Per Schwertransporter wurden in der Nacht auf Montag erste Teile der „EMS Hennesee“ durch Warstein nach Meschede transportiert. Wie Pächter Patrick Risse den Konvoi verfolgte und wie es nun weitergeht.
Warstein/Meschede – Es war eine kurze Nacht für Patrick Risse. Als sich in der Nacht von Sonntag auf Montag der Schwerlast-Konvoi mit Bauteilen der „EMS Hennesee“ von Soest über Belecke und Warstein nach Meschede schlängelte, gehörte auch er zum Fahrzeugtross. „Das war wirklich phänomenal“, sagte der Warsteiner Veranstaltungsfachmann mit Blick auf das Bild, das sich ihm bot. Tonnenschwere Zentimeterarbeit. Ab dem A44-Parkplatz „Röllingser Graben“, wo die Schiffsteile über das Wochenende „geparkt“ worden waren, begleitet Risse den Zug. Gegen 22 Uhr ging es los. Schon auf der Autobahn benötigten die Schwerlasttransporter die ganze Fahrbahnbreite, über die Landstraße, durch Belecke und Warstein war es nicht viel anders.
Mit dem Schiff durch die Stadt: Schwertransporter fahren „EMS Hennesee“ durch Warstein
Allein 40 Personen mit über 15 Fahrzeugen begleiteten den Transport, sicherten Nebenstraßen, Kreuzungsbereiche, fuhren vorweg und hinterher. Ein Lichterspektakel, dass sich dem einen oder anderen am Wohnungsfenster bot. Ob es vor allem Nervosität oder Begeisterung gewesen seien, die die Gefühlswelt von Risse während des Konvois bestimmten? „In erster Linie sind es Demut und Respekt. Demut für die Größe des Ganzen, Respekt vor dem, was noch kommt.“
Verkehrsschilder teilweise abmontiert
Es sei schon etwas anderes, wenn man das, was man bislang nur von Bauzeichnungen kannte, Realität werde, schilderte Risse: „Aber es wird eine ziemlich geile Sache, eine geile Herausforderung für das ganze Team.“
Und nicht nur, dass sich der Konvoi relativ fix durch die Innenstädte von Warstein und Belecke schlängelte – teilweise mussten dafür Verkehrsschilder abmontiert werden. Eigentlich sei dieser Arbeitsschritt auch erst für Mitte oder Ende August angedacht gewesen, so Risse. Nun gehe alles viel schneller. Ob das aber auch gleichbedeutend mit einer schnelleren Inbetriebnahme sei, das ist noch offen: „Das müssen wir schauen, da möchte ich mich nicht festlegen. Es können immer noch kurzfristige Dinge hinzukommen, die das Projekt dann wieder verzögern, es kommt ja beispielsweise auch noch der ganze Innenausbau.“ Bislang laufe es aber nach Plan.
Und während der Transport in der Nacht über die Bühne ging – größte Herausforderung war der Einmündungsbereich der Antoniusbrücke in Meschede, wo die Mittelinsel Achse für Achse überfahren werden mussten – wurde das Schiff in seinen Einzelteilen bei Tageslicht am Morgen bereits auf dem Hennesee dank eines 450-Tonnen-Krans zu Wasser gelassen. Die B55 ist in diesem Teilbereich an der Henneseite vermutlich noch bis Freitag voll gesperrt, so Risse. Backbord und Steuerbord, beispielsweise auch der Mittelteil, schwimmen bereits auf dem Hennesee und werden dort zusammengebaut. Weitere Schwertransporte finden in der Nacht von Montag auf Dienstag statt, unter anderem mit der Brücke für den baldigen Kapitän des Schiffes. „Eine logistische Meisterleistung“, blickt Risse auf Transport und Montage der „EMS Hennesee“, die nicht seine ist, er aber Betreiber sein wird.