- VonJörn Funkeschließen
Wann das 29- und das 49-Euro-Ticket für Bus und Bahn kommen, bleibt unklar. In der vergangenen Woche hatte der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) den 1. Mai als Einführungstag genannt. Das Düsseldorfer Verkehrsministerium steuerte dagegen: Einen verbindlichen Zeitpunkt gebe es noch nicht.
Hamm/Düsseldorf – „Wir arbeiten mit dem Bund und den anderen Ländern an einer schnellen Einführung des Tickets“, sagte Ministeriums-Sprecherin Rosali Kurtzbach. „Aber ein Starttermin wurde von Bund und den Ländern noch nicht festgelegt.“ Das 49-Euro-Ticket werde den öffentlichen Verkehr in Deutschland revolutionieren und den unübersichtlichen und undurchdringbaren Tarifdschungel endlich lichten.
Stadtwerke erwarten parallele organisatorische Lösungen
Details erarbeiten gerade Experten im Auftrag der Verkehrsminister. Ob dabei neben dem bundesweiten 49-Euro-Ticket auch die stadtweiten 29-Euro-Tickets in Hamm, Münster und Berlin auf der Tagesordnung stehen, mochte die Sprecherin nicht kommentieren.
In Hamm erwarten die Stadtwerke parallele organisatorische Lösungen für beide Ticket-Varianten, beispielsweise in Form einer App. Ob eine bundesweite App für das 49-Euro-Ticket auch für die 29-Euro-Varianten genutzt werden könnte, ist aber unklar.
Linke: Minister verbummeln die Verkehrswende
Die Linke wirft den Verkehrsministern derweil vor, die Verkehrswende zu verbummeln. Anlass ist die Ankündigung des VRR, statt für den 1. April nun für den 1. Mai zu planen. Auch der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) hatte angedeutet, dass es aufgrund vieler ungeklärter Fragen auf eine Einführung des Tickets am 1. Mai hinauslaufen könne.
„Das ursprünglich für diesen Januar angekündigte 49-Euro-Ticket wird um einen weiteren Monat verschoben“, sagte Kathrin Vogler, Linken-Bundestagsabgeordnete für das Münsterland. „Ein Starttermin am 1. Mai ist nun angepeilt. Das geht am Bedarf der Menschen nach bezahlbarer und nachhaltiger Mobilität und der Notwendigkeit der Verkehrswende vorbei.“ Besonders für das Stauland NRW sei das bitter.