- VonAlexander Langeschließen
Aktuell wird das neue Schiff noch in Mondorf für eine siebenstellige Summe gebaut. Wann es erstmals ablegen wird, wie es ausgestaltet wird und wo ein neuer Anlegeplatz gebaut werden soll.
Warstein/Meschede - Am 2. April will Patrick Risse Plückers Hoff in Warstein wiedereröffnen. Karnevalsveranstaltungen hat er gerade hinter sich und sein Team gebracht, die Schützenfestsaison beginnt in wenigen Monaten. Doch ein Großprojekt schwebt aktuell über alldem. Und ab Spätsommer oder Herbst soll es schwimmen beziehungsweise fahren. Als „Vollpächter“ wird Patrick Risse mit seiner Eventmanufaktur eine neue MS Hennesee – genauer eine EMS, weil das Schiff vollelektrisch angetrieben wird – betreiben. Aktuell wird die EMS Hennesee noch in der Lux-Werft in Mondorf gebaut. Wie die EMS Hennesee gehören auch die Schiffe auf Sorpe- und Möhnesee dieser Werft, das Schiff auf dem Biggesee betreibt die Lux-Werft sogar selber. „Das neue Schiff wird aber gar kein Vergleich zur alten MS Hennesee“, verrät Martin Roth, Vertriebsleiter Touristik der Lux-Werft: „Es wird ein cooles und modernes Schiff, auch für uns ein tolles Projekt.“
Besonders wird aber nicht allein das Schiff sein, sondern bereits Bau und Transport – „denn einen direkten Wasserweg vom Rhein zum Hennesee gibt es ja nicht.“ Also wird die EMS Hennesee derzeit in Modulbauweise errichtet, „das kann man sich wie Lego-Bausteine vorstellen“, erklärt Pächter Patrick Risse. Anschließend wird das Schiff in Einzelteilen mit Schwertransporten nach Meschede gebracht und auf dem Hennesee wieder zusammengesetzt. „Es laufen schon die Gespräche mit Behörden, Kreis, Kommune, Straßen.NRW und so weiter“, schildert Roth.
Das neue Schiff wird aber gar kein Vergleich zur alten MS Hennesee.
Die EMS Hennesee werde ein vollelektrischer Katamaran, der Vorteil: Das Schiff liegt nicht tief im Wasser, in etwa zwischen 80 und 100 Zentimetern. „So kommen wir immer ans Ufer“, sagt Patrick Risse. Gut 14 Meter breit wird es sein, rund 11 Meter hoch und 30 Meter lang, Platz für über 500 Personen werde die EMS Hennesee bieten. Barrierefrei wird es sein, ein Aufzug verbindet die drei Decks. Angetrieben wird das Schiff mit zwei 360-Grad-Propellern, das mache das Schiff besonders wendig, erklärt Roth: „Wichtig und perfekt auf dem eher kleinen Hennesee.“ Und der ökologische Aspekt spiele beim Antrieb natürlich auch eine Rolle. Höhepunkt der EMS werde natürlich das Sonnendeck sein. Was das alles kostet? „Eine siebenstellige Investition“, so Roth. Den Kontakt zwischen ihm und Patrick Risse stellte im Übrigen Friso de Jong, Geschäftsführer der Warsteiner Welt, her. Die EMS Hennesee werde weiterhin der Werft gehören, Risse als Pächter wird selber auch nicht die Kapitänsmütze tragen: „Wir suchen noch einen Betriebsleiter sowie eine Serviceleitung.“
„Die Zeiten von aneinandergereihten Holzbänken sind aber definitiv vorbei“, ergänzt Risse. Stattdessen wird es Lounge-Möbel, ein bisschen im „Ibiza-Style“ mit grünen und orangefarbenen Tönen, geben: „Platz zum Chillen und Entspannen, wir wollen die Aufenthaltsqualität auf dem Schiff noch einmal steigern.“ Es gehe nicht mehr nur darum, bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Torte über den Hennesee zu schippern – auch wenn es Kaffee und Torte natürlich geben wird: „Wir wollen mehr machen.“ Und mehr heißt aus dem Mund von Patrick Risse vor allem auch „mehr Events“. Firmenfeiern, Geburtstage, Hochzeiten, all das soll möglich sein. Auch Themenabende und kulinarische Aushängeschilder könne er sich gut vorstellen. Ein erster Termin zum Auftakt stehe bereits: Am 19. September wird das Schiff zum „Schlager-Schiff“: Die einstigen „Deutschland sucht den Superstar“-Teilnehmer Mike Leon Grosch und Daniel Ceylan werden dann auftreten. Diese Saison solle aber eher ein „Soft-Opening“ sein, ein vorsichtiger Start, auch als Testphase.
Platz zum Chillen und Entspannen, wir wollen die Aufenthaltsqualität auf dem Schiff noch einmal steigern.
Einen zusätzlichen Halt – insgesamt sind es dann vier – soll das Schiff ebenso bekommen, auch am H1 sollen Restaurant-Gäste beziehungsweise Besucher der Berghauser Bucht und des neuen Abenteuerspielplatzes dann zusteigen können. Insgesamt werde eine Rundfahrt 60 bis 70 Minuten dauern.
