Verkehr

„Erhebliche Gefahr“: Autofahrer ignorieren Beschilderung im Salzbörnchen in Warstein

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Finde den Fehler: Obwohl die Schilder deutlich machen, dass das Salzbörnchen nur von Warstein kommend befahren werden darf, werden sie immer wieder ignoriert.
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Stadt und SPD-Fraktion kritisieren das Verhalten. Während die Polizei bereits Schwerpunktkontrollen durchführt, sollen Maßnahmen noch einmal angepasst werden.

Warstein/Suttrop – Die Schilder lassen eigentlich keinen Interpretationsspielraum zu – und trotzdem gehören Verstöße dagegen derzeit zur Tagesordnung. Nun sollen sogar noch weitere Zeichen hinzukommen, damit auch der letzte Verkehrsteilnehmer versteht: Im Salzbörnchen gilt aktuell eine Einbahnstraßenregelung. Eingeführt wurde diese Regelung mit Start der Kreisstraßen-Vollsperrung in Suttrop, wo eine neue Fahrbahndecke aufgebracht wird, um gleichzeitig auch den Warsteiner Innenstadtverkehr zu entlasten.

Autofahrer ignorieren Beschilderung im Salzbörnchen in Warstein

Von Warstein kommend können Verkehrsteilnehmer das Salzbörnchen befahren, hinter dem Ortsausgang im Feld dann links in die Straße Im Borm abbiegen, anschließend die Straßen Orthagen und Hahnewall befahren. Der Rückweg, also von Suttrop kommend das Salzbörnchen zu befahren, ist aber nicht mehr erlaubt – die erlaubte und ausgeschilderte Alternative führt durch den Enkerbruch. An die zahlreichen Schilder, die die Salzbörnchen-Strecke von Suttrop kommend ausschließlich für den Radverkehr freigeben, halten sich offenbar allerdings die wenigsten, wie nun auch die Stadt feststellen musste. Ganz zu schweigen von überschrittenen Tempolimits. „Gemeinsam mit der Polizei werden nun Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit umgesetzt“, heißt es daher in einer Mitteilung: „Dieses Verhalten stellt eine erhebliche Gefahr für alle Verkehrsteilnehmenden – insbesondere Fußgänger und Radfahrer – dar.“

Während die Polizei bereits gezielte Schwerpunktkontrollen durchführte – ein Verstoß kostet mindestens 50 Euro – will auch die Stadt nachbessern. „Aktuell wird die Situation zusätzlich durch ein Dialogdisplay im Salzbörnchen überwacht, das sowohl Fahrzeuganzahl als auch Geschwindigkeiten misst. Die Auswertung der Daten wird für Ende dieser Woche erwartet. Auf Grundlage dieser Ergebnisse prüft die Stadt weitere Maßnahmen“, erklärt Friederike Franke, stellvertretende Leiterin des Ordnungsamtes. In Betracht gezogen werden dabei auch bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung – beispielsweise mobile Fahrbahnschwellen – oder ein Versetzen des Dialogdisplays, um eine noch bessere Wirkung zu erzielen.

Die erlaubte Umleitung durch den Enkerbrauch erfährt laut SPD nur wenig Akzeptanz.

Ein zweites Dialogdisplay wurde bereits am Dienstag in der Nuttlarer Straße installiert. Zudem wird die bestehende Einbahnstraßenregelung im Bereich des Salzbörnchens ausgeweitet: Künftig gilt sie für die gesamte Straße Salzbörnchen bis hoch zur Nuttlarer Straße.

Kritik aus der SPD-Fraktion

Auch Ratsmitglied Erwin Koch beobachtet das Verkehrsgeschehen am Salzbörnchen mit Argwohn. In einer Mitteilung der SPD-Fraktion, die auch Andreas Wiemar unterzeichnet hat, erklärt er: „Die verkehrsrechtliche Anordnung für diese Umleitung erfährt eine derartige Ignoranz, die wir so noch nicht erlebt haben. Die mehrfachen Kontrolltermine zeigen auf, dass die Einbahnstraßenregelung im Salzbörnchen Richtung Suttrop überhaupt keine Rolle spielt.  Es gibt zeitweise mehr einfahrende als ausfahrende Fahrzeuge aus dem Salzbörnchen.“

Hinzukomme die nicht angepasste Geschwindigkeit. Und die Umleitung habe auch als Feuerwehr- und Rettungsdienstdurchfahrt höchste Priorität: „Die weiträumige Umleitung der Gegenrichtung zum Enkerbruch erfährt dagegen wenig Akzeptanz. Für die Dauer der B55-Baustelle in Warstein, bis in das Jahr 2026, darf dieser Zustand auf keinen Fall so hingenommen werden.“

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