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„Planetarium der Superlative“ stand einst in Wuppertal – heute erinnert eine Tafel daran

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Das Planetarium in Wuppertal war einst das einzige auf der Welt. Viele Menschen besuchten die Anlage damals. Heute ist das Gebäude verschwunden.

Wuppertal – Heute erinnert nur noch eine Gedenktafel an das alte Planetarium. Verschwunden ist die große Kuppel, die Statuen hat jemand zerstört. Wie der prunkvolle Bau einmal aussah, zeigt ein Foto aus dem Jahr 1935. Doch für eine kurze Zeit war das Planetarium in Wuppertal (NRW) das größte und einzige auf der ganzen Welt. Innerhalb weniger Jahre verschwand es aber aus der Landschaft.

„Planetarium der Superlative“ stand früher in Wuppertal

In Wuppertal gibt es einige Besonderheiten. Da wäre etwa die Schwebebahn, die heute sogar ein eigenes Museum hat. Oder ein Ortsteil von Wuppertal, der tatsächlich den Namen „Bratwurst“ trägt. Doch wie die Stadt berichtet, gab es in Wuppertal einmal ein „Planetarium der Superlative“. Das hatte im Jahr 1925 in den Barmer Anlagen an der Unteren Lichtenplatzer Straße 15 eröffnet. Für fünf Tage war es da sogar das einzige Großplanetarium weltweit. Dann zog die Stadt Düsseldorf nach und eröffnete eine noch größere Anlage.

Das Planetarium in Wuppertal ist heute nicht mehr da. (Archivbild)

Superlative hin oder her – das Planetarium in Wuppertal konnte sich sehen lassen. Die Idee dazu entstand, nachdem der Ingenieur und Physiker Dr. Walther Bauersfeld seine damals neuartige Projektionstechnik vorgestellt hatte. Sie simulierte den Sternenhimmel, zeigte die Laufbahn der Himmelskörper. Die Stadt beschloss damals, diese Technik mittels Planetarium einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Nach der Eröffnung war das Interesse am Planetarium groß

Wie die Stadt Wuppertal berichtet, begann der Bau der Anlage oberhalb der Barmer Stadthalle am 21. Oktober 1924. Eine lange Steintreppe führte dann hoch zu dem Bau mit der 15 Meter hohen Kuppel. Im Kontrast zum runden Hauptgebäude war der Eingang in einer Dreiecksform gehalten. Links und rechts standen zwei Statuen: Mars und Venus in Überlebensgröße – passenderweise. Die hatte der Bildhauer Paul Wynand damals aus Muschelkalk gestaltet.

Das Planetarium in Wuppertal

► Baubeginn: 21. Oktober 1924

► Die Kosten für den Bau liegen bei 350.000 Reichsmark.

► Eröffnung im Jahr 1924

► Die Kuppel hat damals eine Höhe von 15 Metern und ist 25 Meter breit.

► Im Inneren des Planetariums finden 600 Menschen Platz.

► Im Jahr 1943 entsteht bei einem Bombenangriff ein Riss in dem Gebäude.

► 1955 wird das Gebäude abgerissen.

(Quelle: Stadt Wuppertal)

Im Inneren des Planetariums stand der tonnenschwere Projektionsapparat – jeweils mit 16 Einzelprojektoren. Mehr als 600 Menschen konnten darin „jede denkbare Sternenhimmelvariante“ betrachten, heißt es von der Stadt. Die Kosten für den Bau betrugen damals 350.000 Reichsmark.

Nach der Eröffnung war das Interesse am Planetarium groß. Doch das hielt nicht lange an. Die Konkurrenz durch das größere Planetarium in Düsseldorf war zu groß. Die Weltwirtschaftskrise tat ihr Übriges. Schon Mitte der 1930er Jahre kamen nur noch Schulklassen nach Barmen, um den Sternenhimmel zu betrachten.

Planetarium wird im Zweiten Weltkrieg beschädigt – dann verschwindet es

Dann kam der Zweite Weltkrieg und mit ihm die Bomben. 1943 wurde Barmen angegriffen. Dabei entstand ein Riss in dem Kuppelbau. Der Schaden sei noch „glimpflich“ gewesen, berichtet die Stadt. Aber niemand besserte ihn aus. So drang Wasser in die Mauern ein. Unbekannte stahlen die technische Ausstattung im Inneren des Planetarium. Mars und Venus am Eingang wurden „mutwillig zerstört“, heißt es bei der Stadt.

Und so verfiel der Bau immer mehr, bis zuletzt nur noch die Eisengerippe des Kuppelbaus übrig blieb. 1955 wurde es abgerissen. In den Barmer Anlagen ist heute nur noch ein Gedenkstein vom Planetarium übrig geblieben. Wie Denkmal-Wuppertal, eine Sammelstätte für Wuppertaler Denkmäler, berichtet, ist darauf eine Abbildung des Gebäudes zu sehen. Neben den Baudaten ist dort vermerkt, dass das Planetarium einst „eine Stätte der Belehrung und Besinnung“ war. (ebu)

Rubriklistenbild: © United Archives/imago

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