die Handwerker sich endlich wieder sicher fühlen können.

Zuletzt hatten Fälle von Clankriminalität das Ruhrgebiet erschüttert. Eine Politikerin forderte daher härteres Durchgreifen gegen Strukturen wie diese.

Rubriklistenbild: © imago/privat/Montage: wa.de

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